Jetzt hilft nur noch der Voodoo-Priester

1. Bundesliga, 9. Spieltag / BVB 0 Hannover 96 1

Vielleicht hätte Borussia Dortmund beim kürzlichen Austausch des Rasens gleich mal überprüfen sollen, ob nicht Karl-Heinz Rummenigge die Asche früherer Bayern-Legenden im Westfalenstadion vergraben hat. Denn es ist wie verhext: Trotz einer klaren Leistungssteigerung gegenüber dem letzten Ligaspiel in Köln stehen die Schwarz-Gelben auch an diesem Wochenende mit leeren Händen da. Trotz einem Übergewicht bei allen wichtigen Statistiken im Spiel gegen Hannover reichte den Gästen ein direkter Freistoß von Hiroshi Kiyotake zum Sieg.

Tatsächlich sah die Partie nach leichten Anfangsschwierigkeiten bis zum Gegentor nach einer guten Stunde sehr ordentlich vom BVB aus. Keine Anzeichen von Nervosität mehr und trotz der üblichen gegnerischen Verdichtung des Mittelfelds und vor dem Strafraum eine größere Anzahl von Chancen durch Reus, Aubameyang, Mkhitaryan und Ramos. Doch die gingen knapp daneben, drüber oder wurden von 96-Keeper Ron-Robert Zieler teilweise prachtvoll pariert.

Der Freistoß von Kiyotake kann so passieren – weder Gündogan noch Weidenfeller ist da mehr als eine kleine Portion Mitschuld zuzusprechen. Bedenklich war, dass die Borussia im Anschluss doch noch wie in den letzten Ligaspielen den Faden verlor und bis auf die Schlussphase zu wenig kreierte, um die nächste Heimniederlage abzuwenden. Atmosphärische Störungen in der Mannschaft sind bei einer solchen Negativserie dagegen kaum komplett zu vermeiden – größere Probleme aus diesen Gründen aber schon.

Über die Aufstellung muss man nach dem gestrigen Spiel auch nicht diskutieren. Schließlich funktionierte die offensive Ausrichtung mit zwei gelernten Stürmern und Durm links hinten nicht schlecht. Und auch das Fehlen von Shinji Kagawa machte sich nicht negativ bemerkbar.

Es half alles nichts – auch nicht das leicht peinliche Ausweichen auf die Champions League-Trikots. Von den nächsten beiden Spielen ist nun tatsächlich das gegen St. Pauli das wichtigere. Ein Ausscheiden aus dem Pokal wäre höchstwahrscheinlich bereits das Ende aller Titelträume und in dieser Situation ein noch größerer Tiefschlag als eine Auswärtsniederlage in München. Ob Jürgen Klopp es mit dem Aberglauben nun auf die Spitze treibt?

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Durm (77. Sokratis) – Mkhitaryan, Bender, Gündogan (66. Kagawa) – Aubameyang, Ramos (77. Immobile), Reus. Gelbe Karten: Mkhitaryan, Gündogan, Reus

Ein Gedanke zu “Jetzt hilft nur noch der Voodoo-Priester

  1. Momentan ist echt der Wurm drin. Denke da spielt auch viel der Kopf mit wenn ich da an manche Aussetzer vom WE denke. Sehe es aber genauso, heute ist das wichtigere Spiel von beiden, welches man mit aller Macht gewinnen sollte. Evtl. hilft ja für die nächsten beiden Spiele das man in diese nicht unbedingt als Favorit geht und somit keiner großartig was erwartet.
    Möchte mir dennoch nicht ausmalen wenn man zwei Spieltage später immer noch mit 7 Punkten dasteht.

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