Dortmund holt sich den Rekord

1. Bundesliga, 21. Spieltag / BVB 4 Eintracht Frankfurt 0

Das nächste tolle Ligaspiel, vier Tore und ein Rekord, der nicht dem FC Bayern gehört – was hätte man mehr erwarten können von der Neuauflage des Pokalduells vom Dienstag? Wie vermutet hatte Borussia Dortmund im eigenen Stadion weniger Probleme mit der Frankfurter Eintracht, zumal deren Trainer Armin Veh seine Mannschaft auf vier Positionen umbaute.

Wenig war zu sehen vom Spiel aus einem Guss, vom erfolgreichen Pressing, wie es die SGE unter der Woche noch praktiziert hatte. Die geänderte taktische Ausrichtung war ja zu erwarten gewesen, weniger jedoch die Aussetzer, die den Plan der Gäste früh obsolet machten. Der BVB dagegen zeigte, was Selbstvertrauen gepaart mit Lernfähigkeit ausmachen können. Gerade die von mir nach dem Pokalspiel noch kritisierte linke Seite mit Schmelzer und Großkreutz zeigte sich enorm verbessert; beide nutzten den Raum über den Flügel und setzten die Gäste-Defensive immer wieder unter Druck. Es dürfte dabei eine Rolle gespielt haben, dass dem Frankfurter Rechtsverteidiger Jung früh ein schwerer Fehler unterlief, als er den Ball an Mkhitaryan verlor und dieser einen herrlich präzisen Pass in den Laufweg von Aubameyang spielen konnte: 1:0 nach zehn Minuten.

Überhaupt: Mkhitaryan und Aubameyang. Die persönlichen Erfolge in den letzten Partien haben offensichtlich gut getan. Wo sind jetzt die Zweifler, die Kommentarschreiber, die von „Fehleinkäufen“ sprachen? Und wenn wir gerade beim Thema sind: Wo ist die BVB-Krise? Wie ist die schwarz-gelbe Borussia aus der Winterpause gekommen, wie die andere? Und Leverkusen? ‚Miki‘ und ‚Auba‘ gehörten jedenfalls zu den Matchwinnern am Samstag, auch dank ihres zweiten gemeinsamen Tores: Gut zehn Minuten nach der Führung schlug ersterer einen Eckball in den Strafraum, Manuel Friedrich verlängerte mit dem Hinterkopf Richtung Tor, Keeper Trapp konnte den Ball per Reflex nur kurz abwehren und Pierre-Emerick stand frei und bereit, um einzuschieben.

Wenn es noch etwas Schatten beim Neuzugang aus St. Etienne gibt, dann betrifft er sein Passspiel. ‚Auba‘ gibt sich redlich Mühe, nach einem schnellen Lauf einen besser postierten Mitspieler wie etwa Lewandowski einzusetzen, doch das sollte noch präziser werden. Ein oder zwei Tore mehr wären dadurch gestern drin gewesen. Nach der beruhigenden Führung ließen die Schwarz-Gelben ihre Gäste etwas mehr in die Offensive gehen, wie es eigentlich deren Stil ist. Doch man ließ sich eben nicht hinten reindrängen, nicht nervös machen wie in manch anderem Spiel in dieser Saison.

Das möglicherweise entscheidende 3:0 fiel dann etwas unglücklich für die Eintracht. Robert Lewandowskis Beschwerde über den Umgang der Referees mit ihm schien Wirkung zu zeigen, als Peter Sippel in der 48. Minute nach einem Schubser von Djakpa im Strafraum auf den Punkt zeigte. Seine Mitspieler ließen Lewa antreten und der schoss den Elfmeter, wie man ihn kaum besser schießen kann, ins rechte Eck.

Zu diesem Zeitpunkt war Frankfurts Innenverteidiger Anderson, Ersatz für Carlos Zambrano, bereits verletzungsbedingt ausgewechselt und durch den jungen Marc-Oliver Kempf ersetzt worden. Und die gesamte Gäste-Defensive präsentierte sich bis gegen Ende des Spiels immer wieder anfällig, fand keine Mittel, die schnellen Gegenstöße des BVB zu unterbinden. Schmelzer kam halblinks frei zum Kopfball, doch der wurde noch von der Linie gekratzt. Und auch Offensivexperten wie Lewandowski und Großkreutz vergaben Chancen.

Die Sahnehaube kam diesmal von der Bank: Winterverpflichtung Milos Jojic wurde in der 68. Minute für Mkhitaryan eingewechselt – 17 Sekunden später hatte er den Ball ins Tor geschossen. Bundesliga-Rekord für einen Debütanten! Es war zwar keine allzu schwere Aufgabe, einzunetzen, nachdem Trapp Kevin Großkreutz‘ Schuss prallen lassen musste, doch Jojic war sofort am richtigen Platz, als es zählte.

Der BVB brachte die Partie in der Folge sehr souverän über die Bühne, spielte weiter nach vorne und nahm erst in den letzten fünf Minuten wirklich Tempo raus. Jürgen Klopp gebührt nicht nur für die Jojic-Einwechslung Anerkennung – gestern überzeugte vor allem die Entscheidung, hinten rechts wieder auf Piszczek zu setzen und Kevin auf seiner früheren Position im linken Mittelfeld aufzubieten. Denn auch ‚Piszczu‘ bespielte seinen rechten Flügel mit Aubameyang sehr gut und nutzte freie Räume.

Sollte das Maß der Verletzungen nun endlich voll sein, könnte die Borussia mit diesem Kader in der Rückserie noch einiges reißen. Natürlich darf man nicht vergessen, dass das Auftaktprogramm in der Liga auf dem Papier nicht sonderlich schwer ist. Ob der Trainerwechsel beim ChaoSV die richtige Entscheidung war, um am nächsten Wochenende etwas gegen den BVB zu holen?

Die Mannschaft: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer – Kehl, Sahin – Aubameyang (71. Hofmann), Mkhitaryan (68. Jojic), Großkreutz – Lewandowski (81. Schieber). Gelbe Karte: Sahin. Tore: Aubameyang (2), Lewandowski (EM), Jojic

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