Die Wiederholung von Sprechblasen

Beinahe mehr als alles konkrete Handeln des FC Bayern hat mich im Nachhinein das Rummenigge-Zitat von 2012 genervt, in dem er sich einen gesunden Konkurrenzkampf mit dem BVB wünscht (ich habe das hier oft genug angeführt). Die Kernaussage hat der Vorstandsvorsitzende des FCB nun – nach den vollzogenen bzw. angekündigten Verpflichtungen von Mario Götze und Robert Lewandowski – in einem „Kicker“-Interview wiederholt: „(…) wir holen keinen Spieler aus Dortmund, um sie zu schwächen (…)“.

Das Zitat ist ein klassischer Fall für die AGW-Kategorie Heiße Luft. Es hat null Relevanz, weil die Bayern de facto natürlich Dortmund schwächen – und das auch wissen und mindestens in Kauf nehmen. Rummenigge wünscht sich im Interview fünf, sechs Bundesligavereine, die an der Spitze konkurrieren, wie in der englischen Premier League. Den Widerspruch zum eigenen Handeln kann er nicht auflösen. Zur Begründung der Verpflichtungen von Götze und Lewandowski sagt er:

„Solche Spieler gibt es nur bei Top-Klubs, und der Heimatmarkt ist einfach der wichtigste, obwohl der mittlerweile auch teuer ist.“

Diese Begründung, so man sie denn versteht, kann wirklich nur die verblendetsten aller Bayern-Fans überzeugen. In Kreisen der Roten wurde ja bis vor Kurzem kontrovers diskutiert, ob eine Lewandowski-Verpflichtung angesichts von Pep Guardiolas Taktik und Mario Mandzukic notwendig sei. Und wer soll denn bitte glauben, dass der große Weltpokalsieger keine Alternative zu diesen beiden Personalien gehabt hätte? Wenn man sich ernsthaft eine breitere Ligaspitze wünschen würde …

(Quelle: Kicker Nr. 9/2014, S. 6)

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