Blickpunkt Defensive

Borussia Dortmund schaut sich Manuel Friedrich an und verlängert bis 2017 mit Jannik Bandowski. Diese zwei BVB-Meldungen von dieser Woche spiegeln die gegenwärtige und eine mögliche zukünftige Realität im schwarz-gelben Defensivbereich wider.

Nach dem Kreuzbandriss von Neven Subotic sehen Jürgen Klopp und sein Team offensichtlich nicht nur Handlungsbedarf für die Rückserie, sondern denken sogar an eine kurzfristig realisierbare Lösung mit dem vertragslosen Ex-Leverkusener und -Mainzer Friedrich. Derzeit stehen mit Mats Hummels und Sokratis nur zwei Innenverteidiger zur Verfügung, die permanent dem Kader der ersten Mannschaft zuzurechnen sind. Dahinter warten Koray Günter und Marian Sarr, die in der U23 oder sogar bei den A-Junioren zum Einsatz kommen. Schon seit Jahren wartet auch Marc Hornschuh, der in der Dritten Liga in dieser Saison Stammspieler ist, dessen Vertrag aber im Sommer ausläuft.

Wie viel Klopp diesen dreien zutraut, könnte sich am Dienstag erweisen, wenn über die Verpflichtung des ehemaligen Nationalspielers Friedrich (34) entschieden werden soll. Dass einer von den jungen Leuten nicht wenigstens bis zur Winterpause den Ersatzmann geben kann, leuchtet erst mal nicht direkt ein – schließlich hätte Friedrich weniger Spielpraxis und wurde bei Leverkusen sicher nicht ohne Grund verabschiedet. Schaut man sich den anderen Fall an, bei dem Jürgen Klopp sich an einen alten Weggefährten erinnerte – Antonio da Silva -, dann ergeben sich außer einem tollen Tor gegen Hoffenheim auch keine weiteren Argumente.

Dass in der Transferphase im Januar etwas geschehen könnte, wenn die Borussia nach wie vor im europäischen Wettbewerb vertreten wäre, ist dagegen verständlich. Der Markt für brauchbare Innenverteidiger, die im Notfall für Mats oder Sokratis einspringen könnten, ist längst nicht so überhitzt wie der für starke Linksverteidiger oder die zentrale Offensive. Ein Nachlegen wäre also machbar, würde aber den Eindruck verstärken, dass die Abwehr vergleichsweise knapp besetzt wurde. Außerdem würde es dem Fokus widersprechen, der auf den Außenpositionen auf dem eigenen Nachwuchs und internen Lösungen liegt. Dieser wurde gerade erst durch die Vertragsverlängerung mit dem 19-jährigen Linksverteidiger Bandowski bestätigt, der in der Vorbereitung in einigen Partien der ersten Mannschaft zum Einsatz kam.

Um eines klarzustellen: Die Herangehensweise der BVB-Verantwortlichen bei der Besetzung der Defensive war mutig, sympathisch und zu verantworten. Nur die im oben verlinkten Beitrag zitierte Watzke-Aussage, die quasi jede Diskussion darüber ausschloss, war daneben. Internationales Top-Niveau haben lediglich die drei ersten Innenverteidiger. Im Idealfall würde man sich für den Januar also die Verpflichtung eines flexiblen Spielers wünschen, der auch die Konkurrenzsituation links hinten verstärkt. Schließlich ist auch der vielversprechende Eric Durm mit Kniebeschwerden vom U21-Länderspiel zurückgekehrt.

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