Kommt jetzt der Bayern-Jäger?

Für die Mannschaft von Borussia Dortmund könnte es positiv sein, den schwachen Auftritt in Berlin schon am Mittwoch vor eigenem Publikum gerade rücken zu können, für mich als Fan kommt die Partie in jedem Fall wie gerufen. Mit dem VfL Wolfsburg kommt ein Team, das spielerisch überzeugen wollen wird und das auch von seiner individuellen Klasse lebt. Darüber hinaus haben die Niedersachsen zurzeit die Variabilität im Spiel, die den Schwarz-Gelben oft fehlt. Dennoch tun auch sie sich immer mal wieder schwer gegen gut verteidigende Mannschaften – wie es soeben erst Paderborn bewiesen hat. Ohne Zweifel sind die VW-Kicker derzeit die Nummer 2 in Deutschland, dafür spricht neben dem Tabellenplatz auch das Torverhältnis (+15), an das die Verfolger nicht rankommen. Nach Paul Breitner, dem ehemaligen Revolutionär und heute unerträglichen Apologeten der Macht, sind sie aber selber schuld daran, dass sie an den FC Bayern nicht heranreichen.

Der BVB wird sich mit aller Macht und aller Unterstützung der Fans in die Begegnung am Mittwoch werfen müssen. Die Spieler müssen in allen wichtigen Situationen nah am Mann sein und dürfen keine unnötigen Räume anbieten. Leicht gesagt, in der Realität wird es ein Kraftakt. Mit der eigenen Spielkultur sollten wir alle Geduld haben, denn ohne Mkhitaryan UND Reus fehlen zwei schnelle UND trickreiche Akteure. Man kann nur hoffen, dass Pierre-Emerick Aubameyang an früher in der Saison gezeigte Leistungen anknüpfen und seine Geschwindigkeit wieder effektiv einsetzen kann.

Wer Jürgen Klopp in der heutigen Pressekonferenz gesehen hat, weiß, dass der Trainer keinesfalls resigniert hat und ebenso wenig die Schuld für den Tabellenstand vorwiegend in externen Faktoren sucht – wie mancher externe Beobachter schnell mal behauptet. Seine Einschätzung, dass sich gerade im Offensivspiel noch nicht das perfekte Zusammenspiel entwickeln konnte, ist absolut nachvollziehbar. Schließlich haben häufig müde Spieler neben frisch genesenen trainiert, während andere nicht zur Verfügung standen. Dennoch räumt Klopp ein, dass viele Partien besser hätten laufen können und müssen.

Das Wolfsburg-Spiel wird außer Marco und Miki auch Sokratis verpassen. Mit dem griechischen Innenverteidiger, der in der jetzigen Situation eigentlich die Nummer 1 in der Viererkette sein müsste, rechnet der Trainer erst wieder Anfang Januar. Die Gäste dürften bis auf die Langzeit-Ausfälle Felipe und Ochs alle wichtigen Akteure zur Verfügung haben. Der BVB kann sich also auf eine Offensive mit Olic in der Spitze und dahinter Vierinha, de Bruyne und Ex-Borusse Perisic gefasst machen. Wollen wir nicht hoffen, dass Letzterer es dem Berliner Ex-Borussen Schieber gleich tut.

Juventus ganz weit entfernt

Die Champions League ist zum Glück bereits in der Winterpause, doch die Schwarz-Gelben haben heute ihren Achtelfinalgegner erfahren, gegen den am 24. Februar auswärts und am 18. März im Westfalenstadion gespielt wird. Natürlich werden beim Namen Juventus Turin Erinnerungen wach an den lupfenden Ricken oder den träumenden Riedle, der dem BVB übrigens heute dieses Los bescherte. Doch ob die Partie in den Gedanken aller überhaupt noch an Bedeutung gewinnt, wird sich einzig und allein in der Bundesliga entscheiden. Es könnte eines der seltsamsten und trostlosesten K.O.-Spiele überhaupt werden – oder eine sich hoffentlich bis dahin im Aufschwung befindliche Borussia weiter beflügeln.

Unschlagbar ist der italienische Tabellenführer trotz Spielern wie Buffon, Chiellini, Pirlo, Pogba, Vidal oder Tevez sicher nicht. Erst in den Rückspielen der CL-Gruppenphase sicherte sich Juventus das Weiterkommen. Über die Chancen der Borussia wird frühestens Mitte Februar zu reden sein – zum Glück.

Ein Gedanke zu “Kommt jetzt der Bayern-Jäger?

  1. Zum Glück mal ein Gegner der sich nicht nur hinten rein stellt, sondern auch selbst was für’s Spiel tut. Kommt unserem Spielermaterial und unserer Spielweise mehr entgegen denke ich.

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