Neuer Deal: Ist das die nächste Dimension?

Der Chemiekonzern Evonik ist künftig nicht mehr nur Hauptsponsor sondern auch Anteilseigner bei Borussia Dortmund, zahlt für 9,06 Prozent der Aktien – hervorgegangen aus einer Kapitalerhöhung – 26,7 Millionen Euro. Außerdem wurde der bestehende Sponsorenvertrag bis 2025 verlängert. Das Internetportal „Der Westen“ schreibt von jährlichen Zahlungen von über 20 Millionen Euro. Zusammen mit einer weiteren geplanten Kapitalerhöhung – bis zu 24 Millionen Aktien könnten noch ausgegeben werden – sind in den nächsten gut zehn Jahren Einnahmen von etwa 350 Millionen Euro nur aus diesen beiden Quellen realistisch.

Ob die von „Der Westen“ kolportierte jährliche Summe dann nur im Erfolgsfall zustande kommt, ist schon beinahe egal. Der Vertrag mit dem Hauptsponsor verkleinert auf jeden Fall die Lücke zu den Dimensionen des Telekom-Deals beim FC Bayern. Ist der BVB damit aber schon insgesamt auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister? Wohl kaum. Der finanzielle Vorsprung der Münchener auf allen Ebenen ist groß. Ohne genaue Vergleiche anstellen zu können, muss man darauf hinweisen, dass es sich ja um ein Gesamtpaket bis Mitte des nächsten Jahrzehnts handelt. ‚Nur‘ die Kapitalerhöhungen kämen dem Verein bzw. der KgaA direkt zugute – der Vorgriff auf weitere Zahlungen wäre gleichbedeutend mit neuen Schulden.

Natürlich wird aber der Spielraum der Schwarz-Gelben größer und die Lücke zu den Roten etwas kleiner. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kann sich vorstellen, die Hypothek auf das Westfalenstadion vorzeitig abzulösen und die Geschäftsstelle des Vereins zu kaufen. Auch weitere Investitionen in die Infrastruktur sind denkbar. Derzeit ist nicht die Rede davon, dass neue Rekordeinkäufe geplant sind – aber das würde der Verein auch kaum kommunizieren. Es ist dennoch nicht zu erwarten, dass nun gleich die Angel nach unrealistischen Transferzielen ausgeworfen wird. Dranbleiben will die Borussia vorerst nur an Matthias Ginter vom SC Freiburg.

Der FC Bayern bleibt vorne – aber enteilt der BVB immerhin dem Rest der Konkurrenz? Sollte es den Anschein danach haben, könnten die Werksklubs aus Wolfsburg und Leverkusen möglicherweise noch einmal eine Schippe Kohle drauflegen. Dem Schalker Hauptsponsor ist ohnehin vieles zuzutrauen. Zu befürchten ist, dass dann eine noch viel größere Kluft zwischen fünf bis sechs Topklubs und dem Rest der Liga entsteht. Zu Letzterem würden dann auch ehrliche, hart arbeitende und in ihren Dimensionen erfolgreiche Vereine wie Mainz, Augsburg oder (bald wieder?) Bremen gehören. Eine solche Entwicklung hielte ich für zwiespältig bis bedenklich. Mehr Konkurrenz für die Bayern – bestens! Aber Langeweile gegen die restlichen Klubs wäre schade.

Positiv ist jedoch, dass die Borussia nun vorerst gegen den Ansturm eines Konstrukts wie RB Leipzig gerüstet zu sein scheint. Auch in der Zukunft – und nicht nur gestern, als die schwarz-gelben B-Junioren durch ein 2:1 bei den Kunstkickern in Leipzig Meister wurden.

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