Rekordtransfer: Mkhitaryan ist da!

Vor zwölf Jahren wechselte Marcio Amoroso für 25 Millionen Euro zu Borussia Dortmund und wurde in der Folge gleichzeitig zum Symbol des letzten Aufbäumens und des sich ankündigenden Niedergangs der Niebaum-Ära. 2013 toppen Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und Jürgen Klopp die damalige Ablösesumme und zahlen nach Angaben von Shakhtar Donezk 27,5 Millionen für Mittelfeldspieler Henrikh Mkhitaryan, der nun endlich als BVB-Spieler vorgestellt wurde. Fängt nun alles wieder von vorne an?

Man sollte den Gedanken nicht so schnell von der Hand weisen wie das jeder Schwarz-Gelbe nach den Erfolgen der letzten Jahre gerne tun würde. Natürlich steckt in Transfers dieser Größenordnung ein gewisses Risiko, wenn die sportlichen Ziele nicht erreicht werden, die auch in der kommenden Saison im Erreichen der Champions League bestehen dürften. Aufgrund der ohne Zweifel größeren Vernunft bei den heutigen Vereinsverantwortlichen würden sportliche Fehlentwicklungen sicher nicht wieder in der Beinahe-Insolvenz enden, doch ein warnendes Beispiel sollte Werder Bremen sein. Die sind wegen ihres durch vergangene Misserfolge erzwungenen Sparkurses ordentlich zurechtgestutzt worden.

Hätte man also mehr Geld zurücklegen sollen für schwere Zeiten? Das war auf dem Niveau, das der BVB erreicht hat, nach dem Götze-Verlust nicht vermittelbar. Es musste ein Ersatz her und der musste fast schon etwas kosten. In den letzten Jahren haben sich Zorc und Klopp bei Neuzugängen selten vertan, doch in den finanziellen Sphären, in denen sie sich jetzt bewegen, ist die Fehlertoleranz auch geringer.

Habe ich schon gesagt, dass ich trotzdem große Hoffnung habe, dass wir mit Mkhitaryan, Aubameyang und Sokratis drei starke neue Spieler haben, die dem BVB zweifellos neue Facetten geben werden? Gerade beim 24-jährigen Armenier sollte man dem Riecher von Klopp und Zorc vertrauen, selbst wenn Mkhitaryan nicht aus einer Top-Liga kommt – das haben sich unsere Verantwortlichen seit Shinji Kagawa verdient.

Doch die 27,5 Millionen Ablöse bedeuten auch, dass das von ‚Aki‘ Watzke genannte Budget weitgehend aufgebraucht ist. Selbst wenn möglicherweise erst mal ’nur‘ 25 Millionen fällig werden. Es kommt nun darauf an, ob und wie das restliche Geld verwendet wird. Manch einer scheint angesichts der Offensivkünstler schon wieder vergessen zu haben, welche Defizite die Borussia in der letzten Saison eigentlich hatte. Die lagen im Abwehrbereich und deshalb sollte der nächste Transfer ein vielseitiger Linksverteidiger sein – denn da sieht es nach Schmelle düster aus.

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3 Kommentare

  1. Diesem Kommentar kann ich leider nicht meine Zustimmung geben. Die Parallelen sind zu einfach gestrickt und werden der komplexeren Realität eines Fußballvereins nur mit Abstrichen gerecht.

    Zum einen ist die Kaderstruktur eine völlig andere. 2001 waren abgesehen von Ewerthon, Rosicky, Dede, Kehl und Metzelder das Gros der Spieler und Leistungsträger wie Evanilson, Reuter, Wörns, Koller, Amoroso und Kohler deutlich älter als unsere derzeitigen Leistungsträger. Hummels, Gündogan, Reus, Bender und Subotic dürften im Zweifelsfall immer genügend Transfererlöse generieren, um ein Verpassen der CL zu finanzieren. In diese Kategorie reihen sich bisher nahtlos die Neuzugänge ein.

    Ein weiterer Vorteilist die generelle finanzielle Struktur. Gemessen am derzeitigen Umsatz sind die Verpflichtungen nicht mal im Ansatz so groß, auch wenn die Summen die selben sind. Des weiteren gehört das Stadion uns selbst und wir haben ein schickes Trainingsgelände.

