Die Abwehr der Zukunft

Borussia Dortmund verstärkt sich ab 1. Januar mit einem jungen Abwehrtalent: Der 17-jährige Junioren-Nationalspieler Marian Sarr kommt vom Liga-Konkurrenten Bayer Leverkusen. Nach den Worten von Sportdirektor Michael Zorc ist Sarr ein fußballerisch starker Innenverteidiger, der beim BVB zunächst im Nachwuchs heranreifen soll. Über die Höhe der Ablösesumme wurde bisher nichts bekannt.

Das Interessante an dem Wechsel ist zum einen dessen perspektivische Ausrichtung. Zorcs Aussage legt nahe, dass man Marian Sarr den Sprung in die Bundesliga zutraut. Wenn alles perfekt läuft, könnte dieser einmal Mats Hummels oder Neven Subotic ersetzen, sollten unsere Stamm-Innenverteidiger sich irgendwann doch für einen anderen Klub entscheiden. Eben ist dieser Weg allerdings nicht und Konkurrenz gibt es genug. Auf ein Aufrücken in die erste Elf hoffen auch Junioren-Nationalspieler Koray Günter, Marc Hornschuh und der an Fürth ausgeliehene Lasse Sobiech. Während Günter sicher noch alle Möglichkeiten hat, wird die Zeit sich zu empfehlen für die anderen beiden knapp.

Was den Transfer noch von einem gewöhnlichen Vorgang im Nachwuchsbereich unterscheidet: Bei Sarr geht es um einen Spieler, der sich bei einem direkten Konkurrenten einen Stammplatz in der zweiten Mannschaft erkämpft hatte. Zuletzt wurde der 17-jährige allerdings nicht mehr eingesetzt. Leverkusen begründet dies mit nachlassenden Leistungen aufgrund der Vertragsgespräche mit anderen Vereinen. Beim Werksklub zeigt man sich auch ansonsten pikiert„Es ist sehr bedauerlich und hat auch viel Frust ausgelöst“, sagt beispielsweise der nie um einen Wortbeitrag verlegene Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Die Schuld sehen die Leverkusener Verantwortlichen jedoch mehr bei Spielerberatern und Verbänden allgemein. Die Borussia direkt anzugreifen wäre angesichts des vergleichbaren eigenen Vorgehens in anderen Fällen auch reichlich verlogen.

Wenige Tage bevor sich fast in ganz Europa das Transferfenster öffnet, bleibt auch der BVB nicht verschont von Spekulationen. Und so weit hergeholt wirkt es ja nicht, wenn die „Ruhr Nachrichten“ berichten, dass Mittelfeldspieler Ivan Perisic mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht wird und von seinem Berater dort selbst angeboten worden sein soll. Ivan kommt weiterhin nicht auf die Zahl an Einsätzen, die sich er und sein Berater vorstellen. Dennoch würde man sich aus schwarz-gelber Sicht einen Wechsel eher am Saisonende wünschen, stellt sich doch bei einer sofortigen Trennung die Frage, ob man den Kroaten ersetzen müsste. Sollten Klaus Allofs und die VW-Verantwortlichen jedoch bereit sein, tatsächlich sieben Millionen Euro für Perisic zu investieren – woran Zweifel erlaubt sind – könnten sich sicher viele mit dem Gedanken anfreunden. Selbst wenn man das Gefühl hätte, dass bei ihm noch einiges an Potenzial schlummert.

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