Die Rückkehr des Nuri Sahin – mehr als nur Sentimentalität?

Bei Hans-Joachim Watzke wurde gestern plötzliches Nasenwachstum festgestellt. Noch vor wenigen Tagen hatte er Spekulationen um die Rückkehr von Nuri Sahin zu Borussia Dortmund ins Reich der Fantasie verwiesen. Und so dürfte die Mehrzahl der Fans und Journalisten (inklusive mir) doch überrascht gewesen sein, als gestern durchsickerte, dass bei einer Pressekonferenz die Rückkehr des Ur-Borussen bekanntgegeben werden sollte. Watzke versuchte dann, die ganze Geschichte als einen Transfer innerhalb von 48 Stunden darzustellen – doch am Ende der PK verriet Nuri doch, dass bereits seit einer Woche Gespräche stattgefunden hatten.

Alles was Sahin gestern sagte, klang so, als ob er einfach wieder in seiner fußballerischen wie geographischen Heimat spielen wollte. Vermutlich hätte sich diese Erkenntnis bei ihm weniger schnell durchgesetzt, wenn er in Madrid oder Liverpool regelmäßig gespielt hätte. Und doch klangen seine Worte bescheiden und berührend ehrlich.

Die Formalien sehen folgendermaßen aus: Nuri wird 18 Monate – bis zum Ende der kommenden Saison – von Real Madrid ausgeliehen. Danach hat der BVB eine Kaufoption, auch wenn das von Michael Zorc nur implizit bestätigt wurde. Gegenüber seinem Gehalt bei Real hat Nuri offenbar große Abstriche gemacht, um wieder in schwarz-gelb spielen zu können.

Nuris Rückkehr, die warmen Worte, sind ein Grund zur Freude. Es wirkte alles menschlich, alles echt, was unsere neue Nummer 18 gestern sagte. Seinen Berater Reza Fazeli, der 2011 sicher zu seinem Wechsel beitrug, hat Sahin leider immer noch. Und deswegen sollte man auch einmal mit kühlem Kopf schauen, was der Transfer Borussia Dortmund bringt. Während seiner Abwesenheit hat Nuri nur unregelmäßig Spielpraxis bekommen, weswegen er nicht damit rechnen kann, sofort in die Startelf zu rutschen. Zunächst dürfte er der Edel-Back-up sein, der hineinkommt, wenn Gündogan oder sowohl Kehl als auch Bender fehlen. Vielleicht probiert ihn Jürgen Klopp auch mal auf der linken Seite aus.

Kann Sahin an seine Dortmunder Form der Vergangenheit anknüpfen, könnte sich die Rückkehr zum Glücksgriff für alle entwickeln. Dann allerdings dürfte früher oder später der ein oder andere Spieler neue Herausforderungen suchen, denn das BVB-Mittelfeld wirkt nun schon fast überbesetzt – zumindest auf den zentral offensiven Positionen. Doch heute ist nicht der Tag der Bedenkenträger – willkommen zurück, Nuri!

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3 Kommentare

  1. Für mich auch eine völlig überraschende Personalie. Wurden doch in letzter Zeit regelmässig alle Nachfragen von Watzke müde belächelt. Vor allem hieß es ja oft das eher ein Typ im Stile von Manni Bender gesucht wird und nun hat man mit Leitner, Gündogan und Sahin 3 ähnliche Spielertypen.
    Ich sehe die Schwachstellen auch eher auf den Außenbahnen defensiv oder im Sturm.

    Nuri wird die Qualität im Team weiterhin heben und es freut mich das er zurück ist. Doch wird er sich erst wieder ins Team eingliedern und Spielpraxis sammeln müssen.

    Schlussendlich wieder ein Paradebeispiel dafür, das man als Spieler nicht immer „den nächsten Schritt“ oder zu einem europäischen Topverein wechseln muss, sondern auch mal das schätzen sollte was man gerade hat.
    Vielleicht sollte sich Herr Lewandowski da mal ein Beispiel dran nehmen.

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  2. Das sollte er, aber ich befürchte, dass da wie damals bei Nuris Weggang auch der Berater keinen (für uns) positiven Einfluss nimmt, eher im Gegenteil.

    Ich bin auch gespannt, wie jetzt die Vakanz auf der Linksverteidiger-Position gelöst wird. Zunächst rückt Halstenberg aus der zweiten Mannschaft in den Profi-Kader. Stellt sich natürlich die Frage, ob nur bis zu einer Neuverpflichtung oder bis Ende der Saison. Da müsste er schon einiges drauf haben – obwohl ich grundsätzlich aufrückende Nachwuchsspieler natürlich gut finde.

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