Dortmund steckt fest

1. Bundesliga, 8. Spieltag / 1. FC Köln 2 BVB 1

Warum sollte uns das nicht passieren – ein echter Rückschlag, nachdem es jahrelang bergauf gegangen ist? Nahezu alle Teams außer dem FC Bayern haben so etwas schon mitgemacht, allen voran unsere Reviernachbarn aus Gelsenkirchen. Ich habe nie geglaubt, dass dieser Rückschritt nicht kommen und der BVB Seit‘ an Seit‘ mit dem Rekordmeister an der Tabellenspitze einsam seine Kreise ziehen würde. Erneute Verletzungsmisere, die WM, der Verlust eines weiteren Schlüsselspielers – da kann man schon mal hinter Vereine wie Mönchengladbach, Wolfsburg oder sogar die Blauen zurückfallen.

Was nicht mehr normal ist: Nach acht Spieltagen steht die Borussia sogar zwei bzw. fünf Punkte hinter den Aufsteigern Köln und Paderborn. Für Letztere haben heute die Ex-Dortmunder Marvin Duksch und Uwe Hünemeier beim 3:1 gegen Frankfurt getroffen. Im direkten Duell mit den Ersteren hat der BVB zwar deutlich mehr Torschüsse und Ballbesitz zu verzeichnen, aber das Muster der letzten Wochen bleibt bestehen: Den Schwarz-Gelben fehlt die Effektivität nach vorne und hinten leistet man sich zwei bis drei entscheidende Fehler pro Spiel. Ob es nur an Details liegt, etwa dem kurzfristigen Ausfall von Erik Durm, wegen dem Kevin Großkreutz nicht so weit vorne wie gewohnt spielen konnte? Eher nicht. Es dürfte eine Mischung aus fehlender Eingespieltheit der Akteure und zunehmender Verunsicherung sein.

Entscheidend für den Kölner Erfolg war, dass die Gastgeber rechtzeitig zum momentanen Erfolgsrezept gegen Schwarz-Gelb fanden. Während der FC die Borussia in der ersten Viertelstunde noch zu frei agieren ließ, verschoben die Kölner danach besser von hinten raus, standen nicht mehr so tief und stellten das Mittelfeld gut zu. Die Konsequenz: Ballverluste und Fehlpässe des noch nicht eingespielten Mittelfelds, aber auch durch Mats Hummels, der ein besonders schwaches Spiel zeigte, allerdings auch eine lächerliche Gelbe Karte kassierte. Beim 0:1 konnte Rückkehrer Ilkay Gündogan einen Abschlag von Weidenfeller nicht unter Kontrolle bringen. Daraufhin sprintete Hummels ohne Not und Erfolg zum Ort des Geschehens und ließ so eine Zwei-gegen-zwei-Situation hinten entstehen, die letztlich Kölns Vogt nutzen konnte.

Nach dem schönen 1:1, das mit dem Zusammenspiel von Reus und Immobile ein Vorgeschmack auf das hätte sein können, was sich die meisten Borussen-Fans von ihrem Verein nach der Länderspiel-Pause eigentlich erwarten, gab es eine kurze Drangphase. Es waren aber zu unpräzise und letztlich keine brandgefährlichen Schüsse, die etwa Reus und Mkhitaryan noch abgaben. Damit die Kölner die Partie mit drei Punkten beenden konnten, war allerdings noch ein dicker Patzer von Roman Weidenfeller nötig. Nun haben wir in der Hinsicht eigentlich die komplette Hintermannschaft durch, und nicht nur die.

Also doch Krise? Temporär sicher, aber wie schwer die derzeitige Flaute wiegen wird, zeigt sich erst im Frühjahr. Wenn für die Schwarz-Gelben dann die Aufholjagd zu lang sein sollte und die internationalen Plätze nicht erreicht würden, könnten sich weitere Leistungsträger verabschieden. Erst dann muss man sich langfristig Sorgen machen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Großkreutz – Gündogan (90. Subotic), Kehl – Mkhitaryan (68. Aubameyang), Kagawa, Reus – Immobile (75. Ramos). Gelbe Karten: Mkhitaryan, Hummels, Sokratis. Tor: Immobile

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