Dortmund ist Meister

Das wäre also geklärt: Deutscher Meister ist nur der BVB – bis zum 18. Mai gegen 17.20 Uhr. Eurosport erinnerte dankenswerterweise daran, dass sich der Gewinner der laufenden Bundesligasaison erst nach deren Abschluss Meister nennen darf, selbst wenn die Schale schon zuvor überreicht wird. „Meister der Runde ist, wer nach Durchführung aller Spiele die meisten Gewinnpunkte erzielt hat“, zitiert die Website die Spielordnung der DFL. Und selbst, wenn der Vorsprung der Bayern uneinholbar erscheint – es könnte noch so einiges passieren: Punktabzüge wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten, böser Fans etc.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der FCB den BVB am 18. Mai ablöst, ist jedoch ziemlich groß. Die Meisterschaft wäre allemal verdient, aber natürlich keineswegs überraschend. Zu würdigen ist weniger, dass die Bayern Meister werden, sondern wie sie es werden. Sie sind in dieser Spielzeit einfach immens stark, siegen in Serie, haben taktisch dazugelernt und durch den Erfolg – oder möglicherweise auch die bitteren Niederlagen der letzten Saison – zu einer früher so nicht vorhandenen mannschaftlichen Geschlossenheit gefunden. Viele Rekorde werden fallen oder sind bereits gefallen. Dass sich Uli Hoeneß in seinem Meister-Fazit dann auch noch für die Scheckbuch-Transferpolitik des Vereins selbst lobt, ist allerdings deutlich überzogen.

20 Punkte Vorsprung hat der FC Bayern nach dem 28. Spieltag weiterhin vor dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Sportlich ist das nicht mehr aufzuholen. Die Schwarz-Gelben müssen sich trotzdem für kaum etwas rechtfertigen – es ist eine Rekordsaison der Bayern und nicht die Schwäche des BVB, die den Roten zu ihrem nächsten Titel verhelfen wird. Mit dem Erreichten können wir bisher mehr als zufrieden sein – mit ein bisschen Losglück wäre auch im Pokal noch mehr drin gewesen. Dass es in der Liga nicht Jahr für Jahr bis zum Ende um den Titel gehen würde, war abzusehen. Die Borussia hat in den letzten Jahren Großes geleistet, aber befindet sich noch in der Entwicklung, wie Jürgen Klopp zu Recht immer wieder betont. Der nächste Schritt könnte bereits am Dienstag gelingen.

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4 Kommentare

  1. Größtenteils stimme ich dir zu, aber in einem Punkt würde ich doch etwas widersprechen. Du schreibst „es ist eine Rekordsaison der Bayern und nicht die Schwäche des BVB, die den Roten zu ihrem nächsten Titel verhelfen wird“. Die Bayern spielen fraglos eine super Saison und werden demnach auch verdient Meister. Aber dieser Durchmarsch wurde schon extrem begünstigt dadurch, dass der BVB in vielen Ligaspielen nicht die volle Konzentration hatte und unnötig Punkte gelassen hat (z.B. die beiden Spiele gegen HSV, Fortuna Düsseldorf, Frankfurt in der Hinrunde – und da fallen einem sicher noch mehr ein). Es gab zahlreiche Spiele, die der BVB in der letzten Saison sicher noch gewonnen hätte und in dieser Saison verschenkt hat, weil die Konzentration nicht da war oder man sich in den Zweikämpfen den Schneid abkaufen lassen hat.

    Zwar wären die Bayern wohl dennoch Meister geworden, auch wenn Dortmund stärker gewesen wäre. Aber sie wären es nicht mit so einem deutlichen Abstand geworden und wohl auch nicht so früh. ;)

    Aber die nächste Saison kommt bestimmt! Und wie du schon schreibst, der BVB ist noch in der Entwicklung. Und ich bin zuversichtlich, dass sie die Dreifachbelastung nächste Saison schon wieder ein Stückchen besser managen werden. Jetzt erst mal Daumen drücken am Dienstag!

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  2. Wie du im zweiten Absatz schreibst: Die Bayern wären sowieso Meister geworden, weil sie in dieser Saison zu gut waren, sich ihre Dominanz auch zurückgekauft haben.

    Ich finde eben, bei uns war zu erwarten, dass nicht eine dritte perfekte Saison in der Liga gelingen würde. Klar, ich habe mich auch richtig geärgert über die Spiele gegen Düsseldorf und zuhause gegen den HSV. Und natürlich über Klopps Taktik im Derby in Dortmund. Aber diese Unkonzentriertheiten hatten auch mit dem Saisonziel zu tun: Der Fokus lag schon darauf, in der Champions League besser abzuschneiden. Was eindrucksvoll gelungen ist. Dass es in der Liga ein paar unnötige Punktverluste gab, ist sicher keine reine Kopfsache gewesen – die Jungs hatten sich halt auch physisch in der CL verausgabt, es war vielleicht eine Mischung aus beidem und der Tatsache, dass der Kader eben nicht so dicht besetzt ist wie der der Bayern. Da hat Uli Hoeneß schon recht. Woran das wohl liegt, Uli?

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  3. […] Der FC Bayern München ist seit dem vergangenen Wochenende nicht nur Rekordmeister, sondern hat auch eine Rekordsaison abgeliefert. Wie beeindruckend die Spielzeit für die Bayern gelaufen ist, hat Torsten herausgearbeitet: Hut ab, Bayern München, Jupp Heynckes! Aber trotz allem Jubels: Deutscher Meister ist aktuell immer noch Borussia Dortmund, weiß Nick: Dortmund ist Meister […]

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