Perisic verabschiedet sich nach Wolfsburg

Standard

In den letzten zwei Wochen hatte es sich bereits abgezeichnet, nun ist der Wechsel perfekt: Ivan Perisic läuft künftig für den VW-Klub Wolfsburg auf. Der 23-jährige Mittelfeldspieler verlässt Borussia Dortmund nach eineinhalb Jahren, in denen er es nicht schaffte, sich im Stamm der Mannschaft zu etablieren. Der Transfer erfolgt auf ausdrücklichen Wunsch von Ivan (und seinem Berater) – der BVB kann sich allerdings mit einer ordentlichen Ablösesumme trösten. Die Schätzungen liegen bei sieben bis gut acht Millionen Euro, verpflichtet wurde der Kroate für rund 5,5 Millionen.

Im Spätherbst hatte sich Perisic öffentlich über die geringen Einsatzzeiten beklagt, was Jürgen Klopp nicht erfreute. Letztendlich ist der Vorgang ein Fall, wie er im Profifußball immer wieder vorkommt und bei dem man beide Seiten verstehen kann. Ivan kam als belgischer Torschützenkönig nach Dortmund und erwartete sich dort den nächsten Karriereschritt. Der Durchbruch zum Stammspieler gelang ihm jedoch nicht und seit der Verpflichtung von Marco Reus sind die Chancen darauf weiter gesunken.

Technisch hat der bevorzugt links eingesetzte Perisic viel drauf. Es gab einige Spiele, in denen er über seine Seite für Wirbel sorgte, mit guten Flanken überzeugte oder sich sogar selber durchsetzte, nach innen zog und den Torabschluss suchte. Ein Highlight, das in Erinnerung bleiben wird, war sein Distanzschuss zum 1:1 gegen Arsenal in der ansonsten bescheidenen schwarz-gelben CL-Kampagne 2011. Das Problem, das Jürgen Klopp mit Ivan hatte (oder umgekehrt), war dessen fehlende Übersicht im Defensivverhalten. Gegenpressing und Zweikampfstärke waren beim Kroaten verbesserungswürdig, sind aber Fähigkeiten, die der BVB-Trainer von allen seinen Spielern erwartet.

Angesichts aller Umstände ist die Trennung zum jetzigen Zeitpunkt eine akzeptable Lösung auch für den Verein. Geld für einen Ersatz wäre vorhanden – bleibt die Frage, ob er nötig ist. Insgesamt gesehen ist das Mittelfeld der Borussia quantitativ am stärksten besetzt. Entscheidend dürfte sein, ob das Trainerteam neben Marco Reus und Kevin Großkreutz weiteren Spielern zutraut, die linke Seite kompetent zu besetzen – und zwar so kompetent, dass es für alle drei Wettbewerbe reicht, in denen der BVB noch vertreten ist. Leonardo Bittencourt, Moritz Leitner und Mustafa Amini sind die Back-ups, die zur Verfügung stehen. Bittencourt und Leitner gelten als beidfüßig, doch nur ersterem wäre eine Rolle auf dem Flügel wirklich zuzutrauen.

Bisher hat allerdings keiner der drei unter Wettkampfbedingungen auf der linken Seite gespielt – gut möglich, dass sich Michael Zorc und Jürgen Klopp dazu entscheiden, noch einen talentierten jungen Mann zu holen, der aber weniger etabliert und daher geduldiger ist als Perisic.

Bei seiner Vorstellung in Wolfsburg hatte der mit seiner Zeit in Dortmund bereits seinen Frieden gemacht: „Dortmund hatte großartige Ergebnisse zuletzt. Da kannst du gegen ihn (Klopp) nichts sagen“. Alles Gute für die Zukunft, Ivan, selbst beim VfL Wolfsburg!

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