Was nun, Borussia?

Während anderswo schon diskutiert wird, ob es Roman Weidenfeller von 0 auf Platz 1 in Joachim Löws Torwart-Charts schafft, wirft dieses Blog noch mal einen Blick zurück und selbstverständlich einen voraus in die nahe Zukunft von Borussia Dortmund. Die nüchternen Fakten der schwarz-gelben Saison lauten: Vizemeister mit 19 Punkten Rückstand auf den FC Bayern und sieben Vorsprung auf die Blauen. Im Pokalfinale unglücklich am Meister gescheitert. In der Champions League im Viertelfinale denkbar knapp dem späteren Sieger unterlegen. Das ist alles andere als eine Bilanz des Scheiterns – das ist die Behauptung eines sehr hohen Niveaus.

Natürlich gab es Partien, die enttäuscht haben. Sie waren häufig genug mit dem Fehlen wichtiger Stammkräfte verbunden und dennoch durfte man sich einige Male zu Recht ärgern – erinnern wir uns etwa an das letzte Hinserienspiel gegen Hertha BSC. Doch welcher Verein kann solche Rückschläge über eine ganze Saison schon vermeiden? Gemessen an den finanziellen Kräfteverhältnissen ist der BVB jedenfalls weiterhin ‚over-achiever‘.

Doch wie geht es weiter? Unbestritten ist der Weggang von Robert Lewandowski ein beträchtlicher Einschnitt für den Verein, der vermutlich nicht ohne Weiteres kompensiert werden kann. Es sieht danach aus, dass Jürgen Klopp und Michael Zorc nach Adrian Ramos noch einen zweiten Topstürmer verpflichten wollen, um die Last auf mindestens vier Schultern zu verteilen. Im Gespräch ist nach wie vor Italiens Torjäger Ciro Immobile, dessen Transferrechte bei den beiden Turiner Serie A-Klubs liegen. Doch sicher ist hier noch nichts: Unter 20 Millionen Euro wird der Spieler nicht zu bekommen sein und zumindest gerüchteweise sollen Atletico Madrid und der FC Barcelona ebenfalls Interesse (gehabt) haben.

Ob es nun Immobile oder jemand anders wird: Ein zweiter Topstürmer birgt die Frage, ob es den Verantwortlichen um taktische Flexibilität (Zwei-Mann-Sturm), motivationsfördernde Konkurrenz oder einfach die Sicherheit eines erstklassigen Kaders geht. Keiner der beiden Spieler ist wohl so einzuschätzen, dass er sich monatelang still auf die Bank setzen würde. Außerdem gibt es mit Ji Dong-Won und Aubameyang weitere Kandidaten für den Angriff, über deren Einsatzmöglichkeiten man sich Gedanken machen muss. Doch will man Lewa halbwegs adäquat ersetzen, muss die Borussia wohl klotzen statt kleckern und auf das Beste hoffen. Finanziell verrückte Sachen wird die Führung hoffentlich nicht machen.

Zu hoffen bleibt auch, dass die Stärkung der Defensive nicht wieder hinten runter rutscht. Mit Matthias Ginter vom SC Freiburg ist ein junger und sehr flexibler Spieler im Gespräch. Wie schon im letzten Sommer halte ich es für wichtig, einen Mann zu holen, der überzeugend eine oder beide Außenverteidiger-Positionen bekleiden kann – dort war die Leistungsdichte in der letzten Saison am geringsten. Viel mehr muss man gar nicht tun – schließlich werden nach derzeitigem Stand Bender, Gündogan und Kuba zurückkehren und den Kader von innen vertiefen. Schön wäre natürlich, die wichtigen Deals vor der WM abzuwickeln, um neue Unsicherheiten durch das Turnier zu vermeiden.

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