Der Mann, der niemals spielte

Kurz nach dem Ende der Bundesliga-Hinrunde hat Borussia Dortmund bereits erste Transfer-Aktivitäten vollzogen. Der Südkoreaner Dong-Won Ji, erst seit Juli im Verein, wechselt zum 1. Januar zu seinem dritten Aufenthalt nach Augsburg – diesmal permanent. Beim Champions League-Aspiranten FCA unterschreibt er einen Vertrag bis 2018.

Beim BVB war der Stürmer, der zentral und außen einsetzbar ist, nur auf fünf Einsätze in der U23 gekommen. Ji war lange Zeit verletzt und das was Jürgen Klopp in der übrigen Zeit sah, scheint ihm nicht so zugesagt zu haben, dass er den Spieler als Alternative für die erste Mannschaft in Erwägung gezogen hätte. Fälle wie ihn gibt es bei fast allen Klubs und doch hinterlässt es einen kleinen Nachgeschmack, wenn jemand derart chancenlos bleibt. Entweder Ji war ein unnötiger Transfer oder er hat nicht die Gelegenheit bekommen, sein Leistungsvermögen zu zeigen. Den Fehler jetzt rückgängig zu machen, muss dennoch kein neuer Fehler sein.

Jis Abschied ist ein erster Fingerzeig, dass die Schwarz-Gelben auch in die andere Richtung auf dem Transfermarkt tätig werden könnten. Sicher nur maßvoll – alles andere macht angesichts der Kadergröße auch keinen Sinn. Ein bis zwei Neue sind aber vorstellbar, um noch mal Impulse zu setzen und andere Qualitäten zu bekommen. Welche Verpflichtungen tatsächlich Sinn ergeben, wird zu Recht intensiv diskutiert werden. Ich bin gespannt auf die ersten seriösen Namensnennungen.

6 Gedanken zu “Der Mann, der niemals spielte

  1. Ich kann mir vorstellen das auch ein Jojic in der Winterpause noch abgegeben oder zumindest verliehen wird. Zuletzt hat Klopp ja kaum noch auf ihn gebaut. Im Sommer gibts dann wahrscheinlich einen größeren Umbruch im Team. Und dann sollte man auch vor großen Namen nicht zurückschrecken und nur schauen welche Spieler den BVB wirklich weiterbringen.

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  2. Ich befürchte ja, dass der Verein beim großen Umbruch, der wohl kommen wird, nur bedingt mitreden kann und nicht nur die gehen werden, die man wirklich loswerden will. Man muss das dann trotzdem als Chance sehen, den BVB noch mal neu zu erfinden. Das Tröstliche: Noch mal so eine schlimme Hinserie wird es wohl nicht geben.

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  3. Glaubst du wirklich das Spieler, mit welchen man gern weiterarbeiten würde, den Verein verlassen!?
    Im Grunde genommen hat man doch bei allen (Reus mal ausgenommen) das Heft des Handelns in der Hand. Gündogan wird man aller Vorraussicht nach abgeben, sollte er seinen Vertrag nicht verlängern. Alle anderen Spieler haben längerfristige Verträge und der BVB wird wohl keinen unter Wert verkaufen solange man noch daran glaubt das der Spieler uns weiterhelfen kann.. Nebenbei hat sich in dieser Halbserie keiner aufgedrängt für einen „großen“ Verein.
    Hab mir grad nochmal den Kader angeschaut und außer Hummels würde ich, stand heute, keinem Spieler großartig nachtrauern..
    Ich befürchte eher das Kloppo, sollte er die Krise meistern, keine Lust hat nochmal ganz von vorne anzufangen..

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  4. Das mit dem Heft in der Hand ist sicher eine Definitionsfrage. Nach dem was wir wissen ist Marco Reus der Einzige, der noch eine Ausstiegsklausel hat. Er ist aber auch der letzte wirklich außergewöhnliche Offensivspieler, den wir haben. Den Shinji und den Nuri der Meisterjahre werden wir mMn nicht mehr sehen. Ohne Marco wäre der BVB nach jetzigem Stand ’nur noch‘ auf dem Niveau vier oder fünf weiterer Klubs, vielleicht sogar etwas hinter Wolfsburg.

