Eulen mit neuem Flügel

Aufbruchstimmung in einer der traditionsreichsten Fußballstädte der Welt: Sheffield. Nachdem Drittligist Sheffield United im Juni nach langer Suche in David Weir, ehemaliger Mitarbeiter von Neu-Man United-Coach David Moyes, einen neuen Trainer gefunden hatte, sind inzwischen die ersten Neuverpflichtungen getätigt worden und der Club hofft, erneut ein Wörtchen im Aufstiegsrennen mitreden zu können – ohne in der kommenden Saison der große Favorit zu sein.

Der große Lokalrivale hat es ein gutes Stück besser. Sheffield Wednesday hatte sich in der Saison 2011/12 auf Kosten von United auf den letzten Metern den direkten Aufstieg in die Championship gesichert. In die letzte Spielzeit war man überoptimistisch gegangen. Der ehrgeizige Klubbesitzer Milan Mandaric möchte die ‚Owls‘ so schnell wie möglich in der Premier League sehen und hatte wohl insgeheim zumindest mit den Play-Offs geliebäugelt. Doch am Ende, dem 46. Spieltag, ging es noch gegen den Abstieg, den Wednesday dann jedoch mit einem souveränen 2:0-Heimsieg über Middlesbrough verhinderte.

Mandaric stand schon mehreren englischen Vereinen vor und gilt als, sagen wir mal, schillernde und nicht allzu geduldige Persönlichkeit. Mit Aufstiegstrainer Dave Jones hat er in der abgelaufenen Saison jedoch Geduld bewiesen – wobei für 2013/14 die Maßgabe sein dürfte, deutlich besser abzuschneiden. Das Gute bei dem Klub aus Hillsborough: Viele glauben daran – vor allem können die Owls auf eine treue Fanbasis zurückgreifen, die zu den aktiveren Auswärtsfahrern der zweiten Liga zählt.

Dass Optimismus und Loyalität unter den Anhängern groß sind, bewies auch die für einen Zweitligisten beachtliche Zahl von etwa 15.000 Menschen, die den Fantag unter dem Motto „Owls in the Park“ besuchten. Dabei präsentierten sich alle Spieler in den ausgesprochen hübschen schwarz-gelben Auswärtstrikots. Natürlich bestand auch die Gelegenheit, den bisher einzigen Neuzugang zu begutachten, der es in sich haben könnte. Der in England groß gewordene 25-jährige Kongolese Jacques Maghoma wurde beim Viertligisten Burton Albion auf dem Flügel zum Fanliebling und entwickelte jede Menge Torgefahr. Nun muss er sich zwei Klassen höher beweisen – was ihm nicht nur Trainer Jones zutraut: Auch andere höherklassige Klubs waren an Maghoma dran.

Mehrheitlich positiv wird gewertet, dass sich mehrere Spieler zum Verein bekannt und einen neuen Vertrag unterschrieben haben, die zuletzt als Leistungsträger galten. Dabei sind beispielsweise die beiden Mittelfeldakteure Giles Coke und David Prutton Symbole für das Auf und Ab der letzten Saison. Beide waren zwischenzeitlich an unterklassige Klubs verliehen, um sich später wieder auf den Zettel von David Jones zu kämpfen. Auch der spanische Innenverteidiger Miguel Llera, der ähnlich wie Chelsea-Keeper Petr Cech immer mit Kopfschutz spielt, hatte eine Zeit lang seinen Stammplatz verloren, nur um ihn sich dann umso nachhaltiger zurückzuerobern.

Wie auch andere Vereine suchen die Owls zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nach weiteren Verstärkungen – nicht zuletzt im Sturm. Doch momentan herrscht Optimismus in Hillsborough – nicht zuletzt weil Maghoma der ideale zweite Flügel neben dem 23-jährigen Michail Antonio sein könnte.

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