Drei Antworten zu Sokratis

BVB-Neuzugang Sokratis Papastathopoulos hat in den letzten zwei Jahren für Werder Bremen gespielt. Das sollte den meisten Lesern bekannt sein. Sein Arbeitgeber legte in dieser Zeit zwei Spielzeiten hin, die sich qualitativ um einiges unterschieden. Man kann sicher argumentieren, dass in der Saison 2011/12, als Bremen mit 42 Punkten im Niemandsland der Tabelle auf Platz 9 landete, schon einige der Probleme sichtbar wurden, die nun zum Absturz auf Platz 14 mit 34 Punkten führten. Doch es fällt angesichts dieser abweichenden Endresultate von außen schwer, die Qualitäten der Mannschaft im Detail zu beurteilen.

Natürlich soll es hier vor allem um die Qualität des Abwehrspielers Sokratis gehen. Da ich mich für nicht kompetent halte, dazu mehr als Allgemeinplätze beizusteuern, habe ich jemand gefragt, der sich viel besser auskennt. Tobias Singer ist Werder-Fan, schreibt über den Verein in seinem Blog „Meine Saison mit dem SVW“, spricht darüber beim Fußball-Stammtisch „Grünweiß“ und war auch schon mehrere Male beim Fußballblogger-Podcast „Blogspot360“ von Sportradio360 dabei. Drei Fragen von mir und drei Antworten von Tobias zu unserem Neuen!

Sokratis geht zum BVB. Was war dein erster Gedanke, als du davon gehört hast?

Es war ja schon lange ein offenes Geheimnis, dass Sokratis in diesem Sommer gehen wird, von daher hatte ich schon länger Zeit, mich auf seinen Abgang einzustellen. Ich hätte eher gedacht, dass er nach Leverkusen geht, aber ich kann mir vorstellen, dass er besser nach Dortmund passt als Spielertyp. Das war eigentlich auch mein erster Gedanke.

Was sind die Qualitäten und Schwächen von Sokratis – und was seine beste Position?

Seine beste Position ist die Innenverteidigung. In seinem ersten halben Jahr bei Werder hat er als Rechtsverteidiger gespielt und dort gute Leistungen gebracht, aber in der Innenverteidigung sehe ich ihn trotzdem noch stärker. Seine Qualitäten liegen ganz eindeutig im Zweikampf, im Stellungsspiel und in seiner Einstellung. Sokratis ist ein unglaublich bissiger Spieler, der sich in direkten Duellen mit seinen Gegenspielern am wohlsten fühlt. Was er allerdings nicht gut kann, und daran hatte letztlich auch Werder in der abgelaufenen Saison zu knabbern, ist eine Abwehr zu organisieren und seine Mitspieler zu führen. In manchen Situationen fehlt ihm auch etwas taktisches Geschick. Er ist taktisch schon gut ausgebildet, aber er lässt sich manchmal zu sehr von seiner kämpferischen Einstellung treiben.

Für Jürgen Klopp wird es angesichts des größeren Umbruchs beim BVB darauf ankommen, die recht große mannschaftliche Geschlossenheit und Harmonie zu bewahren. Wenn man das so plakativ sagen kann – wie gut hat sich Sokratis bei Werder eingefügt?

Er hat sich gut eingefügt, aber man merkte ihm schon an, dass er sehr ehrgeizig ist und mit Werders Situation unzufrieden war, weil er unbedingt international spielen will. So gesehen ist Dortmund ein Quantensprung für ihn und er wird sicherlich alles dafür tun, sich irgendwie ins Team zu spielen und auf höchstem Niveau zu beweisen. Ich glaube nicht, dass ihr mit ihm irgendein Problem haben werdet. Er ist eigentlich wie gemalt für einen Trainer wie Jürgen Klopp. Problematisch könnte es nur werden, wenn der BVB sportlich eine Entwicklung nimmt, wie Werder in den letzten drei Jahren. Aber dann wäre ein unzufriedener Sokratis wohl euer kleinstes Problem.

Danke fürs Mitmachen, Tobias! Und für mich hört sich das nach einer sehr guten Ergänzung zu Mats und Neven an.

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