Hoeneß und Hybris

(Updated) Immer wieder haben sich Funktionäre des FC Bayern in den letzten Jahrzehnten über, sagen wir, schillernde Persönlichkeiten des Fußball-Geschäfts wie Roman Abramowitsch oder den ehemaligen Präsidenten von Deportivo La Coruna, Augusto Cesar Lendoiro mokiert. Heute nun wurde der amtierende Bayern-Präsident Uli Hoeneß in erster Instanz zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Mit Karl-Heinz Rummenigge hat ein Vorbestrafter den Vorstandsvorsitz des Vereins inne.

Nun wird dem nahezu jeder Bayern-Fan entgegenhalten, dass es sich um private Verfehlungen der FCB-Verantwortlichen handle und diese selbst immer nur das unseriöse Geschäftsgebaren mancher internationaler Konkurrenten gebrandmarkt hätten. Das Fußball-Business des Klubs werde selbstverständlich vorbildlich geführt.

Das ist nach allem was man weiß, zutreffend. Doch gibt es wirklich keine Verbindung zwischen den Handlungen des Sportfunktionärs Hoeneß und seinem privaten Verhalten? Gibt es keine Parallele zwischen einer Vereinspolitik nach dem Motto „Wenn wir mal nicht die Besten sind, kaufen wir so lange bis wir es wieder sind“ und Hoeneß‘ privater Zockerei mit der Einstellung „Mache ich mit meinen Finanzgeschäften mal Verluste, setze ich einfach noch einen drauf“?

Der Bayern-Präsident hat sein damaliges Verhalten selber als eine Sucht charakterisiert. Doch entsprang sie nicht der gleichen Hybris wie die Vereinshaltung „Wir machen etwas, weil wir es können“? Ist es nicht vielmehr eine Hybris der Macht, die ihn beim FC Bayern wie privat angetrieben hat? Was auch immer es war, letztendlich hat es dazu geführt, dass aus dem Fußball-Uli der Angeklagte und Verurteilte Ulrich Hoeneß geworden ist.

UPDATE: Nun hat es Hoeneß tatsächlich noch zu einem so gut wie möglichen Ende gebracht. Respekt, ULI. Und wann kommt der Sat1-Fernsehfilm?

3 Gedanken zu “Hoeneß und Hybris

  1. Natürlich werden jetzt Spekulationen befeuert, nur, es sollte zwischem privaten und sportlichen getrennt werden. Ich bin weiß Gott kein Bayernfan, aber ihr Festgeldkonto haben sie sich redlich verdient und erarbeitet. Alles andere ist wirklich Spekulatius.

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  2. Also jetzt nur mal auf meinen Artikel bezogen: Ich versuche nicht, eine Verbindung zwischen den finanziellen und steuerlichen Angelegenheiten von Uli Hoeneß und denen des FCB herzustellen. Sondern es geht darum, eine mögliche Parallele bezüglich Hoeneß‘ Einstellung aufzuzeigen. Das ist tatsächlich nichts als Spekulation, aber wie könnte man sich sonst der Frage annähern, wie es bzw. er so weit kommen konnte? Richtig beantworten kann er das vielleicht nicht mal selber.

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