Entspannte Gemüter vor ernster Prüfung

Ein gut gelaunter und dennoch ernsthafter Jürgen Klopp präsentierte sich am Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Auswärtsspiel von Borussia Dortmund beim Ex-Klub des Trainers, Mainz 05. Das Krisengerede ist nach dem Sieg gegen Neapel so schnell vorbei gegangen wie es gekommen war – da macht die Konversation mit den Journalisten wieder deutlich mehr Spaß.

Dabei ist sich Klopp der Größe der Aufgabe, die in der Coface Arena auf die Schwarz-Gelben wartet, bewusst. Er wäre auch sicher der Letzte, der die 05er unterschätzen würde. Ausdrücklich lobte er die nicht im Europapokal vertretenen Teams, sieht in ihrer Konkurrenzfähigkeit die eigentliche Stärke der Bundesliga. Eine Meinung, der man vielleicht halb zustimmen kann: Spielerisch können die besagten Vereine zweifellos etwas, in den Ergebnissen schlägt sich das nur bedingt nieder. Die Abstände in der ersten Liga sind deutlich größer als in der zweiten, die Mainzer als siebte liegen bereits 16 Punkte hinter dem Tabellenführer. Ebenfalls erwähnenswert: Die zuletzt gute Form, drei Siege aus vier Spielen, relativiert sich etwas beim Blick auf die Gegner: Braunschweig, Augsburg, Frankfurt und Bremen.

Gewarnt sollte die Dortmunder Not-Defensive dennoch sein: Neuzugang Shinji Okazaki kommt so langsam in Form und die Gefährlichkeit des flexiblen Offensivspielers Nicolai Müller dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Im Tor bleibt uns das rote – oder doch eher blaue – Tuch Christian Wetklo erspart. Der Keeper ist nicht nur nur noch zweite Wahl, sondern obendrein gesperrt. Da Heinz Müller weiterhin an einer Hüftverletzung leidet, wird erneut der junge Loris Karius zwischen den Pfosten stehen, der das bei seinen zwei bisherigen Einsätzen einwandfrei machte.

Taktisch sind die Mainzer in der Regel ähnlich wie der BVB in einem 4-2-3-1-System aufgestellt. Ihr ebenfalls intensives und druckvolles Spiel hat aber eine negative Seite, die auch Thomas Tuchel aufgefallen ist:

Wir haben in den letzten drei, vier Spielen die Tendenz, zu viel Foul zu spielen. Das ist bei uns Thema. Wir wissen noch nicht genau, wie wir das abstellen. Da waren auch viele Fouls aus Übereifer dabei.

Einerseits klingt das beunruhigend für den ohnehin verletzungsgeplagten BVB, andererseits könnte ein rechtzeitiges Eingreifen von Schiedsrichter Deniz Aytekin den Spielfluss der Gastgeber hemmen und es der Borussia leichter machen.

Neue Verletzungssorgen gibt es bei den Schwarz-Gelben bisher nicht. Es spricht alles dafür, dass Manuel Friedrich ein Comeback auf Mainzer Rasen feiern und in die Dortmunder Innenverteidigung zurückkehren wird. Während sich die Viererkette auch ansonsten von selbst aufstellt, könnte Sven Bender trotz vorhandener Einsatzfähigkeit eine Pause erhalten und durch Sebastian Kehl ersetzt werden. Denkbar ist darüber hinaus, dass Pierre-Emerick Aubameyang oder Jonas Hofmann eine Chance in der Startelf bekommen. Zu viele Wechsel wird Jürgen Klopp angesichts der wiedererstarkten 05er sicher nicht vornehmen, zu entspannt und freundschaftlich sollte es schließlich nicht zugehen.

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