Dortmund zeigt was es kann

Standard

1. Bundesliga, 3. Spieltag / BVB 1 Werder Bremen 0

Das hat Spaß gemacht! Ein Freitagabend-Spiel vor ausverkauftem Haus, mit voller Unterstützung der Südtribüne, einer friedlichen Polizei und einer Mannschaft, die spielerisch deutlich flüssiger agierte als an den ersten beiden Spieltagen. Kurzum schön anzuschauen, auch wenn sich die Zahl der erzielten Tore erneut verringert hat.

Es scheint sich bereits anzudeuten, dass die gestiegene Kaderdichte bei Borussia Dortmund positive Auswirkungen hat. Jürgen Klopp kann ohne Bedenken rotieren und machte davon erneut Gebrauch. Subotic kam zurück in die Startelf, wirkte defensiv sehr präsent und war sogar häufiger als sonst weiter vorne zu finden – allerdings ohne dass öffnende Pässe plötzlich zu seinen Stärken gehören würden. Kapitän Kehl, der tatsächlich für Bender ins Team kam, fand sich nach und nach ins Spiel und Kuba zeigte eine echte Energieleistung, sorgte für viel Gefahr über rechts und hätte bei seinem Schuss an die Latte in der 36. Minute mehr Glück verdient gehabt. Bei seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit hallten „Kuba“-Rufe durchs Westfalenstadion, dass es einem warm ums Herz wurde.

Die Gäste von der Weser verlegten sich gestern Abend weitgehend auf Defensivarbeit – vermutlich mehr, als Trainer Robin Dutt wollte, dessen Äußerungen nach dem Spiel kritischer waren als es die knappe Niederlage nahegelegt hätte. Und er hatte ja recht: Seine Grün-Weißen spielten zu viele Fehlpässe (über 30%) und in der Offensive konnte nur Arnautovic vereinzelt Akzente setzen – bis der eingewechselte Neuzugang di Santo wenige Minuten vor Schluss Weidenfeller mit einem harten Schuss prüfte.

Dortmund hätte schon in den ersten 45 Minuten die Führung erzielen müssen. Die Bremer schafften es zwar, die Kreise von Mkhitaryan in der Mitte einigermaßen einzuengen, dafür entwickelten die Schwarz-Gelben über Reus und Kuba umso mehr Druck. Beide machten ihre besten Partien der noch jungen Saison. Und nach der Einigung mit Robert Lewandowski und seinem gestrigen Auftritt dürfte auch die letzte von manchen Medien ausgemachte Stimmungsbaustelle beseitigt sein. Lewa war gegen Bremen auch schon vor der Pause präsent, rutschte knapp an einer Hereingabe vorbei und hätte mit einem Volleyschuss ein tolles Tor erzielen können, wenn der Ball nicht direkt auf Mielitz gekommen wäre. Sein Tor in der 55. Minute war dann ein simpler Abschluss aus zwei Metern nach einem schönen Angriff über Großkreutz und Reus.

Ja, die Chancenverwertung bleibt bei Schwarz-Gelb weiterhin ein Thema. Und nein, man muss sich derzeit keine großen Sorgen deswegen machen. Torhüter werden nicht immer so gut stehen wie Mielitz in einigen Szenen, Spieler werden nicht immer zweimal auf der Linie klären können. Die Qualität der herausgespielten Chancen hat sich gegenüber dem Braunschweig-Spiel erhöht und der spielerische Trend zeigte sowieso nach oben. Ilkay Gündogan wird bald zurückkehren, doch auch Nuri Sahin ist leicht im Aufwind und hatte mit einem Seitfallzieher ebenfalls ein Traumtor auf dem Fuß. Mkhitaryans Zeit wird kommen – vielleicht schon nach ein, zwei weiteren Spielen, wenn er den Rückstand bei der Spielpraxis aufgeholt hat.

Jürgen Klopp hat bis zum Auswärtsspiel in Frankfurt acht volle Tage Zeit, um mit dem Team weiter voranzukommen. Ganz in Ruhe – während anderswo schon die ersten Trainer zittern müssen. Den kommenden Mittwoch nutzt der BVB zu einem Freundschaftsspiel beim Oberligisten TV Jahn Dinslaken-Hiesfeld, dem Heimatverein von Torwarttrainer Teddy de Beer (Borussia, Heft 61, S. 21).

Die Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer – Sahin, Kehl – Blaszczykowski (69. Aubameyang), Mkhitaryan (81. Hofmann), Reus (88. Bender) – Lewandowski. Tor: Lewandowski

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