Schmelzer bleibt – Löwe geht

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Die Winter-Transferphase verläuft 2013 bei Borussia Dortmund deutlich hektischer als gewohnt. Eine eilig organisierte Pressekonferenz mit einem strahlenden Rückkehrer, auf der noch schnell eine Vertragsverlängerung bekanntgegeben wurde – das war vorgestern. Gestern hatte der BVB dann einen weiteren Abgang zu vermelden – doch der Reihe nach.

Marcel Schmelzer hat seinen Vertrag bis Juni 2017 verlängert. Dass es dazu kommen würde, war aufgrund der Aussagen der Beteiligten erwartet worden. Jürgen Klopp und Michael Zorc haben bereits einen Großteil der Meisterspieler von 2011 und 2012 langfristig an den Verein gebunden und arbeiten weiter daran, die Mannschaft im wesentlichen zusammenzuhalten. Mich persönlich hat Schmelle erst in dieser Spielzeit voll überzeugt. Inzwischen ist er ein wichtiger Bestandteil des Teams, hat eine bemerkenswerte Stabilität erreicht. Der vollkommene Außenverteidiger, der sich vorne wie hinten durchsetzen kann, wird er jedoch nicht mehr werden.

Zur dritten Personalie der letzten Tage existiert nicht nur ein zeitlicher Zusammenhang. Spätestens mit der langfristigen Verlängerung von Schmelzer muss für den anderen Dortmunder Linksverteidiger Chris Löwe klar gewesen sein, dass er sich keine Hoffnungen auf einen Stammplatz machen können würde, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert. Denn selbst als Schmelle noch nicht überzeugte wie zuletzt, bekam der Ex-Chemnitzer keine Einsatzzeiten. Genausowenig als Schmelzer in dieser Saison im Derby ausfiel. Nun hatte Löwe wohl das Gefühl, lange genug gewartet zu haben und ergriff die Chance, zum Tabellendritten der zweiten Liga, dem 1.FC Kaiserslautern, zu wechseln. Dort unterschrieb er einen Vertrag bis 2016, die Ablöse soll 500.000 Euro betragen.

Ohne natürlich den vollständigen Einblick zu haben, konnte ich Jürgen Klopps Haltung zu Löwe zuletzt – und insbesondere im Derby – nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht benötigte Marcel Schmelzer die absolute Rückendeckung durch den Trainer, um zu der Stabilität zu gelangen, die ihn jetzt auszeichnet. Vielleicht hätte sich aber auch Löwe besser entwickelt, wenn er ein paar Spiele mehr bekommen hätte. Möglicherweise ist es einfach ein Fall von „des einen Freud, des anderen Leid“.

Tatsache ist, dass sich bei der Borussia nun hinten links eine Baustelle aufgetan hat, die man vermutlich besser im Sommer hätte bearbeiten können. Keinen Ersatz für Löwe zu holen, wäre angesichts des Aufgabenspektrums ein hohes Risiko, das nicht mit dem Vorgehen des Vereins bei Nuri Sahin korrespondiert – auch wenn das ein Sonderfall gewesen sein mag. Ob Kevin Großkreutz auch in Topspielen einen vollwertigen Linksverteidiger abgeben würde, ist zweifelhaft – die Option, Oliver Kirch auf die andere Seite zu versetzen, auch nicht vertrauenserweckender. Es ist wahrscheinlicher, dass sich der BVB erneut nach einem Back-up für Schmelle umsieht. Die Frage, ob das ein gestandener Spieler ohne große Ambitionen oder eher ein hungriger Nachwuchsmann sein sollte, muss in erster Linie Jürgen Klopp beantworten. Die finanziellen Mittel für einen solchen Spieler sollten jedenfalls vorhanden sein.

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