Ginters Kindheitstraum und Nevens Rückkehr

Wie angekündigt hat Borussia Dortmund noch am Mittwochabend Matthias Ginter vom SC Freiburg verpflichtet. Der 20-jährige Abwehrspieler hat einen Vertrag bis Juni 2019 unterschrieben und soll die Schwarz-Gelben zehn Millionen Euro plus Bonuszahlungen kosten. Und es gibt wohl kaum schönere Musik in den Ohren der BVB-Fans als Matthias‘ erstes Statement:

Für mich geht heute ein Kindheitstraum in Erfüllung. Ich war immer großer BVB-Fan und darf nun das Trikot meines Lieblingsvereins tragen. In Dortmund möchte ich den nächsten Schritt meiner sportlichen Entwicklung machen.

Beste Voraussetzungen also für eine goldene Zukunft in schwarz-gelb? Bekannt ist, dass sich die Transferverhandlungen zwischen den Vereinen hingezogen haben und der SC Freiburg einen Wechsel zwischenzeitlich ausgeschlossen haben soll. Ein Argument der Breisgauer war, dass es für die Entwicklung Ginters besser sei, Woche für Woche zu spielen. Ob er das beim BVB in seiner ersten Saison schaffen wird, ist sehr fraglich.

Ginter wird von den Dortmunder Offiziellen primär als Innenverteidiger gesehen, doch Michael Zorcs Aussage zu seinen Fähigkeiten ist offener geworden. „Matthias ist als spielstarkes und flexibel einsetzbares deutsches Toptalent für uns immer in höchstem Maße interessant gewesen“, sagte der Sportdirektor nach der Vertragsunterzeichnung. Man traut dem Neuzugang offensichtlich zu, im defensiven Mittelfeld oder womöglich im Notfall auch auf den Außenpositionen einzuspringen. Was dann doch etwas mehr Sinn ergibt als noch einen reinen Innenverteidiger zu verpflichten.

Klar, zu Beginn der Saison könnte Ginter in die Startelf rutschen. Mats Hummels ist wegen seines Urlaubs erst zum Ligaauftakt wieder eingeplant. Bei Neven Subotic muss man abwarten, ob ihm die Vorbereitungsphase reicht, um wieder auf die notwendige Match-Fitness zu kommen – auch in qualitativer Hinsicht. Der Kreuzbandriss scheint ausgestanden: Gestern wurde Neven beim Testspiel in Heidenheim in der 74. Minute eingewechselt. Der BVB gewann 4:3 und kassierte während Nevens Einsatzzeit kein Gegentor mehr. Mkhitaryan gelangen in glühender Hitze im Albstadion zwei Treffer, Aubameyang erzielte das 1:0 und Gyau den Endstand.

Ginter muss also bis zum Supercup gegen Bayern Neven oder Sokratis hinter sich lassen. Keine einfache Aufgabe, da Jürgen Klopp verdienten Spielern gewöhnlich erst mal Rückendeckung gibt. Gut möglich, dass Matthias deshalb in den Testspielen auch mal auf der ‚6‘ ausprobiert wird. Ein weiterer Aspekt seiner Verpflichtung ist die schwarz-gelbe Abwehr der Zukunft. Es wird in der kommenden Saison unweigerlich Gerüchte über einen möglichen Wechsel von Mats Hummels geben. Die starke WM und seine Fähigkeiten nach vorne machen ihn zu einem äußerst begehrten Spieler. Ob er auch angesichts des privaten Umfelds weiterhin voll auf Dortmund fixiert bleibt, ist offen. Gut möglich, aber wer will dafür die sprichwörtliche Hand ins Feuer legen? Neven Subotic wird selbstverständlich diese Saison in schwarz-gelb spielen, aber er äußerte in der Vergangenheit, sich irgendwann die Premier League vorstellen zu können.

Ginter scheint also in jedem Fall eine lohnende Investition in die Zukunft zu sein – und ein Spieler, der zum Verein steht. Bleibt die Frage nach dem Zeitpunkt des Transfers. Wie glücklich der gewählt ist, muss die Saison erweisen. Unabhängig davon freue ich mich auf den jungen Weltmeister. Willkommen, Matthias Ginter!

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