Unterdessen in Gelsenkirchen …

In Dortmund ist Ergebniskrise, in Gelsenkirchen Drama: Schalke 04 hat heute – zu diesem Zeitpunkt überraschend – Jens Keller, Co-Trainer Peter Hermann und Torwarttrainer Holger Gehrke entlassen. Als Nachfolger kommt Roberto di Matteo, der mit dem FC Chelsea in München gegen den FC Bayern die Champions League gewonnen hat.

Was mit Blick auf den Revier-Vergleich überzogen erscheint – immerhin steht S04 dank des Derbysiegs vor der Borussia – macht im Rückblick auf die Ära Keller durchaus Sinn. Die Blauen sind der Inbegriff fehlender Konstanz. Nie gelang es ihnen, eine positive Serie zu starten, in der sie auch durchgängig spielerisch überzeugen konnten. Angesichts der Qualität des Kaders ist das keine überzogene Forderung.

Nicht alle in Gelsenkirchen haben Keller so kritisch gesehen und natürlich wird nun wieder eifrig über alles und jeden diskutiert. Doch ganz unbescheiden: Es gibt Außenstehende, die schon ganz am Anfang etwas ahnten. Fragen sollte man sich lieber, warum die Verantwortlichen Roberto di Matteo nicht schon eher geholt haben.

Vielleicht hatte man Angst vor der eigenen Courage. Denn natürlich ist bei einem bodenständigen, aber auch fantasielosen Typen wie Jens Keller das Risiko eines spektakulären Scheiterns mit internationalem Medienrummel geringer als beim Champions League-Sieger di Matteo. Dass der sich in einem gegenüber Chelsea ganz anderen Milieu zurechtfinden wird, ist nicht sicher. Einen Hinweis darauf gibt aber sein positives Wirken bei seinem zweiten Premier League-Klub, dem absolut bodenständigen West Bromwich Albion. Nach all dem typischen Drama könnte aus den Blauen unter di Matteo in dieser Saison zumindest ein ernsthafter Konkurrent um die Revier-Meisterschaft werden.

2 Gedanken zu “Unterdessen in Gelsenkirchen …

  1. Ich finds ein wenig schade für Jens Keller. Meiner Meinung nach hat er bis zu diesem Zeitpunkt einen guten Job gemacht. Klar diese Saison gabs nach jedem Erfolg prompt einen Rückschlag, aber auch die Blauen haben extreme Verletzungssorgen. Außerdem sollte man nicht vergessen das er die Mannschaft zweimal in die CL geführt hat (beim zweitteuersten Kader der BL quasi auch Pflicht) und die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte hingelegt hat. Jedenfalls in der Rückrunde war eine gewisse Konstanz nicht zu leugnen.
    Bin gespannt ob jetzt im Umfeld endlich Ruhe einkehrt. Zwar ist Di Matteo nicht die erhoffte große Lösung aber scheinbar besitzt er mehr Ausstrahlung für die Medien.
    Sonntag noch Jens Keller bei Sky 90 relativ zuversichtlich erlebt und einen Tag danach durfte er gehen. So ist das Trainerleben..

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  2. Es ist sicher auch ein bisschen subjektiv, aber ich neige eher der Meinung zu, die auch manche Blaue vertreten: Keller ist keine 1A-Lösung. Ich fand sein Nachtreten gegen seinen Vorgänger beim VfB schon stillos. Und bei S04 lag die insgesamt gute Rückserie auch an der Verfassung manches Gegners zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens. Es war mMn nicht so überzeugend wie es sich rein ergebnistechnisch liest.

    Von mir aus hätten sie gerne mit Keller weiterwursteln können. Ich glaube aber, dass es dann nie für irgendetwas Großes gereicht hätte.

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