TV-Tipp: „Wem gehört der Fußball?“

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(Updated) Sämtliche relevanten deutschen Fußball-Sender – ARD, ZDF, Liga total!, Sky, und Sport1 – schalten sich in die Debatte um Fankultur und Fangewalt ein und starten die etwas sperrig betitelte Initiative „100 Prozent das Spiel – 0 Prozent Gewalt“, die sich gegen „die zunehmende Gewalt im Stadion“ stellt. Man kann die Medien zwar mit vollem Recht für ihre Rolle als ‚Durchlauferhitzer‘ für immer neue Sensationsmeldungen kritisieren, doch in diesem Fall sollte man auch anerkennen, dass hier anscheinend versucht werden soll, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen.

Mit einer Diskussionsrunde bei Phoenix startet heute Abend die eingehendere Berichterstattung zur Fandebatte, die in den nächsten Monaten auf alle beteiligten Sender ausgeweitet werden soll. „Wem gehört der Fußball“ – dieser Frage stellen sich ab 22 Uhr die auf dem Papier nicht uninteressanten Gäste: DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, der sich bisher Mühe gegeben hat, offen auf die Fans zuzugehen, Philipp Markhardt von der Initiative „Pro Fans“, WDR-Sportchef Steffen Simon und der Innenminister von Baden-Württemberg Reinhold Gall (SPD). Zu viel sollte man sich von der Runde trotzdem nicht erwarten – es wird wohl auch von den Fragen und der Gesprächsführung durch Moderatorin Christina von Ungern-Sternberg abhängen, ob da Mehrwert hängen bleibt.

Der Versuch ist sicher löblich – man kommt allerdings etwas ins Grübeln, wenn man den Titel der vorausgehenden halbstündigen Dokumentation (ab 21.30 Uhr) liest: „Dritte Halbzeit Randale„. Auch dort sollen Beteiligte von allen Seiten zu Wort kommen; anscheinend dreht sich der Film um die Frau des Fahrers eines Nürnberg-Fanbusses, der an einer Autobahn-Raststätte von Bayern-Fans attackiert wurde. Die Frau verlor durch einen Flaschenwurf ein Auge – der Fall ging als einer der brutalsten Fan-Übergriffe durch die Medien.

In jedem Fall ist es richtig, dass nach dem Ende des Stimmungsboykotts auf einer anderen Ebene weiterdiskutiert wird – hoffen wir, dass es nicht nur auf dem Papier ausgewogen zugeht.

UPDATE: Nun ja. Das Niveau der Doku bewegte sich auf dem ihres Titels und die einstündige Diskussion danach wurde sogar mir zu lang. Da weiß man gleich wieder, um was es wirklich geht: das nächste Wochenende.

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