Höchsten Respekt und null Punkte

Der SC Freiburg und sein Trainer Christian Streich kriegen Anerkennung von allen Seiten, sind sicher für eine Menge Fans größter Sympathieträger nach dem eigenen Verein. Doch dafür können sie sich buchstäblich nichts kaufen. Vor der Saison verloren die Breisgauer bekanntlich eine Reihe von Leistungsträgern, die woanders mehr Geld und Ruhm erwarteten. Das Resultat: Nach sechs Spieltagen steht der Verein sieglos auf dem 17. Tabellenplatz. Natürlich wurde Geld in neue Spieler (re-)investiert, doch mit den Mitteln des Sportclubs kann man nicht ausschließlich Akteure holen, die sich auch spielerisch direkt perfekt einfügen.

Zwei Ergebnisse der Freiburger ließen allerdings aufhorchen: das Unentschieden gegen den FC Bayern und der gestrige Pokalerfolg gegen den VfB Stuttgart. Der erste Pflichtspielsieg war eine sichtliche Erlösung und man darf nun spekulieren, wie er sich auf das Ligaspiel am Samstag im Westfalenstadion auswirken wird. Mittelfristig sehe ich den SC dank seines Trainers und des sich langsam zeigenden Potenzials der Neueinkäufe auf dem Weg ins untere Mittelfeld. Für übermorgen könnte sich die Erleichterung und Freude in einem Spannungsabfall äußern, der positive oder negative Konsequenzen haben mag.

Doch eigentlich ist dieses Psychologisieren nicht so mein Ding, weswegen der Blick auf die Fakten gerichtet werden soll. Wettbewerbsübergreifend hat der Sportclub mehr Gegentore in der zweiten Halbzeit kassiert. Was zusammen mit Jürgen Klopps Lob für das laufintensive Spiel der Gäste dafür spricht, dass ihnen im Laufe des Spiels doch immer wieder Konzentration und Kraft schwinden. Also kann die Devise auch für Samstag nur wieder lauten: Geduld und keine Hektik. Denn die Gegenstöße der Freiburger dürften gefährlicher sein als die der 60er am Dienstag.

Personell vermissen die Gäste unter anderem Abwehrmann Mujdza und den tschechischen Neueinkauf Darida. Dafür darf sich der BVB auf ein Wiedersehen mit einem alten Blauen ‚freuen‘: Mike Hanke wird sehr wahrscheinlich im Sturm auflaufen. Jürgen Klopp hat angedeutet, höchstens maßvoll rotieren zu wollen. Marcel Schmelzer könnte wenn alles gut geht in die Startelf zurückkehren, Neven Subotic möglicherweise wieder Sokratis ersetzen. Am spannendsten ist nicht zum ersten Mal die Besetzung des rechten Flügels: Aubameyang hat wiederholt seine Klasse gezeigt und könnte gegen eine laufstarke Mannschaft einiges ausrichten. Auf Kuba ist immer Verlass, doch das Glück fehlte ihm zuletzt etwas. Und Jonas Hofmann beweist nach beinahe jeder Einwechslung seine (Joker-)Qualitäten.

Am Ende des Samstages erwarten wohl die allermeisten Borussen drei Punkte. Das birgt 90 Minuten lang Erregungspotenzial, denn einen Durchmarsch wird es eher nicht geben. Auch übermorgen zählt, was gegen 17.20 Uhr auf der Anzeigetafel steht.

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