Dortmunder Jungs holen Dortmunder Sieg

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DFB-Pokal, 1. Runde / SV Wilhelmshaven 0 BVB 3

Es hätte alles deutlich schlimmer kommen können. Wie man am dritten Tag des langen Pokal-Wochenendes bei Bremen und der zweiten Borussia gesehen hat. Auf dem Papier liest sich das 3:0 von Borussia Dortmund beim Regionalligisten Wilhelmshaven wie ein ordentlicher Arbeitssieg – es war jedoch schwerere Arbeit als erhofft. Die Überraschung war der späte Zeitpunkt der BVB-Führung; dass dann noch Tore fielen, beinahe unvermeidlich. Entscheidend für den Durchbruch: die echten Dortmunder Jungs Kevin und Marvin.

Als Kevin Großkreutz in der 71. Minute eine abgefälschte Hereingabe des eingewechselten Marvin Duksch vor die Füße bekam und mit einem Flachschuss endlich den starken Neuzugang Aaron Siegl im Tor der Gastgeber bezwang, war die Partie gefühlt gelaufen. Duksch selber hatte gut zehn Minuten später kein Problem damit, einen mustergültigen Pass von Jonas Hofmann zum 2:0 zu verwerten, ehe Robert Lewandowski noch seinen obligatorischen späten Treffer erzielte, Vor Kevins Treffer hatte man trotz einer Wilhelmshavener Großchance nicht gezittert, war aber auch nicht gerade begeistert vom Geschehen auf dem Platz.

Die Partie erinnerte tatsächlich in mehrfacher Hinsicht an die Generalprobe in Würzburg. Den Schwarz-Gelben fiel gegen ein eng um den Strafraum gestaffeltes Team zu wenig ein, Pierre-Emerick Aubameyang hätte zumindest seinen Kopfball aus zentraler Position auf den Kasten bringen können und am Ende musste es wieder Duksch richten. Geht das alles so weiter, könnte der 19-jährige deutlich mehr Einsatzzeit kriegen als vorherzusehen. Wie die Gastgeber etwa drei Viertel des Spiels die Räume eng machten und sich in vielen Zweikämpfen behaupteten, war für ein neu zusammengestelltes Team beeindruckend – dass es keinen Plan B gab, außer auf die überraschende Lücke zu spekulieren, verständlich.

Gefährlicher wurde die Borussia erst, als Ilkay Gündogan besser ins Spiel kam und die Kräfte bei den Wilhelmshavenern nachließen. Vom hinter Gündogan agierenden Nuri Sahin gingen kaum kreative Impulse aus – an besonders bemerkenswerte Pässe kann ich mich jedenfalls nicht erinnern, auffällig war lediglich Nuris guter Freistoß in der 38. Minute, bei dem sich Torwart Siegl richtig lang machen musste.

Die Pokal-Partie legt nahe, dass es Sahin vorerst schwer haben wird, einen Stammplatz zu bekommen. Denn die offensichtliche Lösung für die kreativen Defizite bei Schwarz-Gelb besteht darin, so bald wie möglich auf Mkhitaryan zu setzen und Gündogan wieder auf die ‚8‘ zurückzuziehen. Für das Spiel gegen Augsburg ist in jedem Fall eine Steigerung nötig – man kann aber davon ausgehen, dass es in der Liga anders zugehen wird als gestern und Jürgen Klopp nächstes Wochenende wieder auf Bender und Kuba setzt.

Letztlich kann man als Bundesligist in der ersten Pokalrunde eigentlich nur verlieren. Nicht, dass ich irgendeine Form von Modusänderung befürworten würde – aber so richtig geht der Wettbewerb erst in Runde 2 los. Die spannende Auslosung dazu findet übrigens am kommenden Samstag statt.

Die Aufstellung: Langerak – Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer – Sahin, Kehl (58. Duksch) – Aubameyang (77. Hofmann), Gündogan (82. Bender), Reus – Lewandowski. Tore: Großkreutz, Duksch, Lewandowski.

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