Dortmund besiegt sein Double

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1. Bundesliga, 13. Spieltag / FSV Mainz 1 BVB 2

In vielerlei Hinsicht erinnern die 05er, bei denen die Borussia gestern zu Gast war, an unsere eigene Mannschaft. Sie spielen das gleiche System, haben vorne im Zentrum einen sehr erfolgreichen Stürmer, einen im Umgang mit dem Team ähnlichen Trainertypen. Das Mainzer Spiel lebt ebenfalls von Laufbereitschaft, schnellen Angriffen und konsequentem Pressing im Mittelfeld. Es dürfte taktisch versiertere Menschen geben, die auch eine Reihe von Unterschieden nennen könnten, doch beim gestrigen Auswärtssieg des BVB unterschied die beiden Teams vor allem die individuelle Qualität.

Auch die Dortmunder Abwehr hatte gestern ihre kleinen Probleme, kam manchmal einen Schritt zu spät, überschätzte sich in Ausnahmefällen (Mats Hummels). Bei der Zahl der Torschüsse unterschieden sich die Mannschaften kaum (9:10). Doch hatte auf der einen Seite Andreas Ivanschitz – und nicht der weitgehend abgemeldete Szalai – drei Großchancen und vergab sie alle, während beim BVB Lewandowski zwei seiner drei guten Gelegenheiten nutzte. Das erste Dortmunder Tor wurde inzwischen von der DFL dem polnischen Stürmer zugeschrieben, auch wenn er Reus‘ Hereingabe allenfalls marginal ablenkte. An die Qualitäten, die Robert hat, speziell auch bei der Ballverarbeitung, kommt bei den Gastgebern eben keiner ran. Der großartig mitgenommene und schön über Wetklo gelupfte Ball zum 2:1 ist Beweis genug.

Der BVB war gestern nicht von Beginn an zu 100% konzentriert, auch wenn das 0:1 durch Caligiuri, ein Volleyschuss aus 16 Metern, am Ende schwer zu verteidigen war. Doch sind die Schwarz-Gelben wegen eines solch frühen Rückstandes nicht geschockt, brauchen keine Zeit, um sich zu erholen. Im Bewusstsein der eigenen Qualitäten ging das Team gestern sofort wieder zur Offensive über und brauchte nur acht Minuten, um auszugleichen. Im Anschluss war es ein sehr ansprechendes, flottes Spiel – wie es von diesen sich ähnelnden Mannschaften auch zu erwarten war. Zunächst kam die Borussia zu mehr Chancen, um die Gündogan-Verletzung herum hätte der erwähnte Ivanschitz die Mainzer wieder in Führung schießen können.

Nach der sehenswerten Führung kurz vor der Pause kontrollierte der BVB die zweite Hälfte, aber nicht so sehr, dass einem das Ausbleiben eines dritten Tores ganz geheuer gewesen wäre. Man kann es bewundernswerte Routine nennen wie sie die Schwarz-Gelben auch schon beim Verwalten der Ergebnisse gegen Fürth und Amsterdam zeigten. Trotzdem hätte man sich hier und da einen genaueren Pass mehr gewünscht und vermisste Ilkay Gündogan etwas. Über die Schwere von dessen Verletzung gibt es noch keine genauen Informationen. Jürgen Kloppt hofft, dass es sich nur um eine Prellung handelt, da der Knöchel nicht stark angeschwollen sei. Während der wahrscheinliche Ausfall Ilkays gegen Düsseldorf zu kompensieren wäre, hätten ihn sicher alle BVB-Fans am Samstag gerne wieder dabei.

Durch den Erfolg in Mainz hat der BVB Platz 2 in der Tabelle und den ersten Platz im Ruhrgebiet erobert und kann stolz auf die letzten Wochen zurückblicken. Nicht nur im sportlichen Bereich. Die Erfolge der letzten Jahre korrespondieren mit einem Netto-Rekordgewinn von 34,3 Millionen Euro aus der letzten Saison, der heute auf der Mitgliederversammlung in den Westfalenhallen bekanntgegeben wurde. Oder, wie auf der Vereins-Homepage verkündet wurde, dem größten Gewinn, den in 49 Jahren Bundesliga jemals ein Klub erzielte“.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Gündogan (34. Leitner), Bender – Blaszczykowski (73. Großkreutz), Götze (83. Perisic), Reus – Lewandowski. Tore: Lewandowski (2)

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