The beautiful game

Standard

1. Bundesliga, 18. Spieltag / Werder Bremen 0 BVB 5

icon_spielberichtfinalWir konzentrieren uns nur auf das nächste Spiel – was passiert, wenn jemand diese vermeintliche Floskel konsequent umsetzt, haben wir gestern in Bremen gesehen. Es wirkte, als habe Jürgen Klopp seit dem 20. Dezember jeden einzelnen Tag der Winterpause nur an dieses eine Spiel gedacht und als hätten seine Spieler diese Gedanken spätestens seit Jahresbeginn komplett internalisiert.

All das, was Klopp für verbesserungswürdig hielt, funktionierte gestern deutlich besser als bei dem ein oder anderen Unentschieden in der Hinserie. Die Abwehr war zu beinahe jedem Zeitpunkt hellwach: Mats Hummels war nicht nur in der Verteidigung sehr präsent, sondern trieb das Spiel der Schwarz-Gelben mit seinen Vorstößen so effektiv an wie man es selbst bei ihm selten gesehen hat. Felipe Santana fügte sich nahtlos ein und traf mit einem schönen Kopfball selber zum 3:0. Die Außenverteidiger machten ebenfalls tolle Jobs: Piszczek hatte Elia weitestgehend sehr gut im Griff; auf der anderen Seite hatte Schmelzer defensiv weniger zu tun, war daher oft vorne anzutreffen und dabei ungewohnt effektiv.

Das dadurch mögliche lebendige Flügelspiel haben wir in der Hinserie selten so überzeugend gesehen wie gestern. Auch Marco Reus, der über rechts kam, harmoniert immer besser mit Kumpel Mario – das war feinste Fußballkost, was die beiden zeitweise boten, wobei Götze in seiner zentralen Position noch auffälliger war. Reus traf allerdings mit einem direkten Freistoß zum 1:0 und offenbarte damit ein weiteres Feld, auf dem sich der BVB im Vergleich zu den letzten Partien deutlich steigern konnte: die Standards. „Nachdem ich vier, fünf Dinger in der Hinserie weit über das Tor geschlagen habe, habe ich in der Winterpause daran gearbeitet“, erklärte Reus. Und manchmal zahlt sich sowas eben aus. Zusätzlich traf auch noch Felipe mit besagtem Kopfball nach einer Ecke.

Die perfekte Chancenverwertung gibt es bei Spitzenteams nur ganz selten. Aber auch hier hat sich die Borussia gestern verbessert gezeigt. Beim Stand von 3:0 wurden die nachlassenden Bremer mit zwei weiteren Toren nach schnellen Angriffen konsequent bestraft. Früher war die Abseitsfalle die beste Waffe der Bremer Defensive – auch darauf scheint Klopp seine Spieler im Vorfeld des Spiels bestens eingestellt zu haben, denn Lewandowski und Blaszczykowski verhielten sich in dieser Hinsicht bei den Toren vier und fünf sehr umsichtig. Werder versuchte lange mitzuspielen, zeigte auch immer wieder Ansätze, aber es mangelte den Gastgebern – wie schon vermutet – ohne Arnautovic an Durchschlagskraft.

In der 84. Minute kam Nuri Sahin für Kehl ins Spiel und zu seinen ersten Pflichtspiel-Minuten nach seiner Rückkehr. Von 6000 Auswärtsfans wurde er im Weserstadion begeistert empfangen und fügte sich beim Stand von 4:0 problemlos in die Mannschaft ein. Wahrscheinlich wird er dennoch zunächst die Aufgabe haben, die Stammspieler zu Höchstleistungen anzutreiben. Ilkay Gündogan machte gestern ein starkes Spiel und Blaszczykowski eine knappe Viertelstunde nach seiner Einwechslung sogar ein Tor.

Eine großartige Partie zum Rückrundenauftakt also, vermutlich die beste, die die Schwarz-Gelben je in Bremen geboten haben. Jetzt werden sie sich ein wenig erholen und dann wieder an das nächste Spiel denken. Ausschließlich. Am Freitagabend geht es bereits weiter: Zuhause gegen Nürnberg. Vielleicht werde ich dann Dembowski wieder treffen und während des Spiels ein Bier mit ihm trinken. Auch wenn ich seinem Fünf-Kronen-Ritual nicht folgen mag.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Santana, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Kehl (84. Sahin) – Reus (71. Blaszczykowski), Götze (76. Bender), Großkreutz – Lewandowski. Gelbe Karten: Santana, Götze. Tore: Reus, Götze, Santana, Lewandowski, Blaszczykowski

Advertisements

Ein Gedanke zu “The beautiful game

  1. Tolles Spiel, Lewandowski übt jetzt übrigens auch Freistöße und das kann also nur bedeuten, dass er auch verlängern wird. Da haben wir schon eine richtig gute Auswahl mittlerweile. Was aber nicht geht, mir jetzt auch noch so in den Rücken zu fallen. Grüße: Dembowski

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s