Kälte in der Freiburger Wärme gefragt

Über 20 Grad im Breisgau, ein sympathischer Klub mit einem ebensolchen Trainer, dem vor der Saison die halbe Mannschaft weggekauft wurde und der nun erwartbar im Abstiegskampf steckt. Freiburg strahlt Wärme aus, auch und gerade an diesem Wochenende. Christian Streich und die Fans des Sportclubs haben notgedrungen gelernt, nach jedem Rückschlag wieder aufzustehen und es wäre ihnen allemal zu gönnen, wenn sie erstklassig blieben.

Man kann davon ausgehen, dass sich Jürgen Klopp und die schwarz-gelben Jungs vergleichbare Gedanken vor und während des Spiels im Dreisamstadion nicht machen werden. Dennoch wird es am Sonntagnachmittag darum gehen, in möglicherweise hitziger Atmosphäre auf dem Platz kühl zu bleiben und nicht unaufmerksam und fahrig aufzutreten wie beim anderen Abstiegskandidaten in Hamburg. Der Sportclub hat prinzipiell eine gute Spielkultur, doch reicht die Qualität aufgrund des personellen Aderlasses selten für fehlerfreie Auftritte. Jürgen Klopp charakterisiert die Freiburger Leistungen in der heutigen Pressekonferenz treffend, wenn er sagt, dass Streichs Team immer im Spiel sei. Ein Zusammenbruch wie etwa gelegentlich bei den Blauen wird man von den Breisgauern nicht erleben – was nicht heißen muss, dass man gegen sie nicht mal höher gewinnen kann.

Christian Streich muss übermorgen auf Mittelfeldmann Vaclav Pilar und Stürmer Sebastian Freis verzichten. Beide sind keine absoluten Stammkräfte; der von Wolfsburg ausgeliehene Pilar hatte in dieser Saison besonders lange mit Verletzungen zu kämpfen. Jürgen Klopp ließ einen Einsatz von Robert Lewandowski, der mit einer Bänderdehnung von der Nationalmannschaft abreiste, offen. Ein Verletzungsrisiko scheint der BVB-Trainer beim Tabellen-17. nicht eingehen zu wollen, Gedanken über den Ersatz hat er sich schon gemacht. Ob im Fall der Fälle aber Schieber oder Aubameyang den Vorzug im Sturmzentrum erhalten würde, wollte er noch nicht verraten. Die Variante mit dem treffsicheren Neuzugang in der Mitte und Reus sowie Großkreutz auf den Flügeln erscheint jedoch deutlich wahrscheinlicher. Marvin Duksch kommt wegen einer Verletzung nicht in Frage. In der Innenverteidigung dürfte unterdessen das Duo Hummels / Sokratis wiedervereint werden.

Nebenbei konterte Jürgen Klopp heute auch mit deutlichen Worten und feiner Ironie den immer unerträglicher egozentrischen Matthias Sammer, der die Arbeit der Bayern-Konkurrenten in Frage gestellt hatte. Endlich mal keine Ergebenheitsadressen an den größten Klub aller Zeiten – und Klopp stellt es auch noch deutlich geschickter als ‚Aki‘ Watzke an.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s