Letzter Testbericht

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Wird Zeit, dass es wieder losgeht. Dieses Gefühl dürften inzwischen die meisten Fans von Bundesligavereinen haben – nicht nur die Schwarz-Gelben, die sich gestern das Testspiel bei den Würzburger Kickers im Stadion oder im Fernsehen angeschaut haben. Inzwischen haben wir alle Neuzugänge, mehrere interessante Nachwuchsspieler und die Form der bekannten Akteure begutachten können. Und nun freut man sich wieder auf ernsthafte Aufgaben ohne Wechselspiele und mit voll motiviertem Team.

Das 3:0 beim Regionalligisten, der bereits vier Punktspiele hinter sich hat, war nicht übermäßig ansehnlich. Muss es auch nicht – es war schließlich nur die Generalprobe für die Partie gegen den Nord-Regionalligisten SV Wilhelmshaven. Wie nicht anders zu erwarten standen die Gastgeber tief und schafften es zumindest phasenweise, die Räume eng zu machen und ein ordentliches Pressing in der eigenen Hälfte aufzuziehen. In der Pause wurde wieder eifrig gewechselt – leider war das bei Ilkay Gündogan sogar unvermeidlich. Der Star des Supercups hatte einen Schlag auf den Knöchel bekommen, soll aber nach Stand der Dinge im Pokal einsatzfähig sein.

Es gab auch beim BVB zahlreiche lange Bälle und schlampige Zuspiele zu sehen. Was natürlich auch an der Zusammensetzung der Startelf lag. Ein bisschen schade war die mangelhafte Chancenverwertung. Pierre-Emerick Aubameyang hätte deutlich mehr als nur ein Tor schießen können. Marvin Duksch, der sich mal von Kevin Großkreutz einen Friseur empfehlen lassen könnte, machte es besser, bewies bei seinen zwei Treffern Abschlussqualität und leitete einmal exzellent den Ball weiter. Ginge es nur nach den jüngsten Eindrücken, müsste er in der Stürmerhierarchie inzwischen sogar schon vor Julian Schieber stehen.

Trotz des mäßigen Spiels kann man den schwarz-gelben Jungs nicht absprechen, dass sie mit dem gebotenen Ernst zur Sache gingen. Über einen 3:0-Arbeitssieg gäbe es auch am Samstag wenig zu meckern. Keine Antwort wurde in der Vorbereitung auf die Frage gefunden, ob die Herangehensweise der BVB-Verantwortlichen bei der Zusammenstellung der Abwehrspieler sich als richtig erweisen wird. Nach aktuellem Stand hat zunächst Kevin Großkreutz die besten Chancen, Lukasz Piszczek hinten rechts zu vertreten. Jürgen Klopp sieht Neuzugang Sokratis derzeit angeblich eher als Back-up für die Innenverteidigung. Dass der das kann, steht außer Frage – auch in Würzburg lieferte er eine überzeugende, blitzsaubere Partie ab. Diskutieren könnte man eher darüber, ob er als Ersatzspieler nicht zu schade und zu teuer ist.

Für die linke Abwehrseite wurde keine starke Alternative zu Marcel Schmelzer verpflichtet. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke äußerte sich zu dieser Frage vor gut zwei Wochen im Interview mit „Spox.com“:

„Wer uns dahingehend einen Vorwurf macht, ist von relativ wenig Sachkenntnis geprägt und hat von der Zusammensetzung der Mannschaft von Borussia Dortmund keine Ahnung.“

Watzke vergisst dabei mal wieder geflissentlich frühere Aussagen, etwa im Sport1-Doppelpass, dass gerade in diesem Bereich Verstärkungen geplant seien. Um es klar zu sagen: Es wäre schön, wenn Kevin Großkreutz, Jannik Bandowski oder Sokratis im Verletzungsfall Schmelle gut ersetzen würden. Förderung des Nachwuchses ist super. Nur müssen die Alternativlösungen für die Außenverteidigung in der kommenden Saison besser funktionieren als 2012/13. Und warum Schmelzer als einziger scheinbar keine Konkurrenz braucht, leuchtet noch nicht komplett ein. Die Bewährungsproben werden jedenfalls kommen – die Diskussion ist erst mal vertagt.

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