Entschieden halb voll

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Champions League, Viertelfinale / FC Malaga 0 BVB 0

icon_spielberichtfinalWar das 0:0 aus „La Rosaleda“ nun ein sehr bitteres Ergebnis, wie Mario Götze meinte, ist es „okay“ (Sebastian Kehl), kann man damit „zufrieden sein“ (Roman Weidenfeller) oder war das Spiel sogar „sehr gut“ (Michael Zorc, Hans-Joachim Watzke)? Irgendwie stimmt das je nach Perspektive natürlich alles, doch sollte man zuallererst festhalten, dass die Borussia im CL-Viertelfinale auswärts ein Unentschieden geholt und dabei über weite Strecken sehr gut gespielt hat.

Dass Mario Götze den Spielverlauf ein wenig negativer bewertet als Roman Weidenfeller ist keine Überraschung. Schließlich fiel bei dem 20-jährigen besonders auf, was die Schwarz-Gelben in Andalusien hauptsächlich vermissen ließen: eine konsequente Chancenverwertung. Jürgen Klopp hat dafür eine noch passendere Umschreibung gefunden, die „Klarheit vor dem Tor“. Nicht nur die drei von Mario vergebenen großen Gelegenheiten illustrierten, was der Trainer meint – auch Torjäger Lewandowski muss in dem Zusammenhang genannt werden. Während sein verrutschter Schuss fast vom Elfmeterpunkt ebenso passieren kann wie die von Torwart Willy gut vereitelte zweite Götze-Chance, dürfte es sich lohnen, die anderen Großchancen per DVD mit der Mannschaft noch mal ausführlich zu analysieren. Der erste Schuss von Mario war schlicht zu schwach; in anderen Szenen fehlte am Schluss der Blick für den Mitspieler.

Dennoch war es beeindruckend, wie der BVB nach einigen Minuten ins Spiel kam und es über weite Strecken dominierte. Eine wacklige Phase in der ersten Hälfte schrieb Klopp in der Pressekonferenz nach der Partie der Tatsache zu, dass sich die Spieler durch die vergebenen Chancen aus der Ruhe bringen ließen. Es lag aber genauso an den im Mittelfeld sehr engagierten und ballsicheren Gastgebern, die ganz vorne jedoch weniger zustande brachten, als man von einer Heimmannschaft erwartet hätte. Schön zu sehen, wie gut die Defensive der Borussia fast immer stand. Auch Felipe Santana, auch der ‚Maskenmann‘ Marcel Schmelzer, der nur einmal bei einem schnellen Angriff der Spanier über den Flügel die Orientierung verlor.

Das Hinspiel hat gezeigt, dass es dem BVB auch gegen eine im Vorfeld als sehr kompakt und defensivstark beschriebene Mannschaft gelungen ist, eine Reihe von Gelegenheiten herauszuspielen – durch schnelle Kombinationen, das bekannte Rezept der Schwarz-Gelben. Natürlich kam es dabei auch gestern zu Fehlpässen, doch es war zu sehen, dass die Jungs bei voller Konzentration schwer aufzuhalten sind. Deswegen können wir dem Rückspiel im Westfalenstadion optimistisch entgegenblicken: Auch dort werden sich die Chancen ergeben. Und Lewy oder Marco Reus oder sogar Mario Götze werden wieder treffen.

Natürlich ist ein 0:0 im Europapokal auch ein „gefährliches Ergebnis“ (Sebastian Kehl). Doch wer die gestrige Leistung und vor allem die weitgehend sichere Viererkette und den wie immer international bärenstarken Torwart gesehen hat, kann guten Gewissens zuversichtlich sein. Dem FC Malaga werden in Dortmund zudem Innenverteidiger und Kapitän Weligton sowie Mittelfeldspieler Iturra gelbgesperrt fehlen. Dagegen könnten der Borussia Kuba und sogar Mats Hummels wieder zur Verfügung stehen. Was alles nicht heißen soll, dass das Rückspiel nicht mehr vollkommen offen wäre – doch das metaphorische Glas ist trotz fehlendem Auswärtstor mindestens halb voll.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Santana, Schmelzer – Gündogan, Kehl (80. Bender) – Reus (69. Schieber), Götze (90. +2 Kirch), Großkreutz – Lewandowski. Gelbe Karte: Großkreutz

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