    Das Bremer Problem von vor zwei Jahren war ja die generelle Überalterung der Leistungsträger (Pizarro, Frings, Naldo) und gleichzeitiger Verkauf einiger hoffnungsvoller Talente. Wenn dann die Neuzugänge sich nicht sofort integrieren und diese ersetzen wird es eng. Da sind so Faktoren wie das Verschlafen der Pressingentwicklung in der Bundesliga (Schaaf war der einzige Trainer der Flügelspieler! weitgehend von Defensivarbeiten befreite) und die doch deutlich schwächere wirtschaftliche Ausgangslageim Vergleich zu Vereinen wie uns, den Blauen oder dem HSV. Mal so als Anmerkung: Wir haben komplett ohne internationales Geschäft nicht mal 10 Mio. weniger Umsatz gemacht wie Werder mit CL!

    Auch die Fehleranalyse bezüglich der Defensivarbeit widerspricht allen Beobachtungen von mir. Ja, sollte Schmelle ausfallen haben wir was die Spielstatik ohne Linksfuß auf der linken Seite ein Problem, was man ja mit Prib beheben wollte, die defensiven Problem haben aber mal so gar nichts mit den Spielern in der Abwehr zu tun. Unser Pressing ist einfach ob der dauerhauften Doppelbelastung aus Nationalmannschaft und den drei Wettbewerben im Verein einfach schlechter geworden, weil sich ob der ständigen Spiele die Frische verabschiedet hat, was insbesondere in unserem sehr wichtigen Offensiv- und Gegenpressing mittels Konzentrationsschwächen bei einzenen Spielern gleich auf das gesamte Ergebnis auswirkt.

    Sollte noch ein Offensivspieler kommen, wohl eher in der „gewohnten“ Kategorie Gündogan, Lewandowski und co., wird Kevin Großkreutz mit seiner taktischen Intelligenz (von Klopp bescheinigt) und Disziplin für die Außenverteidigung frei. Eine ernsthafte Alternative auf links als zweiter Mann hinter einem Nationalspieler und Eigengewächs und wohl Außenverteidiger Nummer 4 bei der Rückkehr von Pischu in 5 Monaten ist nur sehr schwer zu bekommen. Ansonsten könnte man nämlich genauso gut darauf verzichten, dann kann Sokratis auch auf rechts gestellt werden und Kevin auf links. Das Vertrauen des Trainers in den Spielern ist da sehr wichtig.

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  2. Wie schon gesagt, ich glaube ja nicht, dass es zu einem Szenario à la 2004/5 kommen kann. Nur ist auch der BVB nicht so situiert, dass er mehrere Jahre ohne Champions League ohne Substanzverlust verkraften würde. Klar kannst du Leistungsträger verkaufen, aber dann droht zumindest ein Bremen-ähnliches Szenario. Denn die stehen zwar finanziell gesehen eine Stufe unter uns (sie unter dem HSV anzusiedeln, halte ich derzeit für sehr fragwürdig), haben aber inzwischen auch einen deutlich niedrigeren Gehaltsetat und nie derartige Ablösesummen ausgegeben.

    Noch mal ganz deutlich: Ich glaube nicht, dass es so kommt. Aber wir sollten solche Transfers nicht so schnell für Normalität halten. Die Verantwortlichen haben eine Entscheidung getroffen und die Transferpolitik auf die Offensive ausgerichtet. Ich halte das für gewagt, habe aber Vertrauen in die Handelnden.

    Zur Defensive: Meistens sind mehrere Spieler involviert, wenn ein Tor fällt – auf beiden Seiten. Deshalb kannst du die vielen Gegentore der letzten Saison weder komplett an der Abwehr festmachen noch sie da ganz freisprechen. Zwei der bittersten Niederlagen – 1:2 gegen die Blauen, 1:4 gegen den HSV – gab es, als Schmelzer fehlte und er nicht positionsgetreu ersetzt wurde. Das war selbstverständlich nicht der alleinige Grund, aber auch kein Zufall. Kann Kevin diese Aufgabe 1:1 erledigen? Mal sehen.

    Dein Erklärungsversuch mit der fehlenden Kraft/Konzentration fürs Gegenpressing ist sicher nicht falsch, kann aber auch kaum die alleinige Begründung sein. Die Niederlagen und Gegentore verteilen sich über die ganze Saison und kamen nicht gehäuft gegen Saisonende vor. 2011/12 war die Belastung in der Hinserie nicht geringer, die Zahl der Gegentore aber schon. Gut, jetzt könnte man noch über die Auswirkungen der EM diskutieren, aber mMn sollte das nicht als Alibi für eine ganze oder auch nur halbe Saison gelten.

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