Steht England bald auf?

Im Mutterland des Fußballs machen sich nun auch Ligafunktionäre Gedanken, wie man den durch hohe Ticketpreise gebeutelten Fans wieder einen Schritt entgegenkommen kann. Die Football League – der Ligaverband für die zweite, dritte und vierte Profiliga – hat den Mitgliedsvereinen einen Fragebogen geschickt, um ihre Haltung zu Stehplätzen auszuloten. In League One und League Two (Liga 3 und 4) sind sie bereits erlaubt, auch wenn längst nicht alle Vereine Stehplatztribünen anbieten. Nun wird geprüft, ob sich bald Fans in der ganzen Football League, also auch in der Championship (Liga 2), erheben dürfen.

Konkret geht es um die Einführung von fest arretierbaren Klappsitzen mit Geländern zwischen den Reihen. Derart ausgestattete Blocks könnten als Steh- oder Sitztribünen genutzt werden. Die Klubs werden nun gefragt, ob der Ligaverband sich an das Sportministerium und die für die Sicherheit der Sportstätten zuständige Behörde mit der Bitte wenden soll, die beschriebenen Stehplätze in allen Football League-Stadien zuzulassen. Es wird in dem verschickten Dokument aber auch an die Katastrophe von Hillsborough 1989 erinnert, bei der 96 Liverpool-Fans in einem überfüllten Stehblock zu Tode kamen.

Vorbild für die Football League sind unter anderem deutsche Stadien. Und da sticht natürlich besonders das Westfalenstadion mit seiner 25.000 Zuschauer fassenden Stehtribüne hervor. Leitende Angestellte der Football League besuchten im Juli das Supercup-Finale Borussia Dortmund gegen Bayern München (4:2), um sich die ‚Süd‘ mal aus der Nähe anzusehen und die Abläufe im Stadion kennenzulernen.

Allgemein wird in England eingeräumt, dass Stehplätze zur Verbesserung der Stimmung in den Stadien beitragen könnten – allerdings wirft die Tragödie von 1989 immer noch einen Schatten und wird, ob vorgeschoben oder nicht, gelegentlich als Gegenargument angeführt. Natürlich wären mit der Wiedereinführung der ‚terraces‘ auch Preissenkungen verbunden. Manche Vereine erkennen die Notwendigkeit, hier auf die Fans zuzugehen; andere finden das aus nahe liegenden Gründen wohl weniger zwingend. Die Preise für Sitzplätze in der Championship sind mit denen in der 1. Bundesliga vergleichbar – Dauerkarten sind aufgrund der Zahl der Spiele deutlich teurer.

Das weitere Vorgehen in der Football League besprechen die Klubs bei einem Treffen im Februar. Auch in der Premier League sollen viele Vereine offen für eine Debatte sein, doch dort zeigt der Verband bisher kein großes Interesse.

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