Dong-Won Ji: Dortmund via Augsburg

Der BVB hat seinen ersten Neuzugang für die kommende Saison klar gemacht und wird Anfang Juli den 22-jährigen koreanischen Stürmer Dong-Won Ji ablösefrei für vier Jahre unter Vertrag nehmen. Ji spielte seit 2011 beim englischen Premier League-Klub AFC Sunderland; er dürfte Jürgen Klopp und Michael Zorc aber vor allem während seiner Zeit beim FC Augsburg aufgefallen sein, wo er letzte Saison in der Rückserie leihweise auflief. Das unmittelbar Interessante an dem Deal: Ji, dessen vollständiger Name noch für Diskussionen sorgen wird – in England wurde der Familienname wie in Korea zuerst genannt – wird zunächst erneut in Augsburg spielen. Der FCA zahlt den ‚Black Cats‘ gerüchteweise 500.000 Pfund für die Dienste des Nationalspielers.

Schon nächste Woche können sich die BVB-Fans möglicherweise ein Bild von den Fähigkeiten des Neuen machen, denn die Augsburger sind bekanntlich der Auftaktgegner der Schwarz-Gelben nach der Winterpause. Folgendes kann man bisher sagen: In Schwaben machte Ji eine gute Figur, traf immerhin fünfmal in 17 Spielen, gab dazu etliche Vorlagen. Michael Zorc stellte heute heraus, dass der 1,87 Meter große Stürmer offensiv vielseitig einsetzbar ist – so könnte er nicht nur zentral in der Spitze agieren, sondern auch als Alternative zu den zuletzt gelegentlich überspielt wirkenden Reus, Mkhitaryan oder Kuba dienen.

Auf der anderen Seite haben die Sunderland-Fans seinen Abschied weitgehend emotionslos hingenommen. Beim Klub aus dem Nordosten Englands, derzeit Tabellen-19. und damit auf einem Abstiegsplatz, kam Ji nur zu 28 Einsätzen, davon sechs von Beginn an. Bedauert wird vor allem, dass der 22-jährige nun für angeblich eine halbe Million Pfund geht und nicht für fünf Millionen – diese Summe soll der BVB letzten Sommer geboten haben. Doch der berüchtigte Paolo di Canio, damals noch Trainer bei den Black Cats, lehnte den Transfer ab. Komischerweise wurde bei Sunderland ausgerechnet heute der mitverantwortliche Sportdirektor Roberto de Fanti, ebenfalls Italiener, gefeuert – was selbstverständlich vor allem der sportlich unbefriedigenden Gesamtlage geschuldet ist. Das Einzige, was die Fans dort von Ji in Erinnerung behalten werden, ist aller Wahrscheinlichkeit nach sein spätes Siegtor gegen Manchester City am Neujahrstag 2012.

Michael Zorc spricht von einem „talentierten Spieler“, den man ablösefrei verpflichtet habe. Das ist ein Hinweis, dass man auch am Rheinlanddamm von Dong-Won nicht erwartet, der offizielle Lewandowski-Ersatz zu sein. Vermutlich wird er als brauchbare Alternative für viele Positionen eingeschätzt – auch als Ersatz für Julian Schieber, dessen Verbleib nach dieser Verpflichtung gänzlich unwahrscheinlich ist. Den Umweg über Augsburg macht Ji nicht ohne Grund; schließlich will er sich über Einsätze für die WM in Brasilien empfehlen. Charakterlich dürfte er bestens nach Dortmund passen – in dieser Hinsicht gab es in England nur Positives über ihn zu hören.

Wir dürfen gespannt sein: auf Dong-Wons baldigen zweiten Auftritt in Dortmund, noch im falschen Trikot. Und ob er sich ab Sommer als Glücksgriff erweisen und in der Mannschaft etablieren wird. Das wäre eine kleine Überraschung, aber nicht die erste ihrer Art in der Ära Klopp. Willkommen, Ji Dong-Won!

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