    Ilkay ist ein Spieler, der in guter Form uns mit Flair und Qualität sehr weiterhelfen könnte. Aber im Sommer müssten wir ihn abgeben, wenn er nicht verlängern möchte und wir einen finanziellen Verlust vermeiden wollen. Du hast Hummels erwähnt. Ich möchte gerne glauben, dass er ggf. sagen würde: Wir haben den Wagen in den Graben gefahren, wir ziehen ihn jetzt gemeinsam wieder raus. Aber andererseits hat er auch diese komische Freundin.

    Sokratis wäre noch jemand, den ich auf keinen Fall abgeben wollen würde. Er war der stabilste Abwehrmann und ein Supertyp wenn er fit war. Aber wenn wir nicht im Europapokal spielen und ein Angebot aus der Premier League kommt? Finanziell wäre es kein Problem, diese Spieler mit langfristigen gut dotierten Verträgen zu halten, aber ohne europäischen Fußball hat der Verein ein Argument weniger, wenn Topklubs Interesse bekunden. Und es wird schwierig, gerade bei verdienten Spielern ‚Nein‘ zu sagen wenn sie weg wollen. Am wenigsten Sorge habe ich da noch bei Sven Bender.

    Klopp wiederum traue ich dieses Pflichtbewusstsein gegenüber dem Verein auf jeden Fall zu. Solange alle überzeugt sind, dass es mit ihm Sinn macht, wird er mMn nicht hinschmeißen. Er war immer stolz darauf, noch nie einen Vertrag gebrochen zu haben.

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  5. Bei mir ist mittlerweile auch die Euphorie über Shinji`s Rückkehr verflogen.. Ich denke schon das er sich noch steigern wird, jedoch befürchte ich das es ihm ähnlich wie Sahin ergehen wird und er nie wieder die Form der Meisterjahre erlangt.
    Dasselbe gilt für Ilkay, wer weiß ob er wieder so stark zurückkommt.
    Die „gute Cathy“ ist sicher in der Hinsicht unberechenbar, aber Mats trau ich am ehesten zu das er Bock auf den Verein hat und sich nicht von kurzfristigen Rückschlägen abbringen lässt. Für mich ist er auch das Gesicht des Vereins, hoffe das er mal längere Zeit verletzungsfrei bleibt und seine alte Form wiederfindet.
    Stimmt, Sokratis ist wahrscheinlich der beste Transfer seit 2 Jahren, jedoch würd ich auch bei ihm nicht meine Hand ins Feuer legen das er bleibt wenn ein großer Klub ruft.. Damals gabs ja die Geschichte mit Vizekusen, denen er angeblich schon sein Ja-Wort gegeben haben soll..
    Spieler wie Schmelle, Großkreutz und Bender würden uns vermutlich nicht aus eigenen Stücken verlassen, es sei denn der Verein plant nicht mehr mit ihnen. Die Frage ist natürlich auch ob diese Spieler uns weiterhin voranbringen, trotz ihrer Verdienste in den früheren Jahren.
    Wollen wir hoffen das Klopp sich nochmal neu erfindet und den Karren aus dem Dreck zieht.
    Wünsche dir einen guten Rutsch..

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  6. Es gibt ja auch wirklich keinen Grund, zu pessimistisch zu sein. Diese ganzen Deutungsversuche sogenannter Experten – Klopp ist ausgebrannt, entschlüsselt, ratlos – waren immer viel zu einfach, um der komplexen Wahrheit nahezukommen. So unerklärlich wie die Krise gekommen ist, kann sie auch wieder gehen. Denn Klopp hat nicht nur sechs Jahre tolle Arbeit geleistet, sondern sich auch als lernfähig erwiesen. Hinter den Kulissen wird in Dortmund sicher auch noch mehr reflektiert als vor den Kameras.

    Ein Reus-Abgang wäre ein herber Verlust (wobei es für die Bundesliga natürlich nicht besser wäre wenn er zu Bayern ginge als ins Ausland). Alles andere ist überwindbar, ohne im entferntesten ein Selbstläufer zu sein. Gutes neues Jahr!

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