Das Schweigen hat ein Ende

Zeit, die Stille zu beenden. Wenn Sportdirektor und Geschäftsführer von Borussia Dortmund bereits wieder eifrig mit dem Boulevard sprechen, ohne wirklich Substanzielles zu sagen, obwohl beinahe Mesut Özil beim BVB gelandet wäre, dann kann man wirklich nicht länger schweigen. Obwohl die Gerüchte genauso ermüden wie die immer aufgeregtere Diskussion über den angeblichen Transferstau am Rheinlanddamm.

Zugegeben, ich habe nicht damit gerechnet, dass der Kauf von Sokratis am letzten Juni-Wochenende immer noch die einzige BVB-Neuverpflichtung sein würde. Selbst der FC Schalke hat mit Adam Szalai schon einen veritablen Stürmer geholt und vermarktet ansonsten vor allem das Bleiben ’seines Jungen‘ Julian Draxler. Doch die Borussia teilt derzeit nur das Problem aller Vereine, die schnell zu viel Geld gekommen sind: Jeder will möglichst viel davon ab haben.

Warum man sich dennoch keine Sorgen zu machen braucht: Neben der Kompetenz der drei für die Transferpolitik Hauptverantwortlichen macht der BVB einfach einen guten Eindruck. Vielleicht nicht in erster Linie auf die absoluten Superstars, aber sicher auf hochtalentierte Spieler, die sich bereits einen Namen gemacht haben und nun den nächsten Schritt machen wollen – in die Champions League, mit einem begeisterungsfähigen Publikum und ordentlicher Bezahlung.

Spieler wie Henrikh Mkhitaryan? Der kommt aus einem noch fußballexotischeren Land (Armenien) als seinerzeit Shinji Kagawa, hat jedoch mit Shakthar Donezk bereits Champions League gespielt, zuletzt gegen die Borussia. Er würde dem ‚Beuteschema‘ von Klopp und Zorc entsprechen: relativ jung, vielseitig einsetzbar, dazu noch torgefährlich. Mkhitaryan wäre natürlich auch ein nicht gerade billiges Wagnis – Donezk soll derzeit noch 30 Millionen Euro für ihn verlangen – doch hat er sich letzte Saison nicht nur in der ukraninischen Liga, sondern eben auch auf europäischer Bühen gut präsentiert. Wovon sich Klopp und Zorc selber überzeugen konnten.

Der englische „Independent“ berichtet nun, Mkhitaryan habe den um ihn werbenden Premier League-Clubs Tottenham und Liverpool abgesagt und favorisiere einen Wechsel nach Dortmund. Die Zeitung gehört zu den seriösen Blättern im Königreich, doch nicht nur dort lehnen sich die Sportjournalisten gewöhnlich weiter aus dem Fenster als ihre Kollegen aus den anderen Redaktionen. Trotzdem scheint diese Transferspekulation etwas mehr Substanz zu haben als manch andere, da Shakthar ja bereits den Eingang eines BVB-Angebots bestätigt hat. Und bei allem Klagen über den überhitzten Markt – andere sagen übrigens, er sei „ruhig“ – werden die Dortmunder Verantwortlichen sicher daran arbeiten, rechtzeitig zum Beginn der Saisonvorbereitung zumindest einen Neuen präsentieren zu können.

Sollte das nicht klappen, bleiben immer noch ein Monat Training und knapp zwei Monate Transferphase, um einen noch schlagkräftigeren Kader zu schaffen. Wer sich von den Fortschritten überzeugen will, kann das in den nächsten Wochen übrigens mehrmals bei Sport1 tun – da sind die Schwarz-Gelben in diesem Jahr anscheinend die Sommerlieblinge. Gleich drei Live-Übertragungen von Testspielen sind bereits angekündigt: Am Montag, 8. Juli um 17.30 Uhr zeigt der Sender den Auftritt beim FC Magdeburg, zwei Tage später, am 10. Juli um 19.25 Uhr die Partie FC Basel v BVB. Und am Samstag, 13. Juli, endet die schwarz-gelbe Woche mit dem Spiel gegen Bursaspor um 20 Uhr.

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3 Kommentare

  1. Fairerweise muss man aber auch sagen das Watzke & Rauball? mit ihren Aussagen selbst dazu beigetragen haben. Zuerst hieß es man werde deutlich investieren, sich in der Breite verstärken usw.
    Das ein Teil der Medien & Fans uns jetzt belächeln haben wir uns also teilweise selbst zuzuschreiben..
    Und für Mkhitaryan soviel Geld hinzulegen halte ich für sehr gewagt.. Im Endeffekt ist er ja jetzt nur eine weitere Notlösung. Habe die Spiele von Donezk in der CL nicht verfolgt, aber die Liga halte ich für nicht besonders stark.
    Wahrscheinlich bin ich einfach zu pessimistisch aber ich hatte mir mehr erhofft von den „Neuen“..

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  2. Ich gebe dir recht, dass es unnötig war, so große Töne anzustimmen. Das war natürlich auch dazu gedacht, die Fans nach den Götze- und Lewa-Querelen zu beschwichtigen. Andererseits: Watzke und Rauball haben nicht versprochen, dass bis zum Trainingsauftakt schon alle Neuen da sind. Ich glaube auch nicht, dass ein talentierter Profi, der sich im Urlaub nicht komplett gehen lässt, unbedingt die komplette Vorbereitung mit dem Kader absolvieren muss, um sich zu integrieren.

    Mkhitaryan ist ein Wagnis, klar. Ausgang offen, auch ob er überhaupt kommt. Aber er hat viel, was für ihn spricht. Anscheinend auch seien Charakter. Es wäre aber auch unrealistisch zu glauben, dass jetzt die gefragtesten Spieler wie Isco alle unbedingt zum BVB wollen, weil wir einmal im CL-Finale standen. Wir müssen weiterhin Kreativität beweisen. Eine Aubameyang ist mir zum kolportierten Preis lieber als ein Dzeko für das Doppelte plus deutlich höherem Gehalt.

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  3. Mmn ist es schon von Vorteil wenn der Kader zur Vorbereitung komplett ist, z.b. um bestimmte Automatismen einzuüben. Muss aber auch nicht zwingend von Nachteil sein.
    Bei Isco hatte ich die leise Hoffnung das vielleicht was geht, weil er sich mal in einem Interview geäußert hatte, das Real zwar ein toller Verein ist, das Wichtigste aber für ihn sei kontinuierlich zu spielen. Desweiteren hat er ja auch im Westfalenstadion gespielt und die Atmo mitbekommen. Naja, die Ablöse hätte man sicher stemmen können aber beim Gehalt? Für einen Spanier ist natürlich Real oder Barca das Beste was man erreichen kann, da war der Schritt nur logisch..
    Die Sache mit Dzeko seh ich ähnlich. Wenn er trotz seiner Schwärmerei für den BVB nicht von seinem zweistelligen Mio. Gehalt abrückt, dann kann er dem Verein auch gestohlen bleiben. Aubameyang scheint eine gute Quote vorzuweisen in den letzten 2 Jahren Ligue 1. Mkhitaryan ist momentan wohl die beste Option und das Thema Bernard ist wohl auch noch nicht ganz vom Tisch.

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