Eure Torlinie ist mir egal

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So weit kommt es noch – dass ich mich jetzt schon über ein nicht gegebenes Tor für ‚Hoffe‘ aufregen soll. Was das schon für ein Spitzname ist: Heißen wir etwa ‚Dort‘ oder die Blauen ‚Schalk‘? Nein nein, Thorsten Kinhöfer hat da schon alles richtig gesehen, auch wenn er das nach dem Spiel gegen Nürnberg nicht so kommunizieren wollte.

Und wenn wir jetzt mal mit unnötigem Ernst an die Sache rangehen? Man kann der DFL einiges vorwerfen, aber nicht, dass sie abwartet, ob ein einzuführendes technisches Hilfsmittel ausgereift ist. In der Premier League wird nun also das ‚Hawk Eye‘ getestet. Sollte es erfolgreich sein, könnte das auch Auswirkungen auf die Entscheidung in Deutschland haben.

Die Medien trommeln fast unisono für die schnelle Einführung der Torraumüberwachung, doch der springende Punkt bleibt: Zum Fußball gehören Fehler dazu. Warum sollte die der Schiedsrichter nicht machen dürfen? Wir Fußballfans haben uns alle schon mal betrogen gefühlt, doch auch das gehört dazu. Es ist eine menschliche Errungenschaft, Fehler auszuhalten, auch Fehler anderer. Und es geht hier nicht um Menschenleben.

Gegen eine funktionierende Torlinientechnologie ist nichts einzuwenden, doch laut SZ (12.8., S. 27) denken sie in England schon weiter; der FA-Vorsitzende Greg Dyke hoffe, dass bald auch ein Videobeweis in Situationen wie Foulspielen im Strafraum oder Abseits folgen werde. Mit der FIFA dürfte das nicht so schnell zu machen sein – da stehe ich Seite an Seite mit den alten Herren mit zweifelhaftem Ruf.

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6 Gedanken zu “Eure Torlinie ist mir egal

  1. Andy

    Vielleicht gehts nicht unbedingt um Menschenleben, aber immerhin doch um Existenzen. Bei der Frage : „Tor oder Nicht-Tor“ darf es einfach keine zwei Meinungen geben und im Endeffekt gibts ja noch genügend andere Grauzonen bei der Regelauslegung, über die der Fan und die Medien diskutieren dürfen.
    Man sollte sicherlich nicht alles der Technik überlassen, aber einige Sachen gilt es sicherlich zu überdenken. MMn sinnvoller als einen fünften Offiziellen hinter dem Tor zu positionieren.

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  2. Bei der Frage „Tor oder Nicht-Tor“ kann ich die Diskussion um technische Hilfsmittel ja noch irgendwo verstehen, auch wenn ich persönlich sie nicht brauche. Aber wenn einige wirklich über die Einführung des Videobeweises bei Abseitsentscheidungen oder Fouls diskutieren, dann halte ich das für Schwachsinn. Wir alle wissen, wie sehr der Spielfluss schon durch eine längere Verletzungspause gestört werden kann und einen Bruch in einem zuvor guten und ansehnlichen Spiel verursachen kann. Da muss man nicht künstlich noch mehr solcher Pausen schaffen.

    Und im Endeffekt hält sich mein Mitleid auch echt in Grenzen, wenn ein Tor für Hoffenheim nicht gegeben wird. Ich würde sagen: ein weiteres eindeutiges Signal des Fußballgottes, dass das „Projekt“ nichts in der Bundesliga verloren hat.

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  3. Die Torlinientechnologie darf gerne kommen, wenn sie ausgereift ist und man nicht am Ende doch minutenlang auf einen Monitor starren muss. Aber auch das mit den existenzgefährdenden Fehlentscheidungen halte ich für zu hoch gehängt. Nehmen wir an, ein Trainer verliert seinen Job, weil er mit einem Verein absteigt, dem am letzten Spieltag ein Tor geklaut wird, mit dem er sich hätte retten können. Dann hatte der Mann immer noch eine ganze Saison Zeit, diese Situation zu verhindern und seine Spieler rund 89 weitere Minuten im entscheidenden Spiel. Mit einer gelegentlichen Fehlentscheidung muss man einfach rechnen und abseits der Torlinientechnologie wird es trotz technischer Hilfsmittel weiterhin Situationen geben, die sich nicht aufklären lassen.

    Deshalb lohnt es sich einfach nicht, dafür weitere Unterbrechungen ins Spiel einzubauen. Und ja, Sylvia, der Fußballgott muss jetzt ausbessern, was wir nicht zustande gebracht haben!

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  4. Erstmal muß ich sagen, daß mir der Bericht ausgesprochen gut gefällt! Ich bin der Meinung, daß der Fußball so einfach und technikfrei bleiben sollte, wie bisher. Genau diese Einfachheit hat ihn zu unserem Volkssport gemacht. Und Fehler gehören zum Spiel dazu. Und zwar von allen – Spielern, Trainern, Schiedsrichtern! Was hätten wir denn zu diskutieren, wenn die Technik alles regelt? Darin besteht doch auch ein Reiz dieses Spiels! Außerdem sollte die Sportart Fußball von der höchsten bis in die unterste Spielklasse nach gleichem Regelwerk und dessen Auslegungen gespielt werden. Und das wäre mit Einführung von technischen Hilfsmitteln nicht möglich! Also: laßt den Fußball wie er ist!

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  5. Gegen eine simple Torlinientechnologie hätte ich nichts, das wäre ja nur ein minimaler Eingriff ins Spiel. Aber mir wurde gerade wieder abschreckend vor Augen geführt, wie so ein Videobeweis auch laufen kann – bei der Hockey-EM der Frauen, beim Spiel England gegen Spanien. Es ging darum, ob eine Fußberührung einer Spielerin vorlag. Dann studierten also die ‚Video-Richter‘ die zur Verfügung stehenden Aufnahmen und stellten nach einer gefühlten Ewigkeit, während der die Spielerinnen dumm auf dem Platz rumstanden, fest, dass sie sich nicht sicher waren. Ergo blieb es bei der ursprünglichen Entscheidung der Schiedsrichterin.
    Sowas brauche ich echt nicht im Fußball – es muss nicht alles perfekt sein!

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