Don’t call it Krise!

1. Bundesliga, 6. Spieltag / FC Schalke 2 BVB 1

Borussia Dortmund verliert das Derby und versinkt im Mittelfeld. Sieben Punkte Rückstand auf die Bayern, immerhin fünf auf die zweite Borussia – befriedigend ist das selbstverständlich nicht.

Die Geschichte des im und um das Stadion vergleichsweise Randale-freien Spiels ist recht schnell erzählt: Der BVB machte erneut zweimal eine ausgesprochen schlechte Figur in der Defensive und wurde dafür bestraft. 10. Minute: Ecke Aogo, Mats Hummels bleibt nicht an Matip dran, so dass der unbedrängt einköpfen kann. Noch schlimmer die Szene vor dem 0:2: Nach einem von Weidenfeller abgewehrten Schuss schlägt Adrian Ramos den Ball weg – nur dummerweise direkt in die Mitte des Strafraums, wo Choupo-Moting bereitsteht. Blöde Sache, selbst für einen Stürmer.

Erneut führten zwei absolut vermeidbare Fehler zu einem Zwei-Tore-Rückstand. Es wäre allerdings zu kurz gegriffen, nur über die Abwehrarbeit zu sprechen. Der FC Schalke spielte die Schwarz-Gelben ja nicht schwindlig, nicht mal in der ersten Halbzeit, in der die Tore fielen. Insgesamt hatte der BVB mehr vom Spiel; es fehlte allerdings zu oft der Punch. Vor allem kamen durch die Mitte zu wenig klare Spielzüge mit genauen Pässen. Besser, aber nicht perfekt wurde es in Hälfte 2, als Shinji Kagawa kam. Den hatte Jürgen Klopp zugunsten von Adrian Ramos auf der Bank gelassen und dann ausgerechnet für Ciro Immobile eingewechselt – beide Entscheidungen kann man hinterfragen, aber natürlich ohne Informationen aus erster Hand nicht abschließend beurteilen.

Tatsache ist, dass ohne Shinji (und Reus und Mkhitaryan und Gündogan und Sahin) nicht die nötige Kreativität aus dem Mittelfeld da war. Eine schnelle rechte Seite mit Piszczu und Aubameyang reichte da nicht. Haben wir nach der Derbyniederlage und Platz 12 jetzt also eine Krise? Vielleicht für diejenigen, die viel mehr erwartet haben und einen solchen Start für ausgeschlossen hielten. Aber solange die Situation erklärbar bleibt und temporär erscheint, muss man mit solchen Rückschlägen leben. Schauen wir uns die Startelf von gestern an: Wer von den Spielern daraus ist weder neu noch durch längere Verletzungen oder die WM belastet? Es sind nur zwei: Pierre-Emerick Aubameyang und Lukasz Piszczek. Beide gehören zu den besten oder besseren Akteuren.

Ich werde jedenfalls weiterhin gegenüber allen, die die Augenhöhe mit dem FCB einfordern, seien es Medien oder triumphierende Bayern-Fans, die finanzielle Kluft anführen, die ohne Zweifel noch lange existieren wird. Nur der amtierende Meister kann es sich erlauben, mal eben auf eine Verletzung kurz vor Transferschluss mit der Verpflichtung eines rund 25 Millionen Euro teuren Abwehrspielers zu reagieren. Die Borussia wird sich wieder nach oben arbeiten und sollte damit möglichst gegen den Tabellenletzten anfangen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels (80. Sokratis), Durm – Aubameyang, Bender, Ginter, Großkreutz (69. Jojic) – Ramos, Immobile (57. Ramos). Gelbe Karte: Subotic. Tor: Aubameyang

2 Gedanken zu “Don’t call it Krise!

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