Sind wir wieder wer?

Muss man sich wirklich wundern, wenn ein im Champions League-Finale mit 1:2 unterlegener Verein gegen den Sieger ein paar Wochen später mit 4:2 gewinnt? Es hatte den Anschein, dass erst mal wieder zu beweisen war, dass der FC Bayern nicht unschlagbar ist. Zu sehr war der Triple-Sieger im Trommelfeuer der Medien zum Überverein stilisiert worden. Zunächst wurden das erste Training von Pep Guardiola und später die Saisoneröffnung der Bayern live im Fernsehen übertragen – Ereignisse, die eigentlich getrost den Fans vor Ort vorbehalten bleiben könnten. Dann war da der Luxus-Wechsel von Thiago Alcantara und schließlich folgten deutliche Testspiel-Siege gegen den HSV, Mönchengladbach und den FC Barcelona.

Kaum jemand, so scheint es, hatte also im Supercup in Dortmund ernsthaft mit dem BVB gerechnet. Und nun das: Die Schwarz-Gelben besiegen die ‚Super-Bayern‘ mit einem Ergebnis, das fast an die Höhe des Triumphs von Berlin herankommt. Wichtige Spieler fehlten auf beiden Seiten – Mkhitaryan und Piszczek sowie Neuer und Ribery. Ich weilte während des Spiels im Urlaub und habe es nicht gesehen. Doch das Ergebnis legt zumindest nahe, dass die Borussia selbst ohne den Rekordtransfer konkurrenzfähig ist. Und mit Ilkay Gündogan sollte unter fast allen Umständen verlängert werden.

Die Überraschung war also groß, dass der FCB dieses zumindest als Prestigeduell zu bezeichnende Spiel verloren hat. Und nun wird allerorten wieder die Frage gestellt, ob es in dieser Saison wieder zu einem echten Duell zwischen Roten und Schwarz-Gelben kommen kann. Das Schöne daran: Wir müssen uns an der Debatte nicht beteiligen und die BVB-Verantwortlichen wiegeln auch bereits ab. Auf dem Papier sind die Bayern übermächtig – das muss und darf vor jeder Saison und ganz besonders vor dieser wieder betont werden. Jürgen Klopp und seine Mannschaft sollten sich tatsächlich nicht auf dieses vermeintliche Duell konzentrieren, sondern auf die Partien gegen die anderen Teams – denn da blieben in der vergangenen Spielzeit einige Punkte unnötig liegen.

In diesem Sinne sind auch die Worte des Trainers nach dem Supercup zu verstehen:

Gewonnen zu haben, ist schon geil. Unsere Konkurrenz aber sind 16 andere Mannschaften. Wir wollen uns nicht ständig mit den Bayern messen. Doch wenn wir auf sie treffen, wollen wir sie schlagen.

Was wirklich wichtig ist: Eine Woche vor dem echten Saisonauftakt hat man das Gefühl, dass die Mannschaft alle Möglichkeiten besitzt, weiter erfolgreich und immer wieder auch schön Fußball zu spielen. Wir haben aufregende neue Akteure im Kader. Und ja, wenn es noch eines Beweises bedurfte, ist es ebenfalls hilfreich, den anderen Vereinen gezeigt zu haben, dass der Gottiola-Klub schlagbar ist.

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