Setzt euch, wenn ihr Man City schlagt!

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Gestern, wenige Minuten vor fünf Uhr Ortszeit, ertönte im Stadium of Light kollektiver Jubel aus 40.000 Kehlen. Schiedsrichter Friend hatte soeben die Premier League-Partie zwischen dem AFC Sunderland und dem amtierenden Meister Manchester City abgepfiffen. Zum dritten Mal hintereinander siegten die ‚Black Cats‘ an dieser Stelle gegen die favorisierten Citizens – trotz eines Formanstiegs in den letzten Partien kam der Erfolg für das enttäuschend in die Saison gestartete Team von Martin O’Neill überraschend. Möglicherweise konnten jedoch nicht alle Fans der Heimmannschaft in den Jubel miteinstimmen – falls sie zuvor als ‚Dauersteher‘ des Stadions verwiesen wurden.

Vor der Begegnung am traditionellen Spieltag – die Partien am 26. Dezember gehören in England zu den bestbesuchten der Saison – hatte Sunderland auf seiner Website an die Fans appelliert, auf „persistent standing“ zu verzichten. In dieser Spielzeit habe der Verein bereits zahlreiche Beschwerden wegen dauerhaft stehender Besucher bekommen und 38 von ihnen aus dem Stadion geworfen – beinahe doppelt so viele wie in der gesamten Vorsaison. Der Sicherheitschef der Black Cats Paul Weir beruft sich auf geltendes Recht:

We certainly dont wish to spoil the enjoyment of any supporters, we want a vibrant lively matchday atmosphere just as much as the fans do, but we also have legal obligations that we must be seen to be adhering to.

Natürlich verweist Weir auch auf die Rechte von älteren und behinderten Besuchern, die nicht so einfach aufstehen können. Und für Fans, die sich eine im Vergleich zu deutschen Verhältnissen deutlich teurere Dauerkarte leisten, dafür aber gerne sitzen möchten, muss man ebenfalls Verständnis aufbringen.

Es ist ja nicht so, dass es solche Probleme in deutschen Stadien überhaupt nicht gibt. Doch hierzulande existiert bekanntlich nach wie vor und auf absehbare Zeit die Möglichkeit, in Teilen der Spielstätten unseren Lieblingssport stehend zu verfolgen. 19 von 20 Premier League-Klubs einschließlich Sunderland sehen hingegen derzeit keinen Grund, einen Modellversuch zur Wiedereinführung von Stehplätzen in englischen Stadien zu unterstützen. Deshalb wird auch im Stadium of Light die Stimmung längst nicht an jedem Wochenende an die Minuten nach dem gestrigen Schlusspfiff heranreichen.

Abgesehen von diesem unerfreulichen Nebenaspekt war der Monat Dezember ein guter für die Black Cats. Nach Siegen über die vormaligen Konkurrenten im Abstiegskampf, Reading und Southampton, und einer Niederlage gegen Manchester United gelang nun gegen die Citizens ein Sieg, der – wie man so sagt – mehr wert sein könnte als nur drei Punkte. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößerte sich dadurch auf sieben Punkte und O’Neills Team kann dem nächsten schweren Heimspiel gegen Tottenham selbstbewusst entgegenblicken.

Typisch Fußball war, dass ausgerechnet Flügelspieler Adam Johnson gestern das goldene Tor erzielte. Er war im Sommer aus Manchester an die Wearside gewechselt, da seine Einsatzzeiten unter Roberto Mancini überschaubar blieben. Seinen Weitschuss lenkte ausgerechnet der viel gelobte City-Keeper Joe Hart ins eigene Tor ab – während Sunderlands belgischer Torwart Simon Mignolet erneut stark hielt und inzwischen die ersten Gerüchte über Interesse an ihm aus der oberen Tabellenregion die Runde machen.

Fans und Trainer waren jedoch voll des Lobes über die gesamte Mannschaftsleistung. Stellvertretend sei „A Love Supreme“ zitiert, eines von mehreren guten Online-Fanzines / Blogs, die sich mit den Black Cats beschäftigen: „Thirteen heroes today, every man working and defending as in the early days of O’Neill’s tenure.“ Im letzten Winter hatte Martin O’Neill die Mannschaft stabilisiert und noch zu einem ordentlichen Mittelfeldplatz in der Premier League geführt. Geschichte, die sich wiederholt?

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