Elf Gewinner sollt ihr sein

Jürgen Klopp bittet das Publikum im ausverkauften Westfalenstadion am Samstag um eine „Vitaminspritze durch Lautstärke“ – so hoch ist derzeit der Krankenstand bei Borussia Dortmund. Es soll sich auch keinesfalls um die Länderspiel-Krankheit handeln, die etwa Mario Götze, Marco Reus und Marcel Schmelzer erwischt hat. Vor dem Heimspiel gegen den HSV sind nach des Trainers Angaben in der heutigen Pressekonferenz sechs Spieler fraglich – zusätzlich zum Langzeitverletzten Patrick Owomoyela. Bei Schmelzer und Kevin Großkreutz sieht es am schlechtesten aus: Beide sind erkrankt und konnten auch am Donnerstag nicht trainieren. Weidenfeller, Piszczek, Reus und Götze sollten zumindest individuell arbeiten.

Der Trainer ist zuversichtlich, dass er für die Begegnung elf Spieler zusammen bekommt – doch dürften diese elf unter der Woche recht wenig miteinander trainiert haben. Spannend könnte die Besetzung der Linksverteidiger-Position werden, wenn Schmelle und Großkreutz wirklich ausfallen. Dann wird sich zeigen, ob Klopp dem jungen Halstenberg vertraut, der nach dem Abgang von Chris Löwe eigentlich in den Kader aufrücken sollte. Was in der PK komischerweise gar nicht angesprochen wurde: Bei so vielen unfitten Mittelfeldspielern und einem Auswärtsspiel in der Ukraine vor der Brust dürften die Chancen groß sein, dass Nuri Sahin sein Startelf-Debüt für den BVB gibt.

Das Hinspiel in Hamburg war nach dem Derby und der Partie gegen Düsseldorf der ärgerlichste Punktverlust der Saison. Man ließ sich von den Gastgebern auskontern und von Außenstürmer Heung-Min Son, dessen Gefährlichkeit sicher nicht nur mir schon vor dem Spiel bekannt war, bestrafen. Zuhause soll das nun selbstverständlich gerade gerückt werden, aber die Gäste haben sich seit dem 4. Spieltag im Mittelfeld der Liga etabliert und haben Tuchfühlung zu Platz 5 und 6. Neben dem weiterhin überzeugenden Son trifft nun auch der neue Stürmer Artjoms Rudnevs – fünfmal in den letzten sieben Ligaspielen.

Dennoch ist der HSV noch keine fertige Mannschaft und kann übermorgen ebenfalls nicht in Bestbesetzung antreten. Neuzugang Milan Badelj ist Stammspieler im Mittelfeld – ohne zuletzt zu überzeugen -, fehlt aber gelbgesperrt. Innenverteidiger Michael Mancienne fällt noch einige Wochen mit einem Bänderriss aus, so dass die Innenverteidigung wohl aus Bruma und Westermann bestehen dürfte. Für eine fitte Dortmunder Offensive sollte das eigentlich keine unüberwindbare Hürde sein, so dass die Form und der Fitnesszustand des Wieder-Nationaltorhüters Adler eine entscheidende Rolle spielen könnten.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die von Klopp geforderte Vitaminspritze von den Rängen tatsächlich gesetzt wird. Zwei emotionale Fanlager in einem vollen Stadion – es könnte eine Partie werden, die zumindest von der Atmosphäre her die am vergangenen Sonntag übertrifft.

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