Dortmund läuft Slalom gegen Fürth

Standard

1. Bundesliga, 12. Spieltag / BVB 3 Greuther Fürth 1

Da war viel Qualität zu sehen: Borussia Dortmund schlägt Fürth dank der technischen Fertigkeiten von Mario Götze, Jakub Blaszczykowski, Robert Lewandowski und anderen mit 3:1. Der Sieg fiel eher ein bis zwei Tore zu niedrig aus – mit genaueren Offensiv-Abspielen und noch größerer Aufmerksamkeit in der Abwehr hätte es noch deutlicher werden können.

Die beste Nachricht aus Dortmunder Sicht: Das schwarz-gelbe Traum-Mittelfeld ist wieder komplett verfügbar und selbst wenn Marco Reus geschont und nur eingewechselt wurde, konnte man schon erkennen, was in dieser Konstellation möglich ist. Was von diesem dominant herausgespielten Sieg in Erinnerung bleiben wird, sind vor allem die Slalomläufe von Mario Götze und ‚Kuba‘ Blaszczykowski. Beim schnellen 1:0 des BVB pflügte sich Mario über links durch die Fürther Abwehrreihen, ehe er den Ball Lewandowski in die Füße schob. Die Terminologie mag sich etwas agrikulturell für einen feinen Techniker anhören, doch zu dieser Torvorbereitung gehörte auch eine große Portion Durchsetzungsvermögen, die Götze mehr und mehr ausbildet. Nach seiner längerwierigen Verletzung ist er nun wieder nah an der Topform, müsste nur noch hier und da während der Spiele mannschaftsdienlichere Entscheidungen treffen.

Sehr erfreulich war das ungemein positive Auftreten von Kuba, der genau die Dringlichkeit in seinen Aktionen hatte, die der BVB-Offensive zuletzt gelegentlich fehlte. Der Pole holte den Elfmeter zum 2:1 heraus, als ihm von Nehrig gegen das Standbein getreten wurde, und bereitete das wunderschöne 3:1 durch Götze mit einem guten Pass vor. Ein eigener Torerfolg war ihm gestern noch nicht vergönnt – nach einem Dribbling, das denen von Götze ähnelte, zielte er bei seiner besten Chance auf den kurzen Winkel, doch Torwart Grün reagierte schnell und konnte parieren. Dennoch ist bei mir die Vorfreude groß, Kuba wieder zusammen mit Piszczek über rechts wirbeln zu sehen.

Getreu dem Motto „fördern und fordern“ hatte Jürgen Klopp gegen Fürth Ivan Perisic trotz seiner am Trainer geäußerten Kritik in die Startelf rotiert. Gleichzeitig muss der Mittelfeldspieler eine Geldstrafe zahlen – die erste, die es unter Jürgen Klopp überhaupt gibt. Leider konnte Ivan die Chance nicht nutzen, sich für die kommenden Partien aufzudrängen. Außer einem guten Freistoß in den ersten Minuten fiel er eher durch Übermotivation und einige Ballverluste auf.

Erfreulicher war, dass sich auch die Mittelfeldzentrale in Topform befindet. Bender und Gündogan machen das mindestens genauso gut zusammen wie Kehl mit einem von beiden. Auch auf dieser Position wird es Jürgen Klopp nicht leicht gemacht, sich zu entscheiden. Gerade in der von Schwarz-Gelb deutlich dominierten, wenn auch insgesamt weniger ansehnlichen zweiten Halbzeit waren ‚Manni‘ und Ilkay immer zur Stelle und ließen die Fürther nicht mehr zur Entfaltung kommen. Frühes Pressing wurde auch von den Mannschaftskollegen über weite Strecken praktiziert.

Man kann verstehen, dass Jürgen Klopp mit den zweiten 45 Minuten zufrieden war, obwohl die Borussia nach vorne nur noch vereinzelt gefährlich wurde:

In der zweiten Halbzeit hatten wir deutlich mehr Ballbesitz. Da hat die Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht, das Ganze reif aussehen zu lassen. Wir haben nichts mehr zugelassen.

Manche Gegner stellen sich inzwischen besser auf den BVB ein. Doch auch der lernt dazu. Und sei es auch nur, ein Spiel souverän runterzuspielen. Diese Fähigkeit könnte sich schon am Mittwoch auszahlen, wenn es darum geht, sich in Amsterdam mindestens einen Punkt fürs Erreichen des Champions League-Achtelfinales zu sichern. Vieles andere können die Schwarz-Gelben ja schon.

Gestern und am letzten Wochenende war Pflicht. Es ist nicht selbstverständlich, diese beiden Aufgaben jeweils mit 3:1 zu meistern. Auch wenn an den Auftritten nicht alles brillant war. Die Kür kommt am Mittwoch, obwohl angesichts des Tabellenstands alle ein Weiterkommen in der Champions League erwarten. Sagen wir es mal so: Bei der derzeitigen Personallage beim BVB ist vieles möglich. Und die Vorfreude entsprechend groß!

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Gündogan (73. Großkreutz), Bender – Blaszczykowski (83. Leitner), Götze (66. Reus), Perisic – Lewandowski. Gelbe Karten: Perisic, Lewandowski. Tore: Lewandowski (2), Götze

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3 Gedanken zu “Dortmund läuft Slalom gegen Fürth

  1. Auf jeden Fall ist das Spiel am Mittwoch ein extrem richtungsweisender Kick. Können wir uns da schon für die nächste Runde qualifizieren, werden die nächsten Wochen ruhiger. Und es bleibt dazu noch ein wenig Zeit mehr Druck auf den Borderline-Patienten aus dem Süden auszuüben. Nur, um sie nervös zu sehen.

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  2. Das würde in jedem Fall noch mal Kräfte freisetzen, wenn wir uns in der Gruppe, die laut Mourinho alle anderen vergessen macht, schon am 5. Spieltag qualifizieren. Für alles andere engagieren wir den Zwanziger.

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