Arsenals Rache

Champions League, 4. Spieltag / BVB 0 FC Arsenal 1

Die Gunners haben nach der Heimpleite gegen die Schwarz-Gelben in London den Spieß umgedreht und ihrerseits dank eiskalter Effektivität 1:0 im Westfalenstadion gewonnen. Der einzige Trost nach einem bitteren Abend: Dank der Auswärtstorregel hat der BVB den direkten Vergleich für sich entschieden. Und das könnte in der ebenso schweren wie engen Gruppe noch wichtig werden.

15:4 Torschüsse standen am Ende für die Gastgeber zu Buche – trotz Phasen, in denen der Ball bei Arsenal deutlich besser durch die Reihen lief, hätte die Borussia eigentlich sogar mehr als einen Punkt verdient gehabt. Wie zu erwarten agierten die Gäste zunächst deutlich defensiver als im eigenen Stadion, erarbeiteten sich zwar nach und nach ein Plus an Ballbesitz, was sie jedoch nicht in ernstzunehmende Angriffe umsetzten. Dafür sorgte in der ersten Hälfte auch ein präsenter und kompromissloser Sven Bender und die wache Dortmunder Innenverteidigung, die aus Subotic und Sokratis bestand. Den beiden unterliefen nur beim einzigen Treffer der Partie ernste Fehler, doch Spekulationen, was Mats Hummels hätte ausrichten können, wäre er einsatzfähig gewesen, lassen sich nicht vermeiden.

Der BVB hatte seine Chancen: Subotic zielte knapp daneben, Mkhitaryan hatte aus etwa 15 Metern sogar etwas Zeit, schoss aber ebenfalls links vorbei. Einen Kopfball von Marco Reus musste Torwart Szczesny parieren; in einer anderen Szene schaffte es der frei stehende Dortmunder Mittelfeldspieler nach einer Hereingabe unerklärlicherweise nicht, den Ball in Richtung Tor zu lenken. Abspielfehler gab es auf beiden Seiten; zudem war die Defensivarbeit der Londoner alles in allem überzeugend.

Es war kein überragendes Spiel, aber es gab einige Kombinationen zum Genießen – durchaus auch auf Dortmunder Seite. Dass Arsenal der Siegtreffer gelang, war auch einer Fehlerkette der Schwarz-Gelben zuzuschreiben. Sokratis verlor den Ball im Aufbauspiel, Schmelzer konnte eine Özil-Flanke nicht verhindern, Subotic und Weidenfeller wirkten zentral erneut zu unkoordiniert im Zusammenspiel. Nach der Führung hatte Arsenal eine weitere Großchance, die Weidenfeller vereiteln konnte. Dennoch war erstaunlich, was sky-Kommentator Marcel Reif – kompetenzbefreit wie nie – von sich gab: Dortmund habe vor dem Tor gerade in die zweite Halbzeit gefunden gehabt – in Wahrheit hatten sie dominiert. Und Arsenal habe sich die Führung mit jener zweiten Chance bereits verdient.

Aber das sind Nebensächlichkeiten. Reif ist ebensowenig verantwortlich für die Niederlage wie der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers. Der hätte zwar in der Nachspielzeit eindeutig Elfmeter für die Borussia geben müssen, als Mertesacker Lewandowski umriss. Aber gut zehn Minuten zuvor war Roman Weidenfeller bei einer Abwehraktion auch in Koscielny hineingesprungen. Auch der mögliche Platzverweis gegen Arsenals Arteta war angesichts des harmlosen letzten Fouls nicht zwingend.

Letztlich lag die Niederlage an der mangelnden Chancenverwertung auf der einen und der Effektivität auf der anderen Seite. Allzu große Vorwürfe kann man der Mannschaft ohnehin nicht machen. Dass diese Gruppe schwer werden würde, war klar. Natürlich ist es bitter, dass die Blauen in ihrer Gruppe trotz ihrer Leistungen immer noch besser da stehen – doch das Losverfahren folgt ja transparenten Kriterien. Die entscheidende Phase folgt jetzt: Mit einem Sieg gegen Neapel zu Hause hätte man alles weiter selbst in der Hand, wenn auch gegen die Italiener der direkte Vergleich gewonnen wird – dazu reicht schon ein 1:0.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz, Subotic, Sokratis, Schmelzer – Bender (75. Hofmann), Sahin – Blaszczykowski (74. Aubameyang), Mkhitaryan, Reus (86. Schieber) – Lewandowski. Gelbe Karte: Lewandowski

 

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3 Gedanken zu “Arsenals Rache

  1. Nur als Ergänzung: Der BVB hätte mit einem 1:0 (oder einem anderen Sieg mit einem Tor Differenz) nicht mehr alles in der eigenen Hand. Wenn Neapel gg. Arsenal gewinnt, und Marseille derweil alles verliert, landen 3 Teams auf 12 Punkten. Dann sind die direkten Vergleiche untereinander zunächst uninteressant, dann zählt die „Minitabelle“ ohne die Spiele gg. Marseille. Und wenn Neapel gg. Arsenal exakt 3:1 gewinnt, dann sieht die so aus:
    1. Arsenal 6Pkt. 5:5 Tore
    2. Neapel 6Pkt. 5:5 Tore
    3. BVB 6Pkt. 4:4 Tore
    Sicher eher unwahrscheinlich, aber um sich zu 100% sicher zu qualifizieren, muß der BVB mit 2 Toren Differenz gg. Neapel gewinnen (und dann noch in Marseille natürlich).

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