BVB ist sein stärkster Gegner

1. Bundesliga, 5. Spieltag / BVB 2 VfB Stuttgart 2

Es war angerichtet: Der Tabellenletzte musste auf Maxim sowie Ibisevic verzichten und opferte am Mittwoch Sportdirektor Fredi Bobic. Doch die Vorzeichen können noch so schlecht stehen – wenn sich der Gegner solch katastrophale Fehler wie die Borussia leistet, kann jede Bundesligamannschaft gegen jede andere punkten.

Mit naheliegenden Änderungen in der Startelf – Subotic für Ginter, Schmelzer für Durm und Immobile für Ramos – ging der BVB ins Spiel. Doch die angespannte Personallage ließ gegen disziplinierte Stuttgarter zunächst wenig Zwingendes zu. Das ist nicht respektlos gegenüber der Leistung der Gäste gemeint, aber wenn Shinji Kagawa der einzige Spieler mit zündenden Ideen ist, wird es eben schwierig. Zur Mitte der ersten Halbzeit wirkten die Schwaben kurzzeitig sogar gefährlicher – ein Eindruck, der sich nach Piszczeks schönem Lupfer in den Lauf von Kagawa wieder legte.

Die Borussia beendete die Hälfte stark und wirkte Anfang der zweiten ebenso entschlossen. Doch dann leistete man sich hinten einen kollektiven Blackout, den man so in diesem Stadion auch nicht alle Tage sieht. Beteiligt waren unter anderem Immobile (Fehlpass, im Anschluss zu spät), Jojic (ließ Flanke zu), Schmelzer (verlorener Zweikampf) sowie innen die eigentlich chancenlosen Piszczek und Subotic. Eine wirklich peinliche Szene, die zumindest durch einen Schuss auf die Tribüne hätte entschärft werden können. So gelangte der Ball von Stuttgarts rechter Seite irgendwie zum zentral stehenden Torschützen Didavi.

Die Schein-Dominanz der Borussia führte in der Folge kaum zu echten Torchancen. Großkreutz und Aubameyang auf den Flügeln ließen nach, Bender und Jojic steuerten offensiv ebenfalls kaum Effektives bei. Und dann ließ sich die Defensive durch einen einfachen hohen Pass von Rüdiger düpieren, so dass Schmelzer plötzlich im Strafraum allein gegen Werner und Didavi stand. Hätte der Linksverteidiger den Ball durchgelassen, hätte vermutlich Weidenfeller geklärt. Doch Schmelle produzierte eine beinahe akrobatische Vorlage auf Werner, der nur noch zu seinem Mitspieler querlegen musste.

Ein Tiefschlag, doch es war noch nicht vorbei. Eingedenk der oft seltsamen Spiele gegen Stuttgart war auch das Stadion noch hellwach und tatsächlich gelang Aubameyang nach cleverem Zuspiel von Piszczek der Anschlusstreffer. Direkt im Anschluss musste der schnelle Offensivmann an der Seite von Kevin Großkreutz raus – Hummels und Gyau kamen. Eine mindestens diskussionswürdige Entscheidung von Jürgen Klopp, die durch den Ausgleich nach Freistoß und Ullreich-Patzer nur teilweise bestätigt wurde.

Am Ende hätte Lukasz Piszczek die Partie gegen die Schwaben erneut zu einer denkwürdigen machen können – hätte nicht erneut Rüdiger entscheidend eingegriffen und kurz vor der Linie geklärt. Doch ganz am Ende gibt es bei aller Erleichterung kaum eine Entschuldigung, warum gegen diesen Gegner zu diesem Zeitpunkt zu Hause keine drei Punkte geholt wurden. Mats Hummels‘ Einwechslung war zwar ein Versprechen für eine stabilere Abwehr-Zukunft, aber bei der Riesenchance für Gentner sah auch der Hoffnungsträger nicht gut aus.

Der BVB steht also nach fünf Spieltagen auf Platz 8, mit vier Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze. Nun muss das Derby am Samstagnachmittag von allen als Chance begriffen werden, mit 90 Minuten wieder alles gerade zu rücken. So schnell könnte es gehen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Sokratis, Schmelzer – Bender (66. Ramos), Jojic – Aubameyang (74. Gyau), Kagawa, Großkreutz (74. Hummels) – Immobile. Gelbe Karten: Sokratis, Subotic. Tore: Aubameyang, Immobile

3 Gedanken zu “BVB ist sein stärkster Gegner

  1. Vor der Saison hieß es noch :“ Dieses Jahr ist die Chance aufgrund der WM besonders groß etwas am Saisonende zu holen, auch deshalb ist der start so wichtig um die Konkurrenten gleich unter Druck zu setzen“. Doch die Gegner haben Punkte liegen gelassen und wir waren wieder nicht da um diese Gelegenheiten zu nutzen. Man hat mit einem breiteren Kader richtig reagiert auf die vielen Verletzten der Vorsaison, doch in diesem Jahr trifft es uns mindestens genauso hart was Verletzungen angeht, obwohl wir relativ wenige WM Fahrer hatten oder diese kaum Einsatzzeiten. Die vielen Niederlagen nach CL Spieltagen sind mir ebenfalls ein Dorn im Auge. Bin gespannt wie es in der nächsten Wochen aussieht..

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  2. Also ich habe da nie dran geglaubt, dass es dieses Jahr leichter wird. Der Lewandowski-Abgang und die WM-Abstellungen haben eher für eine schwerere Ausgangsposition gegenüber manchem Konkurrenten gesorgt. Und die Bayern haben halt noch mal dick nachgelegt.

    Dass das bei uns mit den Verletzten wieder so dick kommt, macht uns gerade richtig zu schaffen. Auch wenn man damit nicht jeden Abwehrfehler der letzten Spiele erklären kann – eher die Defizite im Aufbau und bei der Kreativität.

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  3. Ich hatte mir vor der Saison eigentlich schon was ausgemalt. Nachdem allerdings das komplette Mittelfeld ausgefallen ist nicht mehr. Obwohl wir nicht allzu viele Spieler bei der WM im Einsatz hatten, merkt man schon das die Vorbereitung den Jungs fehlte.

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