Die Party geht weiter

Champions League, Achtelfinale / Shakhtar Donezk 2 BVB 2

icon_spielberichtfinalLeider fiel bereits vor der Champions League-Partie in der Donbass-Arena ein Schatten auf den sportlich schönen Fußball-Abend, als bekannt wurde, dass auf dem Flughafen der Stadt eine Chartermaschine abgestürzt war, es Tote und Verletzte gegeben hatte. Als der Ball nach einer Schweigeminute rollte, sahen die Fans – darunter rund 2.000 Schwarz-Gelbe – ein sehr unterhaltsames Spiel, in dem der BVB an seine in der Gruppenphase gezeigten Leistungen anknüpfen konnte. Die Mannschaft hat sich ganz offensichtlich sehr mit diesem Wettbewerb angefreundet und es macht Riesenspaß, ihr bei ihren Auftritten zuzuschauen.

Wenn man in der Ukraine bei einem internationalen Top-Club auf einem halben Kunstrasenplatz die bessere Mannschaft ist, die Partie lange Zeit bestimmt und 17:8 Torschüsse in der Bilanz stehen, dann hat man sehr viel richtig gemacht. Dass es ein paar wenige Fehler in der Defensivarbeit gab, die Donezk effektiv nutzte, muss man akzeptieren. Über weite Strecken machten Sebastian Kehl und der am Samstag auf ungewohnter Position noch so unglückliche Sven Bender die Mitte gut dicht. Und die zwei echten Außenverteidiger Schmelzer und Piszczek brachten die nötige Ausgeglichenheit in die Borussen-Defensive.

Klar, der Freistoß vor dem 0:1 war vermeidbar. Felipe Santana trat dem mit dem Rücken zum Tor stehenden Luiz Adriano unnötigerweise gegen die Wade. Der Freistoß von Srna aus gefährlicher Position, etwa 22 Meter vom Kasten entfernt, war recht zentral geschossen und vielleicht nicht unhaltbar – aber doch eher aus der Kategorie „kann man haben, muss man aber nicht“. Beim erneuten Rückstand in der zweiten Hälfte unterschätzte Hummels einen langen Ball und stimmte sich nicht richtig mit Schmelle ab. Doch es brauchte immer noch einen ziemlich genialen Seitfallzieher aus der Drehung vom frisch eingewechselten Douglas Costa, um Abwehr und Torwart Weidenfeller zu überwinden. Lewandowski verpasste wenig später bei einem ähnlichen Versuch auf der anderen Seite knapp einen Doppelpack.

Die Mannschaft zeigte gestern jedoch noch, dass sie immer in der Lage ist, nach Rückschlägen zurückzukommen – wenn alle Positionen adäquat besetzt sind. Das Happy End war perfekt, als in der 86. Minute Mats Hummels nach einer Schmelzer-Ecke das 2:2 köpfte – nach dem Fehler der beiden zuvor und Mats‘ Kopfball an die Latte in der ersten Halbzeit. Dokumentarfilmstar Howard Webb hat sich im übrigen für seine Spielleitung ein Lob verdient – die war nämlich, Klischee hin oder her, zurückhaltend-britisch gut.

Rein sportlich gesehen war das wieder großes Kino gestern. Die Ausgangsposition für das Rückspiel in drei Wochen ist gut, aber auf dem Niveau, auf dem der Wettbewerb inzwischen angekommen ist, nicht sicher. 90 spannende Minuten in Dortmund sind nicht ausgeschlossen. Die gute Nachricht am Donnerstag: Für das Ligaspiel am Samstagabend gegen die Eintracht sind bisher keine neuen Verletzten zu vermelden. Jürgen Klopp ließ offen, ob Neven Subotic in die Startelf zurückkehren wird – doch die letzten Auftritte von Santana sprechen eher dafür. Was den Sturm ohne Lewandowski angeht, wollte sich der Trainer noch nicht in die Karten schauen lassen, doch es gibt eigentlich keinen Grund, nun Schieber eine echte Chance zu verweigern. Ilkay Gündogan bleibt wohl mindestens bis zum Abschlusstraining Wackelkandidat. Party on!

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Santana, Hummels, Schmelzer – Kehl, Bender – Blaszczykowski (80. Leitner), Götze, Reus (90. +1 Schieber) – Lewandowski. Tore: Lewandowski, Hummels

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3 Gedanken zu “Die Party geht weiter

  1. Im Großen und Ganzen kann man wohl mit dem Unentschieden gut leben. Das Rückspiel wird auf jeden Fall sehr spannend und ich freue mich live im Stadion mit dabei zu sein.

    Ein wenig Sorgen bereitet mir unsere zweite Garnitur. Außer im defensiven Mittelfeld in dem wir annähernd gleichwertig besetzt sind, sehe ich auf allen anderen Positionen ein starkes Gefälle. Tele Santana ist zwar ein guter, doch häufen sich seine Schnitzer von Spieltag zu Spieltag.

    Würde mich sehr wundern wenn Kloppo, Schieber keine Chance gewährt.. Könnte mir aber auch Götze oder Reus in der Spitze vorstellen, mit einem Gündogan/Leitner auf der Zehn und Sahin dahinter..

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