Zahlen und (kaputte) Beine

Die Bücher stimmen: Rechtzeitig vor dem Bundesliga-Auftakt hat Borussia Dortmund bekanntgegeben, dass die KgaA wie berichtet eine weitere Kapitalerhöhung durchführt und neben Evonik auch Signal Iduna und Puma als Großaktionäre einsteigen. Der BVB könnte damit nochmals gut 114 Millionen Euro erlösen. Das Geld soll für die Rückführung der übrig gebliebenen Verbindlichkeiten und als Liquiditätsreserve genutzt werden. Ab 2018 will Hans-Joachim Watzke auch deutlich mehr in das Budget der Mannschaft investieren. Nicht explizit eingegangen wurde auf die Möglichkeit, schon zuvor Marco Reus und Mats Hummels mit großzügigen Angeboten langfristig an den Verein zu binden.

Heute schreiben wir jedoch den 22. August 2014. Es ist der Tag, an dem Meister Bayern München die neue Bundesliga-Saison eröffnet. Der Tag vor dem ersten Topspiel zwischen der Borussia und Bayer Leverkusen. Reus und Hummels sind noch da, aber eine lange Verletztenliste, die jene des FCB noch übertrifft, beutelt Jürgen Klopp und das Team. Am Dienstag holten sich die Schwarz-Gelben das Verletzten-Triple. Zumindest wurde an diesem Tag bekannt, dass der formstarke Oliver Kirch zwei Monate, Ji Dong-Won sechs Wochen und Adrian Ramos zumindest für die Partie am Samstag ausfällt. Eine Reihe von Spielern wird derzeit langsam an das Mannschaftstraining herangeführt, darunter Gündogan, Sahin, Kuba und Hummels.

Noch hat Trainer Klopp kompetenten Ersatz im Kader, doch die Variationsmöglichkeiten gegen einen sehr starken Kontrahenten wie Leverkusen werden geringer. Unsicher ist derzeit, ob Roman Weidenfeller anstelle von Mitch Langerak schon morgen ins Tor zurückkehrt. In der Abwehr spricht einiges für Sokratis und Ginter innen sowie Piszczek und Durm außen. Sven Bender dürfte im defensiven Mittelfeld den Vorzug vor Kehl kriegen und an der Seite von Milos Jojic stehen. Noch etwas sicherer sollte die Offensive aus Aubameyang, Reus, Mkhitaryan und Immobile bestehen, in welcher Formation auch immer.

Der Gegner hat in Roger Schmidt einen neuen Trainer, der sich bisher in Parderborn und beim Plastikklub aus Salzburg empfohlen hat. Dazu kommt in Hakan Calhanoglu noch ein umstrittener neuer Star. Dennoch ist nicht abzustreiten, dass die Werkself eine kompetente Führung hat, die auch in diesem Jahr wieder eine originelle Transferpolitik betreibt. Der junge Kroate Tin Jedvai und der Ex-Braunschweiger Bellarabi haben in der Champions League-Quali schon angedeutet, dass sie etwas drauf haben. Außerdem steht weiterhin Dortmund-Schreck Son Heung-Min im Aufgebot und Nicht-WM-Fahrer Stefan Kießling ist schon in beängstigender Frühform.

Ob der Kader der Gäste am Ende der Spielzeit reicht, um wirklich die Top 3 anzugreifen, ist wieder eine andere Frage. Es gab ja auch prominente Abgänge wie Sidney Sam und Emre Can. Doch derzeit sind die Leverkusener womöglich der härtestmögliche Gegner – wenn man sich die Ausfall-Liste bei den drei Topklubs der letzten Saison anschaut. Bei der Werkself könnten sogar die einzigen zuletzt Angeschlagenen, Lars Bender und Neuzugang Papadopoulos, zum Kader für das Westfalenstadion gehören. Da wird es Roger Schmidt kaum stören, dass seine Jungs schon am Dienstag in Kopenhagen ran mussten – und am Mittwoch das Rückspiel austragen. Sollte der BVB diesen Kracher siegreich bestreiten, wäre das ein echtes Ausrufezeichen. Auf ein Neues, schwarz-gelbe Jungs!

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