Wir kaufen nix

Am vergangenen Freitag hat BVB-Sportdirektor Michael Zorc die bisher spannendste schwarz-gelbe Nachricht der Winterpause bekanntgegeben: „Wir haben entschieden, dass wir uns wohlfühlen mit unserem aktuellen Kader“sagte ‚Susi‘ gegenüber Pressevertretern beim Trainingslager in La Manga. Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, wird die Borussia bis zum Ende der Transferphase keinen neuen Spieler verpflichten. Aktivitäten zu dieser Zeit und für die laufende Saison sind in Dortmund stets ohnehin nur Ausnahmen – aufgrund der zuletzt prekären personellen Situation in der Defensive wäre man 2014 allerdings weniger überrascht von einem Neuzugang gewesen.

In der Innenverteidigung stehen ab Ende des Monats hoffentlich wieder Sokratis UND Mats Hummels zur Verfügung. Dass auf dieser Position nicht nachgebessert werden soll, kann man auf zwei Arten interpretieren: Entweder als mutig, als Entscheidung für den Nachwuchs, für Koray Günter und Marian Sarr, der nicht für den einen Fehler aus dem Hertha-Spiel bestraft werden soll. Oder als riskant, falls sich erneut einer der zwei Stamm-IV verletzen sollte. Und angesichts der Tatsache, dass auch die Außen nicht immer den hohen Anforderungen genügt haben. Ein Abwehr-Allrounder wäre zumindest eine denkbare Option gewesen, jedoch mit dem Problem belastet, ihm womöglich auch ab Sommer eine Perspektive bieten zu müssen.

Der nun angekündigte Weg ist auch Ausdruck der grundsätzlich optimistischen Herangehensweise von Jürgen Klopp. Der Trainer soll nach Auskunft von Marco Reus wieder „richtig Lust“ haben auf Fußball. Beim ersten Testspiel des neuen Jahres gewann der BVB 2:0 gegen Standard Lüttich, den belgischen Tabellenführer. Klopp probierte dabei eine interessante Variante mit Henrikh Mkhitaryan als ‚8er‘ im zentralen Mittelfeld aus. Dort wäre eine denkbare Position für den 25-Millionen-Mann, sollte der Trainer sich tatsächlich wie letzte Woche spekuliert dazu entschließen, mal wieder mit zwei echten Stürmern zu agieren.

Zwei weitere Personalfragen betreffen echte BVB-Veteranen. Eine Verlängerung des Vertrages von Michael Zorc scheint bevorzustehen und nur eine Frage der Zeit zu sein. Wie Jürgen Klopp könnte der Sportdirektor seinen Kontrakt bis 2018 ausdehnen. Vergleichsweise ungewiss ist die Zukunft von Kapitän Sebastian Kehl. Der bald 34-jährige Mittelfeldspieler konnte bei der Heimniederlage gegen Hertha BSC als fast einziger schwarz-gelber Feldspieler überzeugen, hatte aber zuvor wenig gespielt. Ob sich Zorc und Kehl auf eine erneute Vertragsverlängerung um ein Jahr einigen oder getrennte Wege gehen, ist ungewiss – Gespräche sollen auch hier in Kürze geführt werden.

Kehl soll einem Karriereende in Dortmund nicht abgeneigt sein – Argumente könnte er in den kommenden Spielen liefern. Das nächste Vorbereitungsspiel steht für die Borussia bereits morgen an: gegen den Reviernachbarn VfL Bochum, allerdings erneut in Spanien im Rahmen des Trainingslagers. Ein Livestream des Spiels ist frei zugänglich über BVB Total! zu sehen.

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