Gute Spiele, schwache Schiris?

Nach den ersten drei Tagen der Fußball-Weltmeisterschaft zeichnet sich ein deutlich besseres Niveau ab als bei den letzten großen Turnieren – nicht nur wegen des Krachers Niederlande gegen Spanien. Es macht Spaß, es gibt Überraschungen wie Costa Rica und spektakuläre Tore wie durch van Persie und Robben.

Diskussionswürdig sind die Schiedsrichter-Leistungen. In den jüngsten Partien waren sie unauffällig; gesprochen wird vor allem über Brasilien v Kroatien, Mexiko v Kamerun sowie die eben in jeder Hinsicht denkwürdige Final-Wiederholung. Fehl am Platz ist jedenfalls die eurozentristische Sichtweise, in Topspielen wie der WM-Eröffnung müsse ein Referee aus einem der großen, sprich: europäischen, Verbände pfeifen. Das klang heute Vormittag auch im Sport1-WM-Doppelpass an – einer Sendung, die mit dem Anbruch des Sommers und dem Ende der Bundesliga-Saison nicht besser wird. Die Runde war noch nicht mal informiert über den Schiedsrichter des Deutschland-Spiels, den Serben Milorad Mazic, der schon am Samstag bekannt gegeben worden war.

Während die lächerliche Elfmeter-Entscheidung des Japaners Nishimura für Brasilien dem Spiel tatsächlich eine entscheidende Wendung gegeben haben könnte, stehen dem zwei klare Schnitzer des Italieners Rizzoli gegenüber – der folgerichtig vom „Kicker“ ebenso wie Nishimura die Note 5 bekam. Für mich war der Elfer für Costa schon beim ersten Ansehen sehr zweifelhaft, auch wenn das der Kommentator anders gesehen hatte. Das Foul gegen Casillas vor dem 3:1 war dagegen vor dem Bildschirm zunächst schwer zu erkennen – dafür umso deutlicher in der Wiederholung. Und auch zumindest einer der Unparteiischen hätte es sehen müssen.

Dass in den Medien auch der Kolumbianer Perez (leitete Mexiko v Kamerun) so scharf kritisiert wurde, scheint mir eine Überreaktion nach dem Auftaktspiel gewesen zu sein. Ja, er pfiff zwei Treffer zu Unrecht zurück, aber die Abseitssituation war knapp und nur das nicht existente Foul nach einer halben Stunde wirklich schwer verständlich. Ob die Europäer also wirklich die besseren Spielleiter sind – Brych und Kuipers waren tatächlich gut drauf – muss sich noch zeigen.

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