Ohne Mats gegen Fehlstarter

Die beiden Krisenklubs der Bundesliga sind derzeit die zwei Vertreter aus den norddeutschen Hansestädten Hamburg und Bremen. Beim HSV sieht es aufgrund der noch düstereren Tabellensituation und des aufgeregteren Umfelds inklusive Medienlandschaft noch schlechter aus, doch auch in Bremen fängt es nach einem Punkt aus den Spielen gegen Braunschweig und Augsburg langsam an, ungemütlich zu werden.

Vor dem Heimspiel gegen den BVB am Samstagnachmittag ging es beim SV Werder deshalb vor allem darum, verbal nachzuweisen, dass man den Ernst der Lage begriffen hat. Also sagt Trainer Robin Dutt, dass er sich durch das Auftreten seiner Mannschaft in Augsburg „provoziert“ gefühlt habe. Also beteuert Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic, dass es „Klick“ gemacht habe und fordert: „Wir müssen laufen bis zum Kotzen.“ Gestärkt wird das Selbstbewusstsein durch die wahrscheinliche Rückkehr des nahezu einzigen Bremers, der im bisherigen Saisonverlauf halbwegs überzeugen konnte: Aaron Hunt. Neben ihm dürfte im Mittelfeld der gegen Ende der Transferphase verpflichtete Pole Ludovic Obraniak auflaufen.

Nun war ich noch nie ein großer Hunt-Fan und Obraniak kenne ich nicht. Die Bremer Defensive ist nach der von Hamburg und Hoffenheim die drittschwächste der Liga und jetzt fehlt auch noch Linksverteidiger Santiago Garcia wegen seines Platzverweises. Jede Menge Argumente dafür, dass die Schwarz-Gelben in diesem Auswärtsspiel alle Chancen haben. Eigentlich. Denn Sorgen bereitet der erneute Ausfall von Abwehrchef Mats Hummels, der sowohl für die Stabilität der Hintermannschaft wie auch für ein schnelles, konsequentes Aufbauspiel extrem wichtig ist.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass seine offensiven Qualitäten irgendwie kompensierbar sind – vielleicht ja unter anderem durch den ‚Neuen‘, Milos Jojic – stellt sich die Frage, wer die freie Position in der Innenverteidigung einnimmt. Manuel Friedrich und Marian Sarr haben sich bei ihren bisherigen Auftritten diverse Unsicherheiten geleistet, Sven Bender sah bei den Gegentoren im Augsburg-Spiel nicht gut aus. Persönlich schwanke ich zwischen einer weiteren Chance für Sarr und der erneuten Notlösung mit ‚Manni‘. Dass wir gegen ein Werder, das seinen Worten Taten folgen lässt, nun verwundbarer sind, scheint unbestreitbar, auch wenn der frischgebackene Papa Sokratis zur Verfügung steht.

Trotzdem: Warum sollte man sich nicht auf diese Partie in Bremen freuen? Es dürfte wie so oft zur Sache gehen, mit vielen Torraumszenen. Vielleicht wird es auch eine schwierige Aufgabe für Schiedsrichter Günter Perl, dessen Heimatverein der MSV München ist. Bisheriger Notenschnitt aus acht Ligapartien: 3,5. Platzverweise: Einmal Gelb-Rot. Aber wenn wir schon bei der Statistik sind: Die BVB-Homepage informiert uns, dass die Schwarz-Gelben die letzten fünf Spiele gegen Werder allesamt gewonnen haben und der Verein in der Klopp-Ära gegen keinen Klub öfter siegreich war. Die Wahrheit liegt natürlich woanders, aber es liest sich doch schön.

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