Dortmund durchbricht Funkel-Mauer

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DFB-Pokal, 2. Runde / TSV 1860 München 0 BVB 2 (n.V.)

Es ist doch irgendwie schön, dass es noch Gewissheiten im Fußball gibt: Friedhelm Funkel ist ein sympathischer Typ, der jede seiner Mannschaften gegen stärkere Gegner ohne Ende mauern lässt. Und das ist ihm gar nicht vorzuwerfen, nicht nur weil er mit Jürgen Klopp befreundet ist. Gegen den Champions League-Finalisten schafften es die Sechzger vor 71.000 Zuschauern im eigenen Stadion immerhin in die Verlängerung – mit zwei Torschüssen und einem zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffenen Benjamin Lauth.

Borussia Dortmund schoss in 120 Minuten 39-mal in Richtung Tor, nur nicht hinein. Was gelegentlich am 37-jährigen, immer noch mit grauer Jogginghose auflaufenden Keeper Gabor Kiraly lag, aber noch öfter am eigenen Torabschluss. Dennoch sagte Nuri Sahin nach der Partie schon fast alles was es zu sagen gibt:

Das Einzige, was wir uns vorwerfen können, ist, dass wir nicht früher das Tor gemacht haben. Ich wäre echt traurig gewesen, wenn wir hier ausgeschieden wären. Es gibt keinen verdienteren Sieger als uns.

Über weite Strecken war 1860 tatsächlich mit neun Mann um den eigenen Strafraum postiert, teilweise mit zwei Ketten, teilweise fast schon handballähnlich rund um den 16er. Natürlich lauerten sie auf Konter – dennoch wirkte der BVB in der ersten Hälfte teilweise übervorsichtig oder einfach nicht entschlossen genug im Nachrücken. So blieben im Ansatz gute Spielzüge oder Flanken ohne Abnehmer.

In der zweiten Halbzeit hatten die Schwarz-Gelben jede Menge Torchancen. Warum die Funkel’sche Mauer erst in der Verlängerung überwunden wurde? Es waren Pech (vier Alu-Treffer!), Unvermögen, gute Abwehrarbeit (Funkel konnte wirklich stolz sein). Einen echten Vorwurf kann man den Jungs nach 120 Minuten trotzdem nicht machen. Auch Jürgen Klopp hatte in der Offensive alle zur Verfügung stehenden Stammspieler aufgeboten. Die defensiven Wechsel – Durm für den verletzten Schmelzer, Sokratis für Subotic, Langerak für Weidenfeller – machten allemal Sinn.

Spekulieren kann man darüber, ob die Extraschicht hätte vermieden werden können, wenn Pierre-Emerick Aubameyang früher eingewechselt worden wäre. Wenn man den Neuzugang auf seine Schnelligkeit reduziert, hätte eine frühere Einwechslung gegen die extrem tief stehenden Gastgeber wenig Sinn gemacht, aber ‚Auba‘ zeigte während seines gut 20-minütigen Einsatzes, dass er auch auf engem Raum etwas kann. Und den vollauf berechtigten Elfmeter nach Foul von hinten an Reus verwandelte er eiskalt.

Natürlich war es nach dem mit dem Strafstoß einhergehenden Platzverweis leicht für die Borussia. Henrikh Mkhitaryan erhöhte in der 107. Minute nach Vorarbeit von Hofmann und einem eigenen Solo, so dass man ihm die vorangegangenen 1 3/4 Stunden schnell verzieh – auf engem Raum war unsere Nummer 10 sehr anonym geblieben.

2:0 nach Verlängerung bei 1860 – das nennt man dann wohl einen Arbeitssieg. Wie schon am Wochenende geschrieben: Kommt die Borussia jetzt aus den beiden folgenden Partien ohne Punktverlust raus, werden alle Zweifler schnell wieder verstummen. Die Chancen stehen bestens – und danach ist dann noch Zeit für etwas Feintuning.

Die Aufstellung: Langerak – Großkreutz, Sokratis, Hummels, Durm – Sahin, Bender (69. Hofmann) – Blaszczykowski (99. Aubameyang), Mkhitaryan, Reus – Lewandowski (105. +3 Schieber). Gelbe Karte: Blaszczykowski. Tore: Aubameyang (EM), Mkhitaryan

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