Mit Langerak gegen die Wiederbelebten

Einen solchen Gegner hat Borussia Dortmund nicht jeden Tag: Beim SV Wilhelmshaven, gegen den die Schwarz-Gelben am Samstag im DFB-Pokal antreten, gab es in den letzten Wochen einige Parallelen zum MSV Duisburg. Trotz des späten Klassenerhalts, der nur durch den in der Play-Off-Runde klargemachten Aufstieg von Holstein Kiel zustande kam, hatten die Niedersachsen mit wirtschaftlichen Turbulenzen zu kämpfen und mussten sich nahezu komplett neu aufstellen. Mit dem jungen Farat Toku kam ein neuer Trainer und auch die sportliche sowie kaufmännische Leitung wurde neu besetzt. Ganz zu schweigen vom Kader: 23 Spieler sind gegangen, 19 frische gekommen.

Die, die dem Verein seit langem treu sind, sehen vor dem Pokalspiel wieder mit Optimismus in die Zukunft. Vereinspräsident Dr. Hans Herrnberger äußerte sich auf der Pressekonferenz:

Vor ein paar Wochen waren wir klinisch tot – und jetzt schaut am Sonnabend die ganze Welt nach Wilhelmshaven und auf den SVW.

Ob es bei aller Zuversicht und neuem Elan reicht, um für eine Pokalsensation zu sorgen, darf allerdings bezweifelt werden. Im letzten Vorbereitungsspiel unterlag das neu zusammengestellte Team dem Ligakonkurrenten BSV Rehden mit 0:1. Rehden ist am Montagabend Gastgeber des FC Bayern.

Borussia Dortmund hat eine vielversprechende Vorbereitung hinter sich, die wir wie immer nicht überbewerten sollten. Doch auch die personelle Situation beim Champions League-Finalisten dürfte dem norddeutschen Außenseiter wenig Hoffnung machen. Jürgen Klopp muss zwar wie erwartet auf Neuzugang Henrikh Mkhitaryan verzichten, der nach seinem Teilabriss des Syndesmosebandes immerhin schon wieder prächtig läuft. Ansonsten fehlt allerdings nur Sokratis, der wegen eines Platzverweises im Pokal für ein Spiel gesperrt ist. Im Tor wird am Samstag sinnigerweise Mitch Langerak stehen, da Roman Weidenfeller den Ligaauftakt wegen der Roten Karte aus dem enttäuschendsten Spiel der Vorsaison verpassen wird. Sein australischer Ersatzmann kann sich also etwas Wettkampfpraxis holen – wenn er überhaupt ernsthaft zu tun bekommt.

Bleibt also nur der Fall Lewandowski, der in Dortmund etwas die Stimmung trübt. Nach dessen jüngsten Äußerungen über Betrug und möglicherweise irgendwann einsetzende schlechte Laune ist ein hoffentlich abschließend klärendes Gespräch, das Jürgen Klopp angekündigt hat, sicher nicht verkehrt. Doch egal was jetzt bis Ende August noch von der Seite unseres Topstürmers kommt: Robert wird es sich nicht leisten können, auf dem Spielfeld zu schmollen. Das wird ihm Klopp noch mal in aller Ruhe klarmachen.

Und was ist von seinen Vorwürfen zu halten? Dass man mit Ankündigungen von Hans-Joachim Watzke vorsichtig sein sollte, hat die jüngere Vergangenheit gezeigt – siehe mein letzter Artikel oder hier. Dass der BVB-Geschäftsführer Lewandowski versprochen haben soll, auf jeden Fall zum FC Bayern wechseln zu dürfen, ist allerdings so wahrscheinlich wie der gemeinsame Einzug von Wilhelmshaven und Rehden in die zweite Pokalrunde.

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