Mittelstürmer mit Zukunft

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(Updated) Nicht erst seit Borussia Dortmund aufgrund von Platzverweisen die Stürmer ausgehen, wird in Fußball-Deutschland diskutiert, ob das Spielsystem der Zukunft nicht ohne den klassischen zentralen Angreifer auskommt. Erst stellten viele Clubs auf Taktiken mit einem Mittelstürmer plus höchstens einer hängenden Spitze um. Nun wird gar über das Ende der Position spekuliert – weil es der FC Barcelona so erfolgreich vormacht. Was an diesen Gedanken ist innovativ, was ist Hype? Ist es in Wirklichkeit nicht so, dass weiter teils händeringend nach treffsicheren Stürmern gesucht wird? Weil die Teams deutlich disziplinierter und engagierter verteidigen als früher? In jedem Fall sind torgefährliche Einzelkönner gefragt – die braucht Barca wie der BVB.

Ähnlich, nur in anderen Worten, antwortete Jürgen Klopp gestern in der Pressekonferenz zum Gladbach-Spiel auf eine Journalisten-Frage. Der Stürmer ist also kein Auslaufmodell und so kam die Frage nach einer ganz neuen Aufstellungsvariante für die Partie am Sonntag auf: Der 22-jährige Ungar Balint Bajner, seit Anfang September im Kader der U23, könnte vorne im Zentrum sein Profi-Debüt für die Borussia geben. Mit 1,95 Meter Körpergröße ist er ein klassischer Mittelstürmer, wie man ihn sich vorstellt. Bisher stehen bei ihm aus elf Drittligaspielen vier Tore zu Buche.

Sonderlich wahrscheinlich ist diese Variante nicht. Es ist eher zu erwarten, dass Marco Reus ganz nach vorne rückt – entweder im erprobten 4-2-3-1 oder in einer Art 4-3-3 oder 4-2-1-3. Für den Mann aus der zweiten Mannschaft könnte sprechen, dass der Einsatz von Jakub ‚Kuba‘ Blaszczykowski wegen einer Muskelverhärtung fraglich ist. Andererseits könnte der auch durch Leonardo Bittencourt ersetzt werden. Die Aufstellung dürfen wir jedenfalls mit Spannung erwarten. Mal wieder einem jungen Mann aus dem Nachwuchs eine Chance zu geben, hätte schon Charme.

Obendrein wird der Gastgeber vom Sonntag ebenfalls nicht in Bestbesetzung auflaufen. Mit Patrick Herrmann fehlt auch der anderen Borussia ein wichtiger Spieler wegen einer (Gelb-)Sperre. Juan Arango, neben Herrmann der Star der Mannschaft, wird dagegen wie bei nahezu jedem Auftritt Gefahr verbreiten. Obwohl er – für Außenstehende kaum zu glauben – ein Tor weniger als Herrmann geschossen hat. Doch man braucht sich nur das unglaubliche 3:2 aus dem Europa League-Hinspiel gegen Lazio in Erinnerung zu rufen, wenn es noch eines Beweises für Arangos Klasse bedarf.

Ansonsten spielt Mönchengladbach so ziemlich die Saison, die man aufgrund der gravierenden Zu- und Abgänge erwarten konnte. Lucien Favres neue Jungs haben Klasse, allerdings doch etwas weniger als im Vorjahr. Und einigen Akteuren fehlt – was auch sonst – die Konstanz. Das letztendlich doch deutliche Ausscheiden aus dem Europapokal am Donnerstag müsste sich bei einer gefestigten, eingeschworenen Elf nicht unbedingt negativ auswirken – dass Gladbach schon so weit ist, darf zumindest bezweifelt werden. Ob die größere Zahl der Ausfälle bei Schwarz-Gelb die Müdigkeit der  Grün-Weißen aufwiegt? Zu rechnen ist mit einem lebendigen Spiel in einer eben solchen Atmosphäre – allerdings nicht mit einer Generalprobe für das Pokalspiel.

UPDATE: Juan Arango wird wegen seiner in Rom erlittenen Verletzung für die Partie gegen den BVB ausfallen. Macht die Sache für die Schwarz-Gelben etwas einfacher, wenn man ehrlich ist.

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