Ohne Autos fahr’n wir nach Berlin

In Deutschland gibt es derzeit mehr als einen unpopulären Autoklub: Nur gut 13.000 Zuschauer lockte der VfL Wolfsburg gestern zum DFB-Pokal-Viertelfinale nach Sinsheim. Was sicher ebenso sehr an den Gastgebern, der TSG Hoffenheim lag. Deutlich mehr dürften sich im April im Dortmunder Westfalenstadion einfinden, wo der VW-gesponserte Bundesligist zum Halbfinale antreten muss. Was deutlich mehr an den Gastgebern liegen dürfte.

Der allgemeine Wunsch nach einem Heimspiel für den BVB hat sich also erfüllt. Dass das gegen den Autoklub eine richtig schwere Aufgabe wird, brauche ich nicht zu betonen. Ihre Ambitionen haben die Vereins- und Konzernlenker der Wölfe durch die Verpflichtung des ehemaligen Borussia-Transferziels Kevin De Bruyne klar gemacht. Es hätte dennoch schlimmer kommen können. Der Sieger wird mit größter Wahrscheinlichkeit auf den FC Bayern treffen. Die zwar mit einem Heimspiel gegen den FCK – Sensationssieger in Leverkusen – das auf dem Papier einfachste Los bekommen haben. Jedoch um den Preis, dass sie merken werden, dass sich immer weniger neutrale Fußballfans für ihre Spiele interessieren.

Für Borussia Dortmund steht nun jedoch selbstverständlich zunächst die Partie gegen Eintracht Frankfurt im Vordergrund. Derselbe Gegner wie am Dienstag, jedoch im eigenen Stadion. Nach dem hitzigen Pokalfight dürfte es am Samstag etwas ruhiger zu gehen. Eintracht-Trainer Veh hat angekündigt, den Gelbsperren-gefährdeten Innenverteidiger Zambrano nicht einzusetzen – so wie er schon gegen die Bayern zwei Spieler draußen ließ. Ansonsten ist der wichtigste Ausfall bei den Gästen das erneute Fehlen von Kapitän Schwegler.

Jürgen Klopp wollte sich bei der heutigen Pressekonferenz aus naheliegenden Gründen nicht ausführlich zu taktischen Erwägungen äußern. Doch er ließ erkennen, dass die Partie vom Dienstag intensiv aufgearbeitet wurde und wird. Derart offensiv und aggressiv wie im Pokal im eigenen Stadion wird die SGE in Dortmund wohl nicht auftreten. Wenn die Schwarz-Gelben aus ihren Fehlern lernen, spricht nicht viel dafür, dass die Gäste noch mal derart großen Widerstand leisten können wie vorgestern. Zumal die Chance besteht, dass sich die personelle Lage der Borussia kurzfristig noch verbessert: Sven Bender ist bereits wieder voll im Lauftraining und selbst einen Einsatz von Marco Reus, bei dem nach letztem Samstag mit einer zweiwöchigen Pause gerechnet worden war, mochte Klopp nicht komplett ausschließen.

Eines dürfte sich übermorgen wiederholen: Die Stimmung wird ähnlich gut sein wie in Frankfurt. Eine würdige Kulisse, um den Wunsch des Trainers zu erfüllen, den er auf der PK äußerte: „Drei Punkte zu Hause wären auch mal wieder schön.“

2 Gedanken zu “Ohne Autos fahr’n wir nach Berlin

  1. Wenn man nun bedenkt, dass der RWE, trotz sportlicher Talfahrt selbst in Liga 4, in einem unterklassigen Pokalspiel gegen den MSV Duisburg schon Wochen im voraus mit 20.650 Fans eine ausverkaufte „neue Bude“ an der Hafenstraße vermelden kann, bekommt die Zahl von lediglich 13.000 Zuschauern noch eine ganz andere Dimension.